Pandemie Diese Corona-Auflagen gelten in Deutschland und in Mitteldeutschland

Mit dem Ziel, die Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 zu drücken, haben Bund und Länder vereinbart, den Lockdown vorerst bis 14. Februar zu verlängern und zu verschärfen. Die neuen Regelungen im Überblick.

Auf diese Corona-Schutzmaßnahmen haben sich Bund und Länder geeinigt.

Sie gelten nun bis zum 14. Februar 2021:

Die wichtigsten Regeln kompakt - Arbeitgeber werden verpflichtet, mehr Homeoffice zu ermöglichen.
- Beim Einkaufen und im ÖPNV dürfen nur noch medizinische Masken (OP-Masken, FFP2-Masken) getragen werden.
- Der Einzelhandel mit Ausnahme von Geschäften für den täglichen Bedarf bleibt geschlossen.
- Schulen und Kitas bleiben geschlossen.
- Alkoholverbot in der Öffentlichkeit.
- Gastronomie und Hotels dürfen nur außer Haus verkaufen.
- Staatliche Hilfen für betroffene Unternehmen und Soloselbstständige werden ausgebaut.
- Maskenpflicht an allen Orten mit Publikumsverkehr – auch unter freiem Himmel sowie am Arbeitsplatz, wenn kein Abstand eingehalten werden kann.
- Kultur-, Sport-, Freizeiteinrichtungen bleiben dicht.
- Ausgangsbeschränkungen/-sperren ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sind möglich.

Ausweitung der Maskenpflicht

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wird die Maskenpflicht verschärft. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beschlossen. Demnach müssen in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften künftig medizinische Masken getragen werden. Das sind sogenannte OP-Masken oder solche mit dem höheren Standard FFP2. Zur Begründung verwies Merkel auf die große Sorge durch die Ausbreitung mutierter Virusvarianten. Ab wann die Neuregelung gilt, legen die Länder in den jeweiligen Coronaschutzverordnungen fest.

Die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken soll auch in Gottesdiensten gelten. Wer kann, solle so einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz in allen Situationen mit Menschen in geschlossenen Räumen tragen. Alltagsmasken (also Stoffmasken) bieten demnach nicht ausreichend Schutz.

Homeofficepflicht und Hilfen

Es sollen mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten. Am 27. Januar soll dazu eine neue Homeoffice-Verordnung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil in Kraft treten. Das Kabinett hat die Verordnung bereits gebilligt. Demnach werden Arbeitgeber verpflichtet, ihren Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen, wenn keine zwingenden Gründe dagegen sprechen. Zudem sollen in den Betrieben strengere Regeln gelten. Pro Person müssen zehn Quadratmeter Arbeitsplatz zur Verfügung stehen. Die Regelungen sind zunächst bis zum 15. März befristet.

Geschäfte und Dienstleistungen

Der Einzelhandel bleibt in weiten Teilen geschlossen. Das gilt auch für Friseursalons, Kosmetikstudios und andere Dienstleistungsbetriebe.

Weiter öffnen dürfen:

  • der Lebensmittel-Einzelhandel
  • Wochenmärkte und Direktvermarkter für Lebensmittel
  • Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte
  • Reformhäuser, Apotheken, Sanitätshäuser
  • Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker
  • Tankstellen, Kfz- und Fahrradwerkstätten
  • Banken und Sparkassen sowie Poststellen
  • Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkaufsläden
  • Tierbedarfs- und Futtermittelmärkte
  • der Großhandel

Schulen und Kindertagesstätten

Schulen und Kitas bleiben weiter geschlossen, die Präsenzpflicht ist ausgesetzt. Ausnahmen für Abschlussklassen sollen weiter möglich sein. Außerdem werden die Winterferien je nach Bundesland verschoben oder verkürzt.

Wenn Eltern wegen der Schließung von Schule und Kita nicht zur Arbeit gehen können, haben sie zusätzliche 20 Tage Anspruch auf Kinderkrankengeld, Alleinerziehende 40 Tage.

Kontaktreduzierung

Seit dem 11. Januar gilt eine Verschärfung der Kontaktreduzierung. Private Zusammenkünfte sind nur noch mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet.

Außerdem wurde die Ausnahme für Kinder unter 14 Jahren aufgehoben. Das bedeutet, dass Familien niemanden mehr besuchen dürfen und nur Besuch in der Regel von maximal einer nicht im Haushalt lebenden Person empfangen dürfen.

15-Kilometer-Radius und Ausgangssperre

Eine bundesweite Ausgangssperre konnte die Bundesregierung nicht durchsetzen. Eine Begrenzung der Freizügigkeit gilt allerdings bereits jetzt und auch weiterhin in Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg sowie in Gebieten mit sehr hohen Infektionszahlen. Das gleiche gilt für die 15-Kilometer-Regel.

Bundesregierung und Länder einigten sich lediglich auf einen Passus, in dem festgehalten wird, dass in Regionen mit hohen Infektionszahlen zusätzliche weitere Maßnahmen verhängt werden können. Welche dies sein können, wird nicht erwähnt.

Gastronomie

Das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit ist verboten. Verstöße werden mit einem Bußgeld belegt. Die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause durch Gastronomiebetriebe bleiben möglich. Zudem werden Betriebskantinen geschlossen, dürfen aber Essen zum Mitnehmen ausgeben. Der Verzehr vor Ort wird untersagt.

Alten- und Pflegeheime

In Alten- und Pflegeheimen sowie für mobile Pflegeteams sind Corona-Schnelltests für Mitarbeiter und Besucher verpflichtend. Die Praxis kann in den Ländern unterschiedlich gestaltet werden.

Wirtschaftshilfen

Die Überbrückungshilfe III des Bundes wird verbessert. Das sind Zuschüsse zu den Fixkosten, wenn Unternehmen einen deutlichen Umsatzrückgang wegen der Pandemie nachweisen können. So sollen unter anderem die Zugangsvoraussetzungen vereinfacht und die monatlichen Förderhöchstbeträge für Unternehmen und Soloselbstständige deutlich angehoben werden. Die sogenannte Neustarthilfe soll von 25 Prozent auf 50 Prozent des Vergleichsumsatzes erhöht werden. Auch die Betriebskostenpauschale wird angehoben. Neu ist, dass auch nicht ständig Beschäftigte wie Schauspieler die Neustarthilfe beantragen können. Auch will der Bund die Abschlagszahlungen spürbar erhöhen.

Die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags wird für Unternehmen, die Anspruch auf Hilfszahlungen haben und rechtzeitig einen aussichtsreichen Antrag gestellt haben, bis Ende April ausgesetzt.

Regelungen in Sachsen

Sachsen verzeichnet seit Wochen bundesweit mit die höchsten Inzidenzen. Die Landesregierung ordnete deshalb einen landesweiten harten Lockdown an, der seit dem 14. Dezember gilt. Nun wurden einige Maßnahmen an die Bund-Länder-Vereinbarungen von Anfang Januar angepasst, die Winterferien verschoben (siehe weiter unten) und auch der Lockdown verlängert und verschärft. In Sachsen gelten bis zum 14. Februar folgende Auflagen:

