Donald Trump, Präsident der USA, spricht zu Medienvertretern, als er mit First Lady Melania Trump (l) und Nikki Haley,  US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, zur 73. Generalversammlung der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier ankommt.
Trump verkündet der Öffentlichkeit den geplanten Rücktitt von UN-Botschafterin Haley. Bildrechte: dpa

Zum Jahresende Trumps UN-Botschafterin Haley tritt ab

Nikki Haley, die Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen, legt ihr Amt nieder. Präsident Trump bestätigte den Rücktritt zum Jahresende. Der Schritt kam plötzlich, soll aber schon seit Monaten festgestanden haben.

Donald Trump, Präsident der USA, spricht zu Medienvertretern, als er mit First Lady Melania Trump (l) und Nikki Haley,  US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, zur 73. Generalversammlung der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier ankommt.
Trump verkündet der Öffentlichkeit den geplanten Rücktitt von UN-Botschafterin Haley. Bildrechte: dpa

Die Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, tritt zurück. US-Präsident Donald Trump teilte am Dienstag nach einem Treffen mit seiner UN-Botschafterin mit, dass Haley ihr Amt zum Jahresende niederlegen werde. Sie wolle "eine Auszeit" nehmen. Haley habe ihn bereits vor einem halben Jahr darüber informiert. Trump lobte die scheidende Diplomatin zugleich für ihre "fantastische Arbeit".

Haley nennt keine konkreten Gründe

Haley ging vor Journalisten nicht im Detail auf die Gründe für ihren Rücktritt ein. Es sei "wichtig zu wissen, wann die Zeit zu gehen gekommen" sei, sagte sie ohne nähere Erläuterung. Konkrete Pläne für eine neue Aufgabe habe sie derzeit nicht. Zugleich betonte Haley ausdrücklich, dass sie nicht die Absicht habe, sich um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner für die Wahl im Jahr 2020 zu bewerben.

Trumps resolute Hardlinerin

Haley war seit Januar 2017 UN-Botschafterin. In den USA ist das ein wichtiges Amt, das sogar Kabinettsrang hat. Für den Botschafter-Posten bei den Vereinten Nationen brachte die frühere Gouverneurin von South Carolina allerdings wenig außenpolitische Erfahrung mit. Dennoch profilierte sie sich schnell als wortgewaltige und resolute Fürsprecherin einer harten Linie in der US-Außenpolitik – etwa gegenüber Russland, dem Iran, aber auch gegenüber Nordkorea, mit dem Präsident Trump derzeit die Annäherung sucht. Außerdem setzte Haley Trumps Kurs einer schlankeren UN mit geringeren Beiträgen der USA zu Budget und Friedenseinsätzen konsequent um.

Gerüchte über Minister-Ambitionen

Schon vor gut einem Jahr war darüber spekuliert worden, ob Haley ihr Amt als UN-Botschafterin aufgibt. Dabei war ihr ein mögliches Interesse am Posten des damaligen US-Außenministers Rex Tillerson nachgesagt worden. Anders als der eher wortkarge Tillerson trat Haley eloquent auf und nahm in politischen Verhandlungen häufig eine führende Rolle ein.

Tochter indischer Einwanderer

Die 1972 geborene Haley ist innerhalb der republikanischen Partei sehr populär. Als Tochter indischer Einwanderer ist die 46-Jährige eine Ausnahmeerscheinung bei den Republikanern, deren Spitzenpersonal hauptsächlich aus europäischstämmigen Weißen besteht. Haley hatte Trump in dessen Wahlkampf 2016 zunächst offen kritisiert, sich dann aber auf seine Seite geschlagen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Oktober 2018 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2018, 18:15 Uhr

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1 Kommentar

10.10.2018 08:09 Frank 1

"Zugleich betonte Haley ausdrücklich, dass sie nicht die Absicht habe, sich um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner für die Wahl im Jahr 2020 zu bewerben."
Warum eigentlich nicht ?
Den notwendigen Rückhalt hätte sie bei den Republikanern sicherlich auf jeden Fall, allein schon deshalb, weil sehr viele aus ihrer eigenen Partei von dem derzeitigen Führungsstil des Präsidenten nicht mehr wirklich begeistert sind und die Probleme nicht weniger, sondern anscheinend immer mehr werden. Allerdings ist leider auch davon auszugehen, das der "Deep State" das wohl etwas anders sieht.