Demo in Madrid gegen sozialistische Regierung
Spaniens Behörden zählten 45.000 Menschen auf der Plaza de Colón in Madrid. Bildrechte: dpa

Spanien Zehntausende demonstrieren in Madrid gegen Regierung

Mit einer Großkundgebung in Madrid hat die konservative OIpposition in Spanien gegen die Regierung mobil gemacht. Sie wirft Ministerpräsident Sánchez vor, zu sehr von katalanischen Separatisten abhängig zu sein.

Demo in Madrid gegen sozialistische Regierung
Spaniens Behörden zählten 45.000 Menschen auf der Plaza de Colón in Madrid. Bildrechte: dpa

In der spanischen Hauptstadt Madrid haben zehntausende Menschen am Sonntag gegen die Minderheitsregierung des Sozialisten Pedro Sánchez demonstriert. Die spanischen Behörden bezifferten die Teilnehmerzahl auf 45.000.

Konservative werfen Regierung Nachsichtigkeit vor

Zu der Kundgebung auf der zentralen Plaza de Colón hatten die konservativen Oppositionsparteien und die rechtspopulistische Vox aufgerufen. Unter dem Motto "Für ein vereintes Spanien: Wahlen jetzt!" warfen die Demonstranten der Regierung in erster Linie vor, bei den Verhandlungen mit der separatistischen Regionalregierung Kataloniens zu nachgiebig zu sein.

Der Platz war in die rot-gelben Farben der spanischen Nationalflagge getaucht. Viele Teilnehmer waren mit kostenlos zur Verfügung gestellten Bussen auch aus anderen Landesteilen angereist. Unter dem Jubel der Menge wurde ein Manifest verlesen: "Wir sind nicht mehr bereit, weitere Zugeständnisse an die zu machen, die unser Land zerstören wollen", hieß es darin.

Verärgerung über ausbleibende Neuwahl

Sánchez war im vergangenen Juni nach einem Misstrauensvotum gegen seinen konservativen Vorgänger Mariano Rajoy auch mit den Stimmen separatistischer Parteien aus Katalonien ins Amt gekommen. Seine Minderheitsregierung ist seitdem auf deren Stimmen angewiesen. Viele Bürger sind zudem verärgert, weil Sánchez bisher noch keine Neuwahl angesetzt hat, obwohl er  das nach seinem Amtsantritt angekündigt hatte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Februar 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2019, 15:21 Uhr

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10 Kommentare

11.02.2019 14:22 Dieter 10

L. Trommer:
"2 rechtsextreme Parteien"- das scheint Ihr Spektrum wohl arg verschoben, überall Nazis und Rechtsextreme.
"46000 angekarrt- zum Konzert mit der Fatten Sahne in Chemnitz war ankarren (auf Staatskosten) okay?--

Sanchez ist nur durch den Misstrauensantrag zur Macht gekommen- er hat im Land wahrscheinlich keine Mehrheit. Ein bürgerlich-rechte Regierung in Spanien wäre auch für uns von Vorteil. Dann könnte nach Italien der zweite große Schlepperweg nach Europa geschlossen werden.

11.02.2019 01:53 Kritischer Bürger 9

Hier sollte sich die Frage gestellt werden: Welche Region in Spanien ist am besten mit Geld und Wirtschaft ausgestattet. Wer auf Katalonien angewiesen ist kann eben nicht einfach Neuwahlen anstreben, die wie hier in D, mit ungewisserem Ausgang, als die vergangene Wahl überschattet sein könnten! Abgesehen von dem Posten und seinem sicher auch verträglichen Auskommen in finanzieller Hinsicht!

10.02.2019 20:29 L. Trommer 8

Der Protest der drei rechtsextremen Parteien gegen die Sanchez-Regierung war ein Reinfall, denn es gelang ihnen nur, rund 45.000 Menschen in der Hauptstadtregion zu versammeln. Nicht unerwähnt darf hierbei bleiben, dass die Teilnehmer aus ganz Spanien mit Gratis-Bussen nach Madrid verfrachtet wurden. +++ Angesichts von Demonstrationen in Katalonien, wo immer wieder ein bis zwei Millionen Menschen auf die Straße gehen, ist die Versammlung in Madrid mehr als dürftig – und das ist auch gut so!

10.02.2019 19:11 NRW-18 7

Wie sagte ein sehr intelligenter Mann und brillianter Redner aus Nienburg, der jetzt im kanadischen Nova Scotia wohnt über die Deutschen?
"Satt geht nicht auf die Straße"

10.02.2019 18:55 Werner 6

@optinator 2: Nicht ganz richtig. Das spanische "TVE"(*) hatte schon heute Vormittag eine Dauer-Live-Schaltung mit Laufzeile - alles bestens Durchorganisiert. Das waren "Gegen-Demonstranten" der ehemaligen konservativen Regierung Mariano Rajoy, die man mit Bussen und Transparenten organisiert angekarrt hatte. Mit Spanischen und EU-Fahnen. (*) "Journalisten des spanischen Staatskanals TVE haben in Brüssel Beschwerde gegen ihren eigenen Sender eingereicht. Sie bezeichneten TVE als „Propagandainstrument im Dienst der Regierung“. Kritische Berichte über Korruption in der Regierung werden unterdrückt, Oppositionsparteien wie Podemos oder Befürworter der katalanischer Unabhängigkeit würden BEWUSST SCHLECHT DARGESTELLT... Nach Ansicht der unabhängigen Mitarbeiter-Vertretung finde bei TVE eine ideologische Kontrolle der Informationsangebote durch die neuen Verantwortlichen statt..." DWN 28.04.15

10.02.2019 18:23 Maxmoritz 5

Das sind doch Hunderttausende..., wie in Rom und Paris, oder?

10.02.2019 18:15 Martin Vomberg 4

@ REXt

Können Sie Ihre Behauptung auch konkret (bezogen auf Spanien) belegen, oder haben Sie das einfach nur mal so schnell hingeschwiemelt, weil es so schön der populistischen Stimmungsmache dienen könnte?

10.02.2019 16:28 Historiker 3

Der Sozialist Sánchez wurde nicht gewählt. Nur durch ein Misstrauensvotum kam er an die Macht und konnte bleiben, da er mit den Separatisten aus Katalonien kollaboriert, die seine Minderheitsregierung stützen. Es müssen nun demokratische Wahlen angesetzt werden und zwar schnell. Das Heranbringen von Unterstützern mit kostenlosen Bussen gibt es natürlich überall.

10.02.2019 14:53 optinator 2

Überall gehen die Menschen auf die Straße gegen die elitären Kräfte welche versuchen zu regieren.

Nur in Deutschland packt man jetzt schon die Sachen für die Frühschicht bzw. den Wochenstart.

10.02.2019 14:20 REXt 1

Ja, ja, sind sie einmal in Amt u. Würden , treten sie die Demokratie mit Füßen!