  • Ab Donnerstag, 28. Januar, müssen beim Einkaufen und im Öffentlichen Nahverkehr FFP2- oder OP-Masken getragen werden. Wo es die Tätigkeiten zulassen, sollen Arbeitgeber verpflichtet sein, Homeoffice zu ermöglichen.
  • Seit Montag, den 11. Januar, sollen Kontakte auf maximal eine nicht im Haushalt lebende Person oder auf den Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes beschränkt werden. Neu ist auch die Ausnahme: Um die Betreuung von Kindern unter 14 Jahren sicherzustellen, dürfen sich Familien oder Nachbarn helfen. Dann dürfen sich diese Kinder und maximal zwei Hausstände treffen. 
  • Das Verlassen der häuslichen Unterkunft ohne triftigen Grund ist weiterhin untersagt. Triftige Gründe sind: der Weg zur Arbeit, Schule, Kita, Arzt; Einkaufen und wichtige Dienstleistungen im Umkreis von 15 Kilometern; Sport und Bewegung im Freien im 15-km-Radius; Besuch des Kleingartens oder Grundstücks; Besuche und Unterstützung Hilfsbedürftiger; Begleitung Sterbender sowie Beerdigungen
  • nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr
  • weitgehende Schließung von Schulen und Kitas; Abschluss- und Vorabschlussklassen sollen ab 18. Januar in geteilten Gruppen die Schule wieder besuchen dürfen, in Kitas und Horten gibt es eine Notversorgung -> NEU: Elternbeiträge für Kita, Hort oder Tagespflege werden für den Zeitraum ab 14. Dezember 2020 erstattet. Das gilt aber nur, wenn die Notbetreuung nicht in Anspruch genommen wird.
  • Betriebskantinen müssen schließen. Wo das nicht geht, bspw. in Produktionsbetrieben, müssen die Unternehmen Hygienekonzepte erarbeiten.
  • Es gilt eine allgemeine Maskenpflicht außerhalb der Wohnung auch im Freien sowie am Arbeitsplatz, wo kein Abstand eingehalten werden kann.
  • Einzelhandel: Nur Supermärkte sowie Geschäfte zur Grundversorgung bleiben offen (inklusive Bäcker, Fleischer, Gemüse-, Getränkehändler, Tierbedarf, Tankstellen, Apotheken und andere wichtige Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe); Baumärkte werden geschlossen mit Ausnahmen für Handwerker.
  • Schließung von Friseuren; "nicht notwendige körpernahe Dienstleistungen" sind vollständig untersagt.
  • strenge Besuchsregeln in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen
  • Grenzpendler zwischen Deutschland und Tschechien bzw. Polen müssen einmal pro Woche einen Corona-Test vorlegen. Die Regelung gilt seit dem 18. Januar. Sachsen will Corona-Tests aus Polen und Tschechien akzeptieren.

Außerdem hat sich die sächsische Regierung darauf geeinigt, die Winterferien vorzuziehen und auf eine Woche zu verkürzen. Die Ferienwoche liegt damit in der Zeit vom 1. bis 7. Februar. Anschließend ist vom 8. bis 12. Februar weiter häusliche Lernzeit geplant. Die gestrichene zweite Ferienwoche soll dann vor Ostern nachgeholt werden. Die Osterferien beginnen damit am 29. März und dauern bis 11. April.

Kinder von Familien, die in den ursprünglichen Winterferien zwischen dem 8. und 21. Februar Urlaub gebucht haben, sollen dem sächsischen Bildungsminister Christian Piwarz zufolge von der Präsenzpflicht freigestellt werden.

Unter der Voraussetzung, dass die Infektionszahlen sinken, soll ab dem 15. Februar der Unterricht wieder für alle Schulklassen beginnen. Dann ist nach bisherigem Stand Unterricht nach dem Wechselmodell geplant. Rund 50.800 Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen an Oberschulen und Gymnasien in Sachsen gehen bereits wieder in ihre Schulen.

Regelungen in Thüringen

Thüringen hat sich den bundesweiten Regelungen angepasst und den Lockdown bis zum 14. Februar verlängert. Das Land will in der neuen Verordnung weitgehend die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz übernehmen: Eine Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar und eine strengere Maskenpflicht in Supermärkten sowie Bussen und Bahnen. Die neue Verordnung tritt voraussichtlich am Dienstag, den 26. Januar, in Kraft. Folgende Regelungen gelten seit Sonntag, den 10. Januar:

  • Kontakte sollen auf maximal eine nicht im Haushalt lebende Person oder auf den Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes beschränkt werden.
  • Die Landesregierung erlässt allerdings keinen pauschalen 15-Kilometer-Bewegungsradius rund um Wohnort oder Arbeitsplatz. Stattdessen gibt es die Empfehlung, alle Versorgungsgänge und sonstigen Aktivitäten (zum Beispiel Sport) "wohnortnah", also innerhalb eines Radius von 15 Kilometern, zu erledigen. Ausnahmen kann jeder Kreis beschließen: So hat Hildburghausen die 15-km-Regelung ab 10. Januar eingeführt.
  • Schließung der meisten Geschäfte im Einzelhandel und von Dienstleistungsbetrieben. Ausgenommen sind Läden, die Waren zur Grundversorgung verkaufen, also Lebensmittelgeschäfte, Getränkemärkte, Apotheken, Drogerien, Geschäfte für Tierbedarf. Dienstleister wie Frisöre, Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoo-Studios müssen ebenfalls schließen.
  • Schulen und Kindertagesstätten bleiben weitgehend bis Ende Januar geschlossen. Auch die Notbetreuung soll eingegrenzt werden. Demnach haben nur Eltern einen Anspruch darauf, die keine andere Alternative und einen mit der Pandemie verbundenen Beruf haben.
  • Landesweit gilt eine nächtliche Ausgangsbeschränkung zwischen 22 Uhr und 5 Uhr. In dieser Zeit darf die Wohnung nur aus triftigen Gründen verlassen werden.
  • Verbot des Ausschanks und Konsums von Alkohol in Innenstädten sowie an Treffpunkten unter freiem Himmel
  • Einstellung des Betriebs in Sportstätten, Volkshochschulen, Musikschulen und in der Erwachsenenbildung
  • Maskenpflicht bei Gottesdiensten
  • Kliniken sind aufgerufen, alle Kräfte auf die Versorgung von Covid-19-Patienten zu konzentrieren.
  • Bewohner in Alten- und Pflegeheimen dürfen pro Tag nur einen Besucher empfangen.

Thüringenweit gilt laut Coronaverordnung bereits:

  • Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in allen öffentlich zugänglichen geschlossenen Räumen sowie unter freiem Himmel in Innenstädten mit Publikumsverkehr, vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen, in Arbeits- und Betriebsstätten sowie auch am Arbeitsplatz, wenn 1,5 Meter Abstand nicht eingehalten werden können.
  • Beschränkung der Kundenzahl in Supermärkten und Geschäften je nach Verkaufsfläche
  • Kommunale Behörden erlassen ab einer Inzidenz von 100 beziehungsweise 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen noch striktere Maßnahmen, beim Absinken unter den Inzidenzwert 50 können die Regelungen gelockert werden.

In Thüringen werden die Winterferien vorgezogen. Sie gehen nun vom 25. bis zum 30. Januar. Ursprünglicher Termin war der 8. bis 13. Februar. Die Zeugnisausgabe wird vom 5. Februar auf den 19. Februar verschoben.

Im Februar soll in den Schulen dann wieder im eingeschränkten Regelbetrieb unterrichtet werden. Eine Ausnahme gilt für die Abschlussklassen, die vorher in die Schulen zurückkehren können.

Regelungen in Sachsen-Anhalt

Auch Sachsen-Anhalt hat gemäß der jüngsten Einigung von Bund und Ländern den harten Lockdown bis zum 14. Februar verlängert und verschärft. Seit dem 25. Januar gelten folgende Regeln in Sachsen-Anhalt, die sich an den jüngsten Entscheidungen von Bund und Ländern orientieren:

  • Im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen müssen FFP2- oder OP-Masken getragen werden, Stoffmasken reichen nicht mehr.
  • Arbeitgeber werden stärker verpflichtet, ihren Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen.
  • Kontakte sollen auf maximal eine nicht im Haushalt lebende Person oder auf den Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes beschränkt werden. Diese Regel bleibt bestehen, wird aber um den Zusatz ergänzt, dass Kinder unter drei Jahren nicht mehr bei der Personenzahl mitzählen.
  • Auch in Sachsen-Anhalt dürfen sich seit dem 25. Januar Familien oder Nachbarn bei der Kinderbetreuung helfen. Kinder bis 14 Jahre dürfen demnach in maximal zwei Haushalten betreut werden. Dabei sollen möglichst feste Betreuungsgruppen gebildet werden. Eltern könnten sich beim Aufpassen auf die Kinder zum Beispiel mit einem Haushalt in der Nachbarschaft abwechseln.
  • Der für Hotspots (Sieben-Tage-Inzidenz über 200 Fällen pro 100.000 Einwohnern) beschlossene Bewegungsradius von 15 Kilometern um den eigenen Wohnort gilt auch in Sachsen-Anhalt.
  • Hotels sind für berufliche und familiäre Reisen aus wichtigem Grund geöffnet.
  • Gottesdienste sind möglich, wenn strenge Auflagen beachtet werden.
  • Bis auf die Grundversorgung werden alle Einkaufsmöglichkeiten eingeschränkt. Außerdem geöffnet bleiben der Lebensmittelhandel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker und Tankstellen.
  • Von der Schließung ebenfalls ausgenommen sind: Kfz-Werkstätten, Fahrradgeschäfte mit Werkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Buchhandlungen, Tierbedarfsmärkte und Futtermittelmärkte.
  • Dienstleistungsbetriebe wie Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Podologie, also medizinische Fußpflege, bleiben weiter möglich.
  • In Schulen und Kitas soll es bis mindestens 14. Februar keinen normalen Betrieb geben; Der Unterricht soll weitestgehend auf Homeschooling umgestellt werden. Eltern, die in systemrelevanten Jobs arbeiten und eine Bestätigung ihres Arbeitgebers haben, können Kinder bis zur sechsten Klasse notbetreuen lassen.
  • Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen können weiter Besuch empfangen, einen Besucher pro Tag. Seit dem 14. Dezember müssen Besucherinnen und Besucher zuvor einen Coronatest machen.

Bereits seit Ende November gilt landesweit:

  • Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in allen öffentlich zugänglichen geschlossenen Räumen sowie unter freiem Himmel in Innenstädten mit Publikumsverkehr, vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen, in Arbeits- und Betriebsstätten sowie auch am Arbeitsplatz, wenn 1,5 Meter Abstand nicht eingehalten werden können.
  • Beschränkung der Kundenzahl in Supermärkten und Geschäften je nach Verkaufsfläche
  • In Landkreisen mit einer Inzidenz von mehr als 200 Infektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen gelten schärfere Regeln.

In Sachsen-Anhalt werden die Winterferien nicht verschoben: Sie finden vom 8. bis 13. Februar statt.

Sachsen-Anhalt hat in seiner Quarantäne-Verordnung vom 8. Januar 2021 festgeschrieben eine Ausnahme für Reiserückkehrer von der Quarantäne-Pflicht eingeführt, wenn sie über eine vollständig abgeschlossene Schutzimpfung gegen des Coronavirus verfügen. Von der Quarantänepflicht sind ebenfalls Menschen, die nachweislich vor mindestens drei Wochen und vor maximal sechs Monaten mit Covid-19 infiziert waren, ausgenommen. Der Bund hat sich gegen eine solche Quarantäne-Regelung entschieden.

Abstand + Hygiene

Wo immer möglich, sollte ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen eingehalten werden. Damit soll nach Einschätzung von Fachleuten die Übertragung größerer Tröpfchen beim Sprechen und Atmen vermieden werden. Bei längeren Kontakten spielen aber auch die sehr viel kleineren Aerosole eine wichtige Rolle. Diese können viel länger in der Luft schweben und sich gerade in geschlossenen Räumen auch unvorhersehbar bewegen.

Hände sollten für 20 bis 30 Sekunden gründlich mit Seife und heißem Wasser gewaschen werden. Husten und niesen sollte man in die Armbeuge. Auf Händeschütteln und Umarmungen bei Begrüßungen oder Abschieden sollte verzichtet werden.

Mund-Nase-Bedeckung

Einfache Medizin-Masken oder sogenannte Alltagsmasken dienen vor allem dem Schutz anderer, sollte man selbst unbemerkt infektiös sein. Wichtig ist dabei auch, dass Mund und Nase richtig bedeckt sind und die Maske auch an den Seiten eng anliegt. Dagegen dienen FFP-Masken auch dem Selbstschutz. