onald Trump gestikuliert bei einer Wahlkampfveranstaltung in Cape Girardeau in Richtung seiner Anhänger
Auch deutsche Firmen haben im US-Wahlkampf für Republikaner und Demokraten gespendet. Bildrechte: dpa

Political Action Committees Deutsche Firmen und ihre Wahlkampfspenden in den USA

Welche Kandidaten siegreich aus den US-Wahlen hervorgehen, hängt auch davon ab, wieviel Geld sie ausgeben können. Und auch deutsche Firmen beteiligen sich an Spenden.

von Uwe Jahn, MDR AKTUELL

onald Trump gestikuliert bei einer Wahlkampfveranstaltung in Cape Girardeau in Richtung seiner Anhänger
Auch deutsche Firmen haben im US-Wahlkampf für Republikaner und Demokraten gespendet. Bildrechte: dpa

Ob Telekom, Siemens, Bayer, BASF, Allianz, Deutsche Bank oder oder oder: Viele deutsche Unternehmen haben Tochterfirmen in den USA. Aus diesen Firmen fließt Geld in den US-Wahlkampf, das geht aus einer Übersicht der überparteilichen Washingtoner Nichtregierungsorganisation CRP hervor. Da direkte Spenden aus der Wirtschaft an die Politik in den Vereinigten Staaten nicht erlaubt sind, haben größere Unternehmen sogenannte Political Action Committees, kurz Pacs. Ulrich Müller von LobbyControl erklärt deren Sinn und Zweck.

Diese Pacs sind sozusagen eine Möglichkeit für Firmen, Geld von den Beschäftigten einzusammeln und zu kanalisieren. Und sich damit für das Unternehmen beliebt zu machen bei den Politikern, indem man sie mit Geld unterstützt.

Ulrich Müller, LobbyControl

Genau das ist der Clou: Das Spendengeld kommt von den Mitarbeitern und nicht direkt aus der Firmenkasse. Inwiefern von höher bezahlten Mitarbeitern erwartet wird, dass sie spenden, ist schwer zu sagen. Aber: "Man kann sagen, das ist Geld aus den Unternehmen, das kommt von den Mitarbeitenden, die das ihrerseits verdienen mit ihrer Arbeit von den Unternehmen", sagt Müller. Das Relevante sei eben, dass dies über die firmeneigenen Sammelvereine laufe, dadurch gebe es die Rückbindung an das Unternehmen.

Deutsche Firmen spenden drei Milliarden Euro

Denn in diesen PACS entscheiden Leute aus der Unternehmensleitung darüber, wer die Spenden bekommt. Traditionell fließt auf diese Weise mehr Geld zu den Republikanern als zu den Demokraten, auch aus deutschen Unternehmen, die in den USA aktiv sind. So haben 19 deutsche Firmen über ihre Komitees insgesamt knapp drei Milliarden Euro gespendet, davon etwa 59 Prozent der Gelder für die Republikaner, also für die Partei von Präsident Donald Trump. Dabei geht es häufig auch um eine Wette auf die Zukunft.

"Man versucht natürlich Kandidaten zu unterstützen, die einem entweder nahestehen oder die aus der Region kommen und wo man weiß, die kann man ansprechen, wenn man politische Anliegen hat", sagt Ulrich Müller von LobbyControl.

Das deutsche Selbstverständnis, nachdem Unternehmen nur ungern über Geld reden, das sie in die Politik lenken, scheint auch für Aktivitäten in den USA zu gelten. Die deutsche Telekom, nach BASF immerhin zweitgrößter Wahlkampfspender aus Deutschland, ist in dieser Kampagne mit 604.000 Dollar dabei. Auf eine Zeitungsanfrage dementierte ein Telekom-Sprecher jegliche Aussage, die das Unternehmen in Zusammenhang mit Wahlkampfunterstützung in den USA bringe.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. November 2018 | 02:16 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2018, 09:11 Uhr