Venezuelas selbsternannter Präsident Juan Guaido trifft zu einem Treffen mit Universitätsstudenten an der Central University of Venezuela ein.
Venezuelas selbsternannter Präsident Juan Guaido. Bildrechte: dpa

Venezuela USA fordern UNO-Unterstützung für Guaido  

Rund 40 Länder haben inzwischen Venezuelas Interimspräsidenten Guaido anerkannt. Die USA wollen nun, dass sich der UN-Sicherheitsrat einschaltet und sich für Neuwahlen einsetzt. Russland kündigte bereits sein Veto an.

Venezuelas selbsternannter Präsident Juan Guaido trifft zu einem Treffen mit Universitätsstudenten an der Central University of Venezuela ein.
Venezuelas selbsternannter Präsident Juan Guaido. Bildrechte: dpa

Die USA haben im UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf zu Venezuela vorgelegt. Nach einem Bericht der AfP fordert Washington darin "volle Unterstützung" für das venezolanische Parlament als die "einzige demokratisch gewählte Institution" in dem Land.

Guterres soll Weg zu Neuwahlen unterstützen

Antonio Guterres
Antonio Guterres Bildrechte: imago/ZUMA Press

Im Entwurf wird zudem "tiefe Besorgnis" über die Gewalt gegen "friedliche und unbewaffnete Demonstranten" geäußert und ein "politischer Prozess, der zu einer freien, fairen und glaubwürdigen neuen Präsidentschaftswahl führt", gefordert. UN-Generalsekretär Antonio Guterres wird aufgefordert, sich für einen solchen Prozess einzusetzen. Außerdem wird im Entwurf vor einer Verschlimmerung der humanitären Lage gewarnt und für Hilfslieferungen plädiert.

Russland kündigt Veto an

Die US-Regierung hat Diplomaten zufolge noch kein Datum für eine Abstimmung über den Entwurf vorgeschlagen. Die Verhandlungen laufen demnach noch. Russland hat aber bereits ein Veto angekündigt und seinerseits einen "alternativen" Resolutionsentwurf vorgelegt, der unter anderem eine "Einmischung" in die inneren Angelegenheiten Venezuelas kritisiert.

Maduro: Neuwahlen erstmal nicht wichtig

Am Vortag hatte Venezuelas Präsident Nicólas Maduro Neuwahlen noch einmal ausgeschlossen. Wahlen hätten keine Priorität, sagte Maduro laut einem Bericht der Tageszeitung "El Universal". Für die Venezolaner seien die Stabilisierung und der Frieden im Land wichtig.

In Venezuela herrscht seit Wochen ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduro und dem oppositionellen Parlamentspräsidenten Juan Guaidó, der sich im Januar zum Übergangspräsidenten ausgerufen hatte. Mittlerweile haben sich rund 40 Länder hinter Guaidó gestellt, unter ihnen die USA, Deutschland und weitere EU-Staaten sowie eine Reihe südamerikanischer Länder. Venezuela befindet sich zudem in einer wirtschaftlichen Krise. In dem Land herrscht ein extremer Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten. Maduro sperrt sich gegen Hilfslieferungen aus den USA, weil er eine militärische Intervention befürchtet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Februar 2019 | 01:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2019, 13:42 Uhr

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8 Kommentare

11.02.2019 12:48 nasowasaberauch 8

Deutschland konnte sich wieder mal nicht zurückhalten und erkennt diesen Selbsternannten als Interimspräsidenten an. Wieso? Hat dieser Guaidò eine legitimierte Mehrheit? Warum haben wir einen Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages, wenn keiner auf ihn hört. Hier geht es um Öl und um die Abschaffung eines sozialistischen Systems im Vorzimmer der USA. Wie korrupt es auch sei, Deutschland hat sich nicht einzumischen. Merkel hatte noch nie politisches timing. Entweder sie sitzt Probleme zu lange aus oder sie prescht voreilig nach vorn. Um Korruption zu verurteien brauchen wir nicht Venezuela, da ist auch in der EU genug zu tun,

11.02.2019 10:51 mattotaupa 7

wie kann man einen selbsternannten "präsidenten" anerkennen und dem amtsinhaber gleichzeitig demokratische mängel unterstellen? unterstellt man dem amtsinhaber eine weniger koschere wahl, so ist doch eine selbsternennung auch keine demokratische legitimation und in den meisten ländern haben vom ausland installierte und instruierte anführer einen schweren stand. deutschland täte gut daran, sich - wie die anderen 150 staaten - hier rauszuhalten und nicht bei der minderheit der 40 befürworter der usurpation mitzuspielen.

11.02.2019 09:41 Freiheit 6

Am Mittwoch wissen wir mehr.

11.02.2019 09:25 Blumenfreund 5

Wenn die USA und die UNO etwas fordern, kann das nichts Gutes sein.

10.02.2019 18:45 esSKaa 4

Bisschen heuchlerisch von der Trump-Regierung. Erst wortgewaltig und wiederholt den Sinn der UNO in Frage stellen und sie jetzt für ihre Zwecke instrumentalisieren wollen. Herr Trump, wie wäre es vorher mit einem klaren Twitterbekenntnis zur UNO?! Ansonsten sehe ich das eher als innere Angelegenheit Venezuelas. Ich habe in letzter Zeit nicht von in venezolanischen Botschaften gemeichelten Journalisten gelesen... Da sollte man mal ran!

10.02.2019 18:17 artep 3

Man stelle sich vor, ähnliches würde in Deutschland passieren. Ausländische Mächte unterstützen den Vertreter der Opposition, erkennen diesen als rechtmäßig an und fordern von der uno die Anerkennung.

10.02.2019 17:18 Skeptiker 2

Ich weiß,daß die USA schon mal die UNO genutzt haben,um einen Krieg zu führen, Es war der Koreakrieg,der gar nicht so lange her ist.Warum sollten die USA jetzt besser sein?Nach Afganistan,dem Irak folgt Venezuela.

10.02.2019 14:10 Thore 1

Da wird in einem anderen Artikel des MDR über Russlands Interessen an Venezuela fabuliert, aber die USA-Interessen hinterfragt keiner !
Könnte vielleicht am Ölreichtum des Landes liegen ?
Beide Seiten haben ihre eigenen Interessen, in den Mainstream-Medien ist der Russe wieder der Böse, sieht man am deutlichsten an der abwertenden Wortwahl !
Ich halte es mit den Russen und nenne es eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas !