Ursula von der Leyen freut sich nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse im Plenarsaal. Von der Leyen wird die neue EU-Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen wird neue Präsidentin der EU-Kommission: "Ich fühle mich geehrt." Bildrechte: dpa

Europaparlament Von der Leyen zur Chefin der EU-Kommission gewählt

Ursula von der Leyen wird die neue Präsidentin der EU-Kommission. Die CDU-Politikerin erhielt bei der Abstimmung im Europaparlament die nötige absolute Mehrheit. Sie tritt damit die Nachfolge von Jean-Claude Juncker an.

Ursula von der Leyen freut sich nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse im Plenarsaal. Von der Leyen wird die neue EU-Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen wird neue Präsidentin der EU-Kommission: "Ich fühle mich geehrt." Bildrechte: dpa

Ursula von der Leyen wird Chefin der EU-Kommission. Das Europaparlament stimmte am Dienstag mit knapper absoluter Mehrheit für die CDU-Politikerin. Damit steht erstmals eine Frau an der Spitze der Brüsseler Behörde.

Wie Parlamentspräsident David Sassoli mitteilte, stimmten 383 der 747 EU-Parlamentarier für die Deutsche. 327 Abgeordnete stimmten gegen die bisherige Bundesverteidigungsministerin. Diese kann nun am 1. November die Nachfolge des Luxemburgers Jean-Claude Juncker antreten.

Kein Problem mit knappen Wahlergebnis

Von der Leyen sagte in einer ersten Reaktion: "Ich fühle mich geehrt und überwältigt." In dem knappen Wahlergebnis sehe sie kein Problem: "In der Demokratie ist die Mehrheit die Mehrheit." Es sei gelungen, eine pro-europäische Mehrheit zu formieren. Vor zwei Wochen, direkt nach ihrer Nominierung durch die Staats- und Regierungschefs, hätte sie vermutlich noch keine Mehrheit gehabt. Zugleich appellierte sie an alle, für ein geeintes und starkes Europa konstruktiv zusammen zu arbeiten.

Merkel würdigt "überzeugte Europäerin"

Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte die neue EU-Kommissionspräsidentin nach ihrer Wahl als "überzeugte und überzeugende Europäerin". Auch wenn sie heute eine langjährige Ministerin verliere, gewinne sie doch "eine neue Partnerin in Brüssel", erklärte die CDU-Politikerin. "Daher freue ich mich auf eine gute Zusammenarbeit."

Zustimmung von Sozialdemokraten und Liberalen

Bei der geheimen Wahl galten vor allem die Sozialdemokraten mit 154 Vertretern und die 108 Abgeordneten der Liberalen als Zünglein an der Waage. Bereits vor der Wahl hatte sich aber abgezeichnet, dass beide Fraktionen mehrheitlich für von der Leyen stimmen werden. Von der Leyens Hausmacht, die 182 Abgeordnete starke Europäische Volkspartei EVP, galt von vornherein als weitgehend gesichert.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2019, 20:47 Uhr

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60 Kommentare

18.07.2019 15:30 jochen 60

Bei soviel Arroganz und Unfähigkeit hilft uns nur noch
-Alternativ- zu wählen.
Alles andere bringt nichts mehr.

18.07.2019 11:40 Horst1 59

diese Frau v.d.Leyen ist eine sehr gute Schauspielerin! Hat sie da auch einen Berater?

18.07.2019 09:49 Günter Kromme 58

#50 ich bin dabei. Dieser Kommentar, kurz und knapp, trifft den Kern der üblen Kunkelei in der EU! Demokratie kaputt, Wählerverachtung, Macht- und Geltungssucht, Strippenzieherei aus dem Kanzleramt und von Macron, der Bürger nur noch Leibeigener von Reichtum und Politik, Migranten- und Klimahysterie, tiefe gesellschaftliche Spaltung, eine selbstmörderische Finanzwirtschaft und ein Trommelfeuer von Zweckpropaganda, das ist eine höchst explosive Mischung die in Kürze hochgehen wird und keine Sieger übrig lässt, außer man hat inzwischen seine Fluchtburg in Paraguay!

18.07.2019 09:21 winfried 57

„Man kann sich nicht darauf verlassen, daß das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt, und wir müssen damit rechnen, daß das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.“

Wer hat's gesagt ?! ... nicht die Schweizer ... Frau Merkel(!).

18.07.2019 08:08 Wo geht es hin? 56

@Stefan (Der) - Zitat von Ihnen: "Ich hoffe, dass Frau von der Leyen mehr Erfolg im neuen Amt hat, als auf ihrem bisherigen Ministerposten." Zitat Ende. Worauf gründet sich Ihre Hoffnung? Hatte sie bisher einfach nur Pech oder war es doch Unvermögen? Wenn es letzteres gewesen sein sollte, kann man nur mit der Phrase antworten: die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und wenn sie nur "Pech" hatte - unsere Zukunft ist doch kein Glücksspiel - oder etwa doch? DANN hätte das auf den Wahlzetteln aber auch so deutlich ausgewiesen sein sollen!

17.07.2019 23:39 HOPF L. 55

@46 Michael Möller,17.07.2019,16:13 Uhr.Nachtrag zu meinem letzten Beitrag an Sie.Es sollte nicht Martin
Sonnebaum sondern Martin Sonneborn heißen.Ich bitte
Sie,dies zu entschuldigen.

17.07.2019 23:34 HOPF L. 54

@46 Michael Möller,17.07.2019,16:13 Uhr.Ich möchte Sie auf die Rede des Herrn Martin Sonnebaum im EU-Parlament,die Er in Richtung von Frau Ursula von der Leyen richtete hinweisen.Diese Rede war sehr interessant
in Richtung Ehrlichkeit bei der Besetzung von Spitzen-
ämtern in der EU.

17.07.2019 23:21 HOPF L. 53

@46 Michael Möller,17.07.2019,16:13 Uhr.Sie haben es in Ihrem Beitrag mit dieser Unehrlichkeit bei der Wahl zur EU-Kommissionspräsidentin auf den Punkt gebracht.
Selbst der EU-Spitzenkandidat für das Amt des EU-
Kommissionspräsidenten,Manfred Weber(CSU),hatte in
einem Interview mit Frau Ursula Heller am 17.07.2019,
in der Münchner Runde,dieses Prozedere zur Wahl des
Kommisssionspräsidenten oder Kommissionspräsiden-
tin,genauso kritisiert,wie es der österreichische ÖVP-Po-
litiker Sebastian Kurz,bei dem Zusammentreffen mit
Frau AKK am 04.07.2019.getan hatte.Laut Herrn
Sebastian Kurz und Herrn Manfred Weber,muß die
Wahl des Spitzenkandidaten für den EU-Kommissions-
präsidenten oder Präsidentin in Zukunft rechtlich
verankert werden.Das versteht man unter Ehrlich-
keit.

17.07.2019 20:18 Stefan (Der) 52

Das europäische Parlament ist selber daran Schuld, dass es wieder eine "von oben" verordnete Führung bekommt. Man hatte nach der Europawahl genug Zeit sich auf einen Kandidaten (Weber oder Timmermanns) zu einigen. Allein die mangelnde Kompromissfähigkeit im Parlament stand dem entgegen. Jetzt muss man sich nicht wunder, dass es wieder anders lief. Ich hoffe, dass Frau von der Leyen mehr Erfolg im neuen Amt hat, als auf ihrem bisherigen Ministerposten. Eine Probezeit hat sie allemal verdient. Sie tritt am 01.11.2019 ihr Amt an. Das wird gleich ein harter Tag werden. Viel Erfolg Frau von der Leyen.

17.07.2019 17:52 Mane 51

Ihr guter Freund in Frankreich Und M.haben gedreht, damit Sie die Stimmen bekommt lt.NTV heute Nachmittag.