Impfspritze liegt auf Impausweis
Durch umfassende Impfaktionen könnten Masern nach Ansicht der WHO weltweit ausgerottet werden. Bildrechte: Colourbox.de

WHO-Bericht Zahl der Masern-Fälle weltweit verdoppelt

Die Zahl der weltweit gemeldeten Masern-Erkrankungen hat sich 2018 auf fast 230.000 verdoppelt. Die WHO geht von über zwei Millionen Fällen aus. In Europa stieg die Zahl der Erkrankungen auf das Dreifache.

Impfspritze liegt auf Impausweis
Durch umfassende Impfaktionen könnten Masern nach Ansicht der WHO weltweit ausgerottet werden. Bildrechte: Colourbox.de

Die Zahl der Masern-Erkrankungen hat sich innerhalb eines Jahres weltweit verdoppelt. Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO am Donnerstag in Genf mitteilte, wurden 2018 offiziell 229.000 Fälle registriert. Im Vorjahr 2017 waren es nur etwa die Hälfte.

Tatsächliche Zahl über zwei Millionen

Masern Virus
Hervorgerufen werden Masern durch das gleichnamige Virus. Bildrechte: IMAGO

Die tatsächliche Zahl der Masern-Erkrankungen 2018 dürfte nach WHO-Angaben sogar die Zwei-Millionen-Marke überschritten haben. "Wir gehen davon aus, dass weltweit weniger als zehn Prozent aller Fälle gemeldet werden", begründete die Direktorin der WHO-Impfabteilung, Katherine O'Brien, die Differenz. Doch auch die Zahl der gemeldeten Fälle dürfte noch weiter steigen. Die endgültigen Zahlen für 2018 liegen laut WHO erst nach April dieses Jahres vor.

Verdreifachung in Europa

In der WHO-Region Europa stieg die Zahl der gemeldeten Masern-Fälle laut einer früheren Meldung des WHO-Büros Europa 2018 sogar um das Dreifache. Betroffen war demnach vor allem die Ukraine. In Deutschland war der Trend hingegen rückläufig: Nach gut 900 Masern-Fällen 2017 wurden im vergangenen Jahr bundesweit etwa 500 Fälle gemeldet.

Lebensbedrohliche Komplikationen möglich

Ein Baby erhält eine Impfung
Durch eine einfache Imfung können Masern verhindert werden. Bildrechte: dpa

Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit, an der vor allem Kinder erkranken. Die Krankheit wird durch den Masernvirus hervorgerufen. Symptome sind die typisch roten Hautflecken, Fieber und ein erheblich geschwächter Allgemeinzustand der Patienten. Außerdem können lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen auftreten. Auf den Philippinen waren nach Angaben des UN-Kinderhilfswerkes Unicef jüngst mehr als 20 Menschen an Masern gestorben.

Anstieg seit 2017

Die WHO will die Masern, die als vermeidbare Krankheit gelten, weltweit eliminieren. Sie verlangt dringend mehr Anstrengungen, jedes Kind zu impfen. Bis 2016 war die weltweite Zahl der Masern-Erkrankungen rückläufig. Seither steigt sie allerdings wieder deutlich an. Hauptprobleme bei der Bekämpfung der Krankheit sind laut WHO die zunehmende Zahl von Konfliktgebieten mit Migrations- und Flüchtlingsströmen sowie abgelegene Gebiete in armen Ländern. Dort werden nicht genügend Kinder geimpft.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Februar 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2019, 16:52 Uhr

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5 Kommentare

14.02.2019 20:56 konstanze 5

@3:
2014 : 442
2015 : 2.465
2016 : 325
2017 : 929
2018 : 543

14.02.2019 20:14 ach so 4

@1; Windpocken erkennt man an den Pusteln!

14.02.2019 20:09 Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, ... 3

"In Deutschland war der Trend hingegen rückläufig: Nach gut 900 Masern-Fällen 2017 wurden im vergangenen Jahr bundesweit etwa 500 Fälle gemeldet. "

mich interessiert viel mehr, wieviele es 2014 waren ;-)

14.02.2019 19:26 Lieber Seuchen..... 2

...statt Impfpflicht ist die Devise unserer Politiker.
Was in der DDR richtig war, muss heute einfach falsch sein.
Der freie und mündige Bürger darf zwar entscheiden, ob er sich impfen lässt, oder lieber das Risiko eingeht, sich und seine Mitmenschen zu gefährden. Aber wie wir zu sterben haben, dass schreibt man uns vor. Ein langwieriger Pflegefall bringt halt mehr Profit als ein oder zwei Impfdosen.

14.02.2019 17:16 Wachtmeister Dimpfelmoser 1

Das Kind sieht eher nach Windpocken aus!?