Gazastreifen
Immer wieder kommt es im Gazastreifen zu Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern. Bildrechte: dpa

Nach Eskalation der Gewalt Medien berichten über Waffenruhe in Gaza

Nach der gezielten Tötung eines hochrangigen Dschihadisten durch das israelische Militär hat sich die Lage im Gaza-Streifen vorerst beruhigt. Berichten zufolge hat Ägypten zwischen Israel und Palästinensern vermittelt.

Gazastreifen
Immer wieder kommt es im Gazastreifen zu Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern. Bildrechte: dpa

Im Gazastreifen ist es nach einer laut Medienberichten von Ägypten vermittelten Waffenruhe am Donnerstagmorgen weitgehend ruhig geblieben. Der Sprecher der palästinensischen Extremistengruppe Islamischer Dschihad, Mussab al-Braim, sagte, die Waffenruhe sei seit 4 Uhr in Kraft. Ein Vertreter Ägyptens bestätigte die Vereinbarung.

Zuvor hatte es allerdings noch Raketenangriffe auf Israel gegeben. Die Sirenen heulten nach Armeeangaben im Grenzgebiet. Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen durch israelische Luftangriffe stieg laut palästinensischen Quellen unterdessen auf 34.

Katz droht mit Vergeltung

Ein Sprecher von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wollte sich zu den Berichten über eine Waffenruhe zunächst nicht äußern. Israels Außenminister Israel Katz drohte allerdings dem Islamischen Dschihad mit Vergeltung, sollten die Extremisten erneut vom Gazastreifen aus Raketen auf israelisches Territorium abfeuern.

"Ruhe wird mit Ruhe beantwortet", sagte Katz im Armee-Hörfunk. Israel werde aber nicht zögern, diejenigen anzugreifen, die versuchten, es zu verletzen - ob vom Gazastreifen oder von einem anderen Ort aus.

Schwerste Angriffe seit Monaten

Der UN-Nahostgesandte Nikolai Mladenov rief auf Twitter alle Beteiligten zu "maximaler Zurückhaltung" auf. "Ägypten und die UN haben hart daran gearbeitet, um zu verhindern, dass die gefährlichste Eskalation in und um Gaza zu einem Krieg führt. Die kommenden Stunden und Tage werden entscheidend sein."

Die schwersten gegenseitigen Angriffe seit Monaten hatten am Dienstag begonnen, als Israel Abu al-Atta, einen Befehlshaber der Organisation "Islamischer Dschihad" im Gazastreifen, tötete. Auch seine Frau kam bei dem Angriff in der Nacht zu Dienstag ums Leben.

In der Nacht zum Donnerstag tötete die israelische Armee nach eigenen Angaben außerdem einen zweiten Anführer der Miliz "Islamischer Dschihad". Ein israelischer Armeesprecher sagte allerdings, der Angriff auf das Haus des Anführers Rasmi Abu Malhus sei vor Inkrafttreten der Waffenruhe am Donnerstagmorgen erfolgt.

Seit Dienstag hatte Israel dutzende Ziele des Islamischen Dschihad im Gazastreifen angegriffen. Mehr als 360 Raketen wurden danach Richtung Israel abgefeuert.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. November 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2019, 10:19 Uhr

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