Ein Feld mit vertrockneten Maispflanzen
Ein Feld mit vertrockneten Maispflanzen in Bayern. Bildrechte: dpa

Erderwärmung Weltklimarat drängt auf rasches Handeln

Die Auswirkungen der globalen Erwärmung sind aus Sicht des Weltklimarats bereits jetzt deutlich. Den Experten zufolge könnte ein Anstieg um zwei Grad Celsius verheerende Folgen haben. Kurz vor einem neuen Klimagipfel drängen die Wissenschaftler deshalb auf rasche Taten.

Ein Feld mit vertrockneten Maispflanzen
Ein Feld mit vertrockneten Maispflanzen in Bayern. Bildrechte: dpa

Der Weltklimarat der Vereinten Nationen hat einen entschlosseneren Kampf gegen die Erderwärmung angemahnt. In einem Sonderbericht, der am Montag in Südkorea vorgelegt wurde, erklärten die Wissenschaftler, es sei möglich, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Dafür seien allerdings "schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen" notwendig. Es gehe um Veränderungen in den Bereichen Energie, Industrie, Gebäude, Transport, in den Städten und auf dem Land.

Unter anderem müsste der globale Ausstoß von Kohlendioxid bis 2030 um 45 Prozent fallen, im Jahr 2050 müsste er bei Null sein. Sollte das 1,5-Grad-Ziel verfehlt werden, drohen dem Klimarat zufolge dramatische Folgen für das Leben auf der Erde.

Forscher: Verlust ganzer Ökosysteme droht

Der Sonderbericht umfasst rund 400 Seiten und stützt sich auf etwa 6.000 aktuelle wissenschaftliche Beiträge. Er wurde von mehr als 90 Wissenschaftlern aus 40 Ländern erstellt. Zu ihnen gehört der deutsche Klimaforscher Hans-Otto Pörtner aus Kiel. Er sagte, jeder noch so kleine Anstieg der Temperatur habe Auswirkungen. Es drohe der Verlust ganzer Ökosysteme. Bei einer Erderwärmung über 1,5 Grad hinaus bestehe die Gefahr, dass die Veränderungen nicht mehr unumkehrbar seien.

Die Autoren des Berichts erklärten, bereits jetzt sehe man die Konsequenzen von einem Grad Erderwärmung. Dazu zählten mehr Extremwetter, steigende Meeresspiegel und das Schwinden des arktischen Meereises.

Folgen für Meeresspiegel und Arktis

Ein Eisbär in der Arktis springt von einer Eisscholle auf eine andere Scholle
In der Arktis schmilzt das Meereis. Das bekommen auch die Eisbären zu spüren. Bildrechte: dpa

Das Papier des Weltklimarats zeigt einige deutliche Unterschiede zwischen einer Erderwärmung von 1,5 und einer von zwei Grad. Demnach würde bei 1,5 Grad Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts der globale Meeresspiegel um zehn Zentimeter weniger steigern als bei zwei Grad.

Außerdem würde eine Erwärmung um zwei Grad Celsius einen eisfreien arktischen Sommer mindestens einmal pro Jahrzehnt zur Folge haben. Bei einer Erwärmung um 1,5 Grad Celsius sei mit diesem Phänomen nur einmal pro Jahrhundert zu rechnen.

Zudem warnen die Autoren, dass etwa 70 bis 90 Prozent der Korallenriffe verschwinden, wenn es um 1,5 Grad wärmer wird. Bei zwei Grad wären praktisch alle Korallenriffe verloren. Zudem könnten bei zwei Grad Erwärmung deutlich weniger Fische gefangen werden.

Nächster Klimagipfel im Dezember

Im UN-Klimavertrag von Paris aus dem Jahr 2015 hatten sich die Regierungen darauf geeinigt, den Temperaturanstieg auf unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Auf Drängen kleiner Inselstaaten sollte versucht werden, die Erwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen. Im Dezember gibt es einen neuen Klimagipfel in Polen.

Der Weltklimarat IPCC war 1988 gegründet worden, um weltweit wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel und dessen Folgen zu bündeln.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Oktober 2018 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2018, 15:44 Uhr

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58 Kommentare

10.10.2018 13:01 Ekkehard Kohfeld 58

Hallo
Ich habe gerade mal etwas recherchiert kann ich unsern alternaieven Kraftwerksgegnern auch mal empfehlen ohne einfach alles nach zu plappern
Wikipedia:
Ein Kohlekraftwerk gehört zur Gattung der Dampfkraftwerke.
Es leitet seine Bezeichnung von ... Ein einzelner Kraftwerksblock hat eine typische
elektrische Leistung von bis zu 1000 Megawatt;."
So dagegen:
Windkraft
2 bis 5 MW für Onshore-Anlagen und 3,6 bis 8 MW für Offshore-Anlagen."

Das heißt für nur einen einfachen Kraftwerksblock zu ersetzen brauche ich na (Eulenspiegel)?
1000 : 5 (wir nehmen sogar die hohe Leistung) Ja richtig 200 Windkraftanlagen der neusten Generation und natürlich auch genügend Wind.Viel Spass beim zubauen der Landschaft.Und in 15 bis 20 Jahren wenn die verbraucht sind,beim abbauen und entsorgen.


10.10.2018 08:14 Ekkehard Kohfeld 57

@ Fragender Rentner 54
Da habe die "nachwachsenden Rohstoffe" wohl keine Chnace mehr?
Ackerland so zu nutzen ist schlimm und dann noch mit diesen "guten Düger usw." zu schädigen. :-(((##Völlig richtig wir haben Hungersnöte auf der Welt aber Flächen für Lebensmittel zur Herstellung von Brennstoffen nutzen ist wohl Schizophrenie.Wie viel Fläche bräuchte man wohl um alleine den Energieverbrauch von Deutschland hin zu bekommen?Und was da in den Biogasanlagen an Bakterien und Bazillen ausgebrütet werden hat noch niemand erforscht oder es wird unter dem Deckel gehalten?Wo kamen die Bakterien in der Warsteiner Brauerei "Bakterien aus der Brauerei: Warstein und die Legionellen: Immer noch ... 07.08.2014 - Vor einem Jahr erkrankten in Warstein mehr als 160 Menschen an einer schweren Lungenentzündung, "In der nähe gibt es eine Biogas-Anlage?Für mich absolut keine Alternative für die Stromerzeugung.Wir habe derzeit keine,warum will man das nicht einsehen,auch Wind und Sonne sind es nicht.

09.10.2018 23:01 Annerose will 56

Daß sich das Klima ändert und zwar tat es das erdgeschichtlich schon immer, teils auch schneller als heute, wissen wir. Nur, welche wissenschaftlich fundierten Argumente gibt es, daß am derzeitigen Wandel der Mensch den Löwenanteil hat und sich somit durch menschliche Maßnahmen überhaupt etwas ändern läßt? Es wird sogar gradgenau der voraussichtliche Erfolg von Gegenmaßnahmen (Anstiegbegrenzung 1.5 oder 2Grad) genannt. So unsicher schon Wettervorhersagen sind umso unsichrer sind doch ganze Klimavorhersagen mit vielen vielen Unbekannten im Hinblick auf einzelne Faktoren z.b. CO2Ausstoß des Menschen. Das Ganze erscheint schon anhand dieser Überlegungen unsinnig. Klar sollte der Mensch aus Prinzip so wenig wie möglich Einfluß auf Naturvorgänge nehmen, aber diese Bestimmtheit des Klimarats riecht nach Unfug mit Hintersinn in ganz anderer Richtung. Die Grünen, SPD und Merkels CDU nehmen es dankend an...

09.10.2018 22:42 Querdenker 55

Finde ich gut, wenn die AfD die Minderheit der Klimaskeptiker einsammelt. Eine Repräsentationslücke wird geschlossen.

Wer sich über den Klimawandel informieren möchte, der schaut nach:

„umweltbundesamt klimawandel atmosphaerische treibhausgas konzentrationen“
„welt Wenn der Meeresspiegel um 66-Meter steigen würde“
„focus Warum das größte Massensterben der Geschichte uns heute eine Warnung sein sollte“
„spiegel Golfstrom und Klimawandel: Neue Zweifel an Stabilität der Ozeanzirkulation“
„bildungsserver klimawandel Sonneneinstrahlung und Klimaänderungen“
„bildungsserver klimawandel Mittelalterliche Warmzeit“
„bildungsserver klimawandel Sonnenenergie“
„bildungsserver klimawandel Eiszeitalter“
„bildungsserver klimawandel Erwärmung des Ozeans“
„bildungsserver klimawandel Erdbahnparameter Verstärkungseffekte“
„wikipedia Weltbevölkerung“

Fazit: Es gibt einen natürlichen Klimawandel und oben drauf kommt dazu noch der menschengemachte Klimawandel.

09.10.2018 17:18 Fragender Rentner 54

Da habe die "nachwachsenden Rohstoffe" wohl keine Chnace mehr?

Ackerland so zu nutzen ist schlimm und dann noch mit diesen "guten Düger usw." zu schädigen. :-(((

09.10.2018 14:07 Nelly 53

@ Peter, was hat die AfD mit der gescheiterten Umweltpolitik der Etablierten zu tun und wann und wo war sie jemals in Regierungsverantwortung? Nettes aber plumpes untaugliches Ablenkungsmanöver vom Versagen der Etablierten Parteien.
Übrigens, Sie sollten nicht so viel glauben. Es genau zu wissen ist lebensnaher und geeignet erwachsene Entscheidungen zu treffen. Dazu muss man allerdings seinen eigenen Kopf zum eigenständigen Denken nutzen und nicht blind nachplappern was die vermeintlichen Meinungsführer vorplappern.

08.10.2018 22:34 NRW-18 52

@ 38 Peter
Da liegen Sie wohl richtig. Wenn die Afd etwas gegen den Klimawandel tun würde, so würde sie die Natur bekämpfen. Aber wozu?

Die von Ihnen genannten Orte waren schon vor etwa 10.000 Jahren weg. Sie waren nämlich wie auch Schleswig-Holstein und Skandinavien von einer dicken Eisschicht bedeckt. Die mecklenburgische Seenplatte ist ein Rest dieser Eiszeit, sowie das Land der 1000 Seen, nämlich Finnland.
Grönland (dän. grøn, also grün) war mal grün, daher der Name und es wird wahrscheinlich irgendwann auch wieder grün.
Und wenn in 10.000 Jahren in Berlin Containerschiffe anlegen können, dann ist das so.
Tja Peter, wir alle werden das nicht aufhalten. Nur die Auftraggeber und Nutznießer der Klimagipfel werden reicher und reicher, weil ihnen manche Leute alles glauben - aber eben nicht alle.

08.10.2018 22:28 Sabrina 51

Was die CO2-Geschichte betrifft, nochmal ein paar Infos:

Der größte Teil des CO2 kommt aus dem Erdinneren (Vulkane, Risse in der dünnen Erdkruste).
CO2 aus Kohle befand sich, bevor es die später zur Kohle gewordenen Pflanzen aufnahmen (Photosynthese) auch bloß in der Luft.
Das meiste CO2 ist in den Ozeanen gespeichert, nur ein kleiner Bruchteil in der Atmosphäre.
Erwärmt sich Wasser, kann es nicht mehr soviel CO2 binden und gibt es an die Atmosphäre ab.
Der CO2-Anstieg ist also die Folge einer Erwärmung der Meere - und eben nicht deren Ursache, wie und die Polit-Wissenschaftler aus dem Klimaschwindel-Zirkus weiß machen wollen.
.
Eigentlich lernt man das ja alles in der Schule und dürfte auf den Klimaschwindel nicht herein fallen.

08.10.2018 22:09 Peter 50

@49: Nicht nur ich glaube an den maßgeblichen Anteil des Menschen an der Klimaerwärmung.
Da bin ich mir einig mit der überwältigenden Mehrheit der Menschen im Land, übrigens auch mit der überwältigenden Mehrheit der Wissenschaftler.
Keineswegs halte ich mich deshalb zurück. Wenn ein paar Klimaleugner der Meinung sind, dass wir nichts gegen den Klimawandel tun sollten, bedeutet das für mich, dass diese Leute die Menschheit ins Unglück stürzen wollen.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

08.10.2018 21:45 ein schon länger in Deutschland lebender 49

@Peter 47

"Ganz im Gegenteil zu den Realitätsverweigerern ..."

sie sind das doch, warum leugnen sie die natürliche Erderwärmung?

das ist ja fast unglaublich was sie hier von sich geben.

wenn hier Kinder mitlesen die glauben das noch!

Also tun sie mir bitte den Gefallen und halten sich etwas zurück.