Gemeindebau Marx-Hof
Klassiker des sozialen Wohnungsbaus in Wien - der Marx-Hof aus dem Jahr 1930 Bildrechte: imago/viennaslide

Sozialer Wohnungsbau Wien setzt fünf Euro als Höchstmiete fest

Auch die österreichische Hauptstadt hat mit steigenden Einwohnerzahlen zu kämpfen. Damit Wohnen bezahlbar bleibt, hat die Stadtregierung eine neue Bauordnung erlassen - mit drastischen Vorschriften.

Gemeindebau Marx-Hof
Klassiker des sozialen Wohnungsbaus in Wien - der Marx-Hof aus dem Jahr 1930 Bildrechte: imago/viennaslide

Im Kampf um bezahlbare Mieten fördert die österreichische Hauptstadt Wien den sozialen Wohnungsbau mit einem drastischen Schritt.

Zwei Drittel müssen Sozialwohnungen sein

Bei künftigen Bauprojekten darf nur noch ein Drittel der Wohnnutzfläche frei finanziert werden, zwei Drittel der Fläche bleiben geförderten Wohnungen vorbehalten. Die am Donnerstag vom Wiener Landtag beschlossene Regelung sieht auch eine Nettohöchstmiete von fünf Euro pro Quadratmeter bei den geförderten Wohnungen vor.

Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal erklärte, man bekämpfe damit die Hauptursache der Kostenexplosion beim Wohnen, nämlich die Spekulation mit Grund und Boden, und schaffe dadurch mehr leistbaren Wohnraum.

Hausbesitzer und Wirtschaft kritisieren

Kritik kam vom Österreichischen Haus- und Grundbesitzerbund. Damit werde die Fortführung der bisher regen Bautätigkeit in Wien zunichte gemacht. Auch die Wirtschaftskammer erklärte, viele Projekte würden sich nun nicht mehr rechnen. Bisher war bei Neubauprojekten jeweils die Hälfte der Fläche als sozialer Wohnungsbau auszuweisen.

Das rot-grün regierte Wien hat eine lange Tradition im sozialen Wohnungsbau, die in die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg zurückreichen. Derzeit leben in der knapp zwei Millionen Einwohner zählenden Stadt rund 500.000 Menschen in geförderten Wohnungen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. September 2018 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. November 2018, 19:31 Uhr

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36 Kommentare

08.04.2019 17:51 Peter 36

@35 Querdenker: Es wäre redlich gewesen, die von Ihnen benannte Meldung aus der Süddeutschen Zeitung mit einer Jahreszahl zu versehen. Ich hole es nach: Sie stammt aus dem Jahre 2013.
Aktueller ist da schon eine Meldung beim MDR von 2018: "Für das Jahre 2018 stehen der Landeshauptstadt insgesamt 18,5 Millionen Euro zur Verfügung. Für 2019 sind 35,9 Millionen Euro Förderung. Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) will in den nächsten zwei Jahren 1.000 Wohnungen bauen. "Dies ist das größte Wachstumsprogramm seit Gründung des Unternehmens 1990/91", erklärte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung im Sommer 2018. Für ein Drittel der neuen Wohnungen sollten Fördermittel für mietpreisgebundene Wohnungen eingesetzt werden."

08.04.2019 17:07 Querdenker 35

(Pseudo-) Sozialer Wohnungsbau sieht in Deutschland wie folgt aus:

siehe „sueddeutsche Sozialer Wohnungsbau - Länder zweckentfremden öffentliche Gelder“
Zitat: „Sie erhalten Zuschüsse in Millionenhöhe, doch Sozialwohnungen bauen einige Bundesländer trotzdem nicht.“

siehe „mdr Wien: Staat subventioniert Wohnraum mit hunderten Millionen Euro“
Zitat: „In Deutschland fallen viele Wohnungen hingegen nach einer gewissen Laufzeit aus der sozialen Bindung heraus.“

Die Auswirkungen sind:

siehe „berliner-kurier Abgrasen und weiterziehen: Das Berliner Heuschrecken-Monopoly“

08.04.2019 09:51 Peter 34

@31 Bingo: Ihnen scheint allerdings entgangen zu sein, dass die Berliner GroKo den Ländern 2 Mrd. Euro zusätzlich für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt hat.
Und noch was: Im SPD-geführten Leipzig hat die Stadt Investoren, die 2.000 Wohnungen bauen wollen, verpflichtet, davon ein Drittel als Sozialwohnungen zu errichten.

08.04.2019 08:48 steffen_jg63 33

Die Verknappung von Wohnraum durch Abriss in den 90er Jahren war vermutlich falsch. Andererseits frage ich mich, warum jemand in seinem Kietz bleiben will, obwohl der sich vom Arbeiter-zum Schickimicki-Viertel verändert hat. In den städtischen Randlagen lassen sich die Vorteile einer Großstadt genauso gut nutzen. Wer seine DDR-Verhältnisse wieder haben will, sollte sich an die alten verkommenen Straßenzüge zurückerinnern.

08.04.2019 08:07 Halligalli 32

Reglementierung ist der falsche Weg, dann werden weniger Wohnungen gebaut!

08.04.2019 08:06 Bingo 31

In Wien, ist man hält in vielen Dingen schlauer als in Merkels Berlin.Auch wenn man sich die Merkelregierung, für schlauer hält.Sie ist es nicht....

07.04.2019 06:47 Querdenker 30

In der Weimarer Verfassung von 1919 im Artikel 155 wurde das staatliche Ziel formuliert, „jedem Deutschen eine gesunde Wohnung“ zu sichern.

In Deutschland scheinen wir davon ziemlich weit entfernt zu sein. Das Recht auf eine Wohnung gehört ins Grundgesetz. Das wäre die Menschenwürde zu achten.

Stattdessen passiert im jahrelang SPD regierten Rheinland-Pfalz folgendes:

siehe „fokus Jobcenter schickt Rentner auf Campingplatz Armutszeugnis für unser Land“

24.11.2018 18:32 Frank 29

@ 25: Also in Ihrem Beitrag schwingt eine Menge von Sozialnostalgik mit. Glauben Sie ernsthaft ein Gutverdiener bemüht sich um eine geförderte Wohnung? Der hat ganz andere Ansprüche an Wohnkomfort und Wohnumwelt. Die finanziert er über Wohneigentum und dort endet die Bevormundung durch den Gesetzgeber. Ich bin seit Jahren heilfroh dieser sozialen Durchmischung ,ala DDR, entkommen zu sein. Nie wieder!

24.11.2018 16:26 Fragender Rentner 28

@Jakob zu 25

So geht das nicht mehr in Deutschland, Durchmischung wie du schreibst, ist nicht erwünscht.

War nur in der exDDR möglich wo der Prof. oder Ing. neben dem kleinen Arbeiter wohnte und das noch im Plattenbau.

24.11.2018 16:23 Fragender Rentner 27

Na so ein Gesetz, dass geht gar nicht mit so einer Regierung in Deutschland, die vom Volk doch nur das Beste möchte?

Vielleicht nur mit einer linken Regierung und wie in Österreich mit einer etwas rechten Regierung?