Alexa hört mit Ermittler sollen Daten von Smart-Home-Geräten auswerten

Die Innenminister planen offenbar einen Lauschangriff auf Alexa, Siri und Co. Sogar Daten internetfähiger Kühlschränke sollen für Ermittlungen ausgewertet werden. Ein entsprechender Vorstoß soll Mitte Juni präsentiert werden.

Alexa
Digitale Spuren bei Alexa, Siri und Co sollen künftig von Ermittlern ausgewertet werden dürfen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ermittler sollen künftig auch digitale Spuren aus dem Smart-Home-Bereich auswerten und vor Gericht als Beweismittel verwenden dürfen. Das Bundesinnenministerium bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Digitale Spuren nutzen

Ein Ministeriumssprecher sagte, die digitalen Spuren etwa von Sprachassistenten oder internetfähigen Kühlschränken würden für die Strafverfolgung immer wichtiger. Sie dürften Ermittlern nicht verschlossen bleiben.

Union und SPD unterstützen Vorstoß

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zufolge haben sich die Innenstaatssekretäre von Union und SPD vergangene Woche bereits darauf verständigt, den entsprechenden Vorschlag aus Schleswig-Holstein zu unterstützen. Die Innenminister tagen vom 12. bis 14. Juni in Kiel.

Ob Geheimdienste diese Dienste bereits nutzen - zu dieser Frage war die Bundesregierung zuletzt eine Antwort schuldig geblieben, wie das ARD-Magazin "Kontraste" im April berichtete.

Digitale Spuren für Aufklärung nutzen

Internetverbundene Fernseher, Kühlschränke oder Sprachassistenten wie Alexa oder Siri sammeln permanent wertvolle Daten. Diese könnten für Sicherheitsbehörden von Bedeutung sein.

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zufolge kommt diesen digitalen Spuren vor allem bei der Aufklärung von Kapitalverbrechen und terroristischen Bedrohungslagen immer mehr Bedeutung zu. Sie sollten deshalb gesichtet und ausgewertet werden dürfen - unter der Voraussetzung, dass eine richterliche Anordnung dazu vorliege.

Opposition schlägt Alarm

Die Opposition kritisierte den Vorstoß. Der FDP-Innenexperte Benjamin Strasser warnte vor einem ausufernden Schnüffelstaat, der Zugriff auf privateste Kommunikation und Lebensbereiche beanspruche.

Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz sprach von millionenfachen Wanzen in unseren Wohnungen. Die AfD-Digitalpolitikerin Joana Cotar warnte vor einer Überwachungsgesellschaft, die orwell'sche Zustände übertreffe.

Ministerium räumt Bedenken ein

Der Sprecher des Bundesinnenministeriums räumte Bedenken ein, die mit der Vorlage verbunden seien. Für die Auswertung von Daten aus smarten Heimgeräten gebe es noch keine Rechtsgrundlage. Ausdrücklich verwies er auf Datenschutzbedenken. Bei der Vorlage für die IMK handele es sich nur um einen ersten Einstieg in die Diskussion.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. April 2019 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juni 2019, 15:20 Uhr

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16 Kommentare

07.06.2019 08:31 Marcus 16

Der Wahnsinn. Einstmals fielen die Mauern zwischen Ost und West und niemand im Westen verstand, ideologisch, wie ein Regime seine Bürger derart überwachen konnte. Die Stasi, die Gestapo, China und und und. Auf diese Institutionen und Länder wird nach deutscher Manier mit erhobenem Finger gezeigt. Jetzt wollen die Groko Parteien dasselbe errichten, einen Überwachungsstaat. Schöne neue Welt...

06.06.2019 09:23 Klaus Bengen 15

Benutzen Verbrecher und Terroristen Alexa bzw. andere Sprachassistenten zwecks Straftaten?

Wie naiv :-(

05.06.2019 22:17 Sabine 14

Tja. Das hat man davon, wenn man immer dieselben Politiker wählt und gerne weiter über sie schimpft, statt mal kleine Parteien zu wählen, die sich Daten-, und damit Menschenschutz, auf die Fahne geschrieben haben.
Noch viel verstörender finde ich allerdings, dass anscheinend viele der Nutzer von Alexa und Co nicht mal vertrauen in die Dinger haben. Wir leben hier in Freiheit. Wollen wir das beibehalten und richtigerweise mit Schrecken an die DDR zurückdenken? Oder lassen wir uns gerne freiwillig bespitzeln. Jeder Chinese würde einem dafür ne saftige Ohrfeige verpassen. Langsam glaube ich den Deutschen geht es noch immer zu gut in diesem Land.

05.06.2019 21:53 Walter 13

Selbst schuld wer diese Dinge im Haushalt hat!

05.06.2019 20:59 Klarheit 12

der Überwachungs/Gesinnungsstaat lässt grüßen , bis in die letzte kleine Ecke soll der Bürger belauscht und ausspioniert werden - wird er wahrscheinlich schon ........

05.06.2019 20:58 colditzer 11

Bevor man Kühlschrank, Rasenmäher, Kaffeemaschine und Alexa auswertet, sollte man mal ganz simpel beginnen:
...Kleinhirn an Großhirn...(frei nach Otto).

05.06.2019 20:07 Enrico Pelocke 10

Wenn man damit Verbrecher schnappen kann, sollen sie es nutzen. Mir ist es lieber, wenn die Verbrecher eingesammelt werden. Typisch, daß nun FDP und AfD dagegen sind.

05.06.2019 17:51 Werner 9

"Die Innenminister planen offenbar einen Lauschangriff auf Alexa, Siri und Co. "
Ein Angriff AUF Alexa & Co.? Falsche Aussage zur Irreführung und Ablenkung, dass es keinen Angriff auf Alexa & Co., wie auch immer man die Büchsen außer Betrieb, oder zerkloppen will, sondern die Bürger gibt, die man damit gleichzeitig unter Generalverdacht als Kriminelle oder Terroristen stellt. Das schließt sich logisch schon mal aus, denn nach einem Angriff auf Alexa & Co., wären die Dinger dann nutzlos, und mit Google & Co., die erfolgreichen Steuernvermeider, und den USA, ist nicht zu Spaßen. Also, zukünftig bitte andere, und bessere Ausreden benutzen, sonst könnte das neue Landes-Antidiskriminierungsgesetz (Berlin macht den Anfang) "erbarmungslos zuschlagen"..... denn es ist prinzipiell nichts Anderes, als der genannte Generalverdacht zur Diskriminierung.

05.06.2019 16:50 Fragender Rentner 8

@Wachtmeister Dimpfelmoser zu 6

Du hast wo nicht mitbekommen, dass es alle vernetzten Geräte im Haushalt betreffen soll und nicht nur Alexa.

05.06.2019 16:48 Fragender Rentner 7

Muß da jetzt jeder solche Geräte anschaffen?

Oder bekommen wir sie jetzt geschenkt und jemand schließt sie noch an, damit es auch klappt?