Großdemonstration in Berlin vor dem Brandenburger Tor
Klimademo in Berlin Bildrechte: imago images/A. Friedrichs

Fridays for Future Klimaproteste in Hunderten Städten

Kurz vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Madrid haben am Freitag weltweit Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. In Berlin gab es eine Großdemo am Brandenburger Tor. Aktionen gab es auch in Mitteldeutschland.

Großdemonstration in Berlin vor dem Brandenburger Tor
Klimademo in Berlin Bildrechte: imago images/A. Friedrichs

Mit Hunderten Aktionen in Deutschland und anderen Ländern haben Menschen am Freitag für mehr Klimaschutz demonstriert. In Deutschland folgten Zehntausende einem Aufruf der Klimabewegung Fridays for Future und forderten von der Bundesregierung mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderwärmung. Die Bewegung selbst sprach von 630.000 Teilnehmern in ganz Deutschland.

Eiskaltes Protest-Bad

In Berlin versammelten sich laut Fridays for Future rund 60.000 Menschen zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor.

Aktivisten der BUNDjugend protestieren mit einer Bade-Aktion in der Spree vor dem Reichstagsgebäude (l) und dem Paul-Löbe-Haus gegen das Klimapaket der deutschen Bundesregierung. Dabei wurde ein symbolisches Klimapaket zu Wasser gelassen und mit neuen Forderungen an Politiker übergeben.
Kaltes Bad gegen Erderwärmung. Bildrechte: dpa

Unterstützung erhielten sie unter anderem vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Dessen Vorsitzender Reiner Hoffmann sagte: "Gesunde Umwelt und gute Arbeit sind kein Widerspruch." Außerdem traten in der Hauptstadt mehrere Künstler auf, zum Beispiel die Band "Seeed".

Rund zwei Dutzend Jugendliche sprangen aus Protest in der Nähe des Bundestages in die Spree. Ziel war die symbolische Rettung eines im Wasser treibenden Klimapakets mit neuen Forderungen an die Politik. Im Anschluss wurde es an eingeladene Politiker übergeben.

Aktionen in 500 deutschen Städten

Insgesamt hatte Fridays for Future Klimakundgebungen in mehr als 500 deutschen Städten angekündigt. In der Hamburger Innenstadt startete um fünf nach zwölf eine Demonstration, an der laut Polizei etwa 30.000 Menschen teilnahmen.

Großdemonstration in Stuttgart
Klimademo in Stuttgart Bildrechte: imago images/7aktuell

In Köln blockierten Unbekannte kurz vor der Großdemo von Fridays for Future an mindestens 24 Schulgebäuden Eingangstüren oder Zufahrten zu Lehrerparkplätzen mit Ketten, Kabelbindern und Vorhängeschlössern.

Vor dem Hauptbahnhof in Stuttgart gab es in den Mittagsstunden eine zentrale Kundgebung.

Auch in zahlreichen Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gingen die Menschen auf die Straße. Allein in Dresden kamen rund 6.000 Demonstranten.

Australier waren die Ersten

Schüler der Bewegung School Strike for Climate Australia (SS4C) veranstalten ein 'Solidarity Sit-down' vor dem Parlament im Bundesstaat Victoria
Machten den Anfang der weltweiten Klimaproteste: Jugendliche in Australien Bildrechte: dpa

Den Anfang machten am frühen Morgen Tausende Menschen in Australien. In Sydney versammelten sich Hunderte Schüler und Aktivisten vor der Zentrale der Regierungspartei. Die Demonstranten warfen Premierminister Scott Morrison und seiner Regierung vor, durch Untätigkeit in der Klimakrise mitverantwortlich zu sein für die schlimmen Buschbrände, die seit Wochen im Südosten Australiens wüteten. "Ihr verbrennt unsere Zukunft", stand auf einem Plakat.

Demos auch in Japan

Auch in Asien und der Pazifikregion folgten Demonstranten einem Protestaufruf der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg. In Japans Hauptstadt Tokio zogen hunderte Demonstranten durch den Stadtteil Shinjuku. Hintergrund des weltweiten Aktionstages ist die am Montag in Madrid beginnende UN-Klimakonferenz.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. November 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. November 2019, 20:26 Uhr

31 Kommentare

Chrisbob vor 1 Wochen

Stellen Sie sich bitte Folgendes vor: Sie würden 1.000 Studien auswerten, die sich mit den Schallemissionen von Motorrädern auseinandersetzen. Ergebnis: in 97 % der Studien steht, dass je mehr Motorräder auf den Straße fahren, desto mehr fühlen sich die Anwohner beeinträchtigt.

Jetzt komme ich und untersuche Ihre Untersuchung danach, ob in den 1.000 Studien explizit steht, wie sich der Anteil der Beeinträchtigung ab einer Drehzahl von 6.850 U/min. auswirkt. Ergebnis: das steht nur in 3 der Studien (0,3 %).

Ihre 0,3 % haben folgende Aussagekraft: Null!

Wenn Sie erfahren möchten, welchen Anteil der Mensch an der Erwärmung seit 1950 hat, können sie im 5. Sachstandsbericht des IPCC eine deutliche Aussage finden: "Es ist äußerst wahrscheinlich [d.h. zu 95-100 Prozent sicher], dass der menschliche Einfluss die Hauptursache der beobachteten Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts war."

ralf meier vor 1 Wochen

Also bei Behauptungen wie ' Jeder Lehrer hat das Recht, seine Schwerpunkte nach seinen eigenen Vorstellungen zu vermitteln. ' möchte ich gerne bezweifeln, das Sie Lehrer sind. Sie haben vielleicht schon von Lernzielkatalogen gehört. Aber ich befürchte, Sie sind tatsächlich Lehrer und dürfen auf der 'Schule für alle' tatsächlich Ihre eigenen Vorstellungen und Schwerpunkte vermitteln. Natürlich nur, solange diese politisch korrekt sind.

ralf meier vor 1 Wochen

Für diejenigen, die immer noch wie Herr Gensing vom ARD Faktenfinder behaupten, 97% würden von einem menschengemachten Klimawandel ausgehen, hier ein paar Anmerkungen zur zugrunde liegenden Studie eines Herrn Powel.
'.
Er lies eine Suchmaschiene über die Titel und abstracts dieser 54.195 Artikel laufen. Zitat: 'Cook et al. used the Web of Science science-citation research site to review the titles and abstracts of peer-reviewed articles from 1991–2011 with the keywords “global climate change” and “global warming.” Jeden Artikel der diese Schlüssel im Titel oder abstract beinhaltete zählte er ohne weitere Prüfung als Bestätigung eines menschen gemachten Klimawandels.

Siehe dazu : European vom 09.08.2019 Artikel 'Warum Sie aus der Klimakirche austreten sollten'

Tatsächlich hat eine spätere Überprüfung von Cooks Metastudie festgestellt, dass nur 41bzw. 0,3 Prozent der von diesem untersuchten Studien zu der Ansicht kamen, „that most warming since 1950 is anthropogenic“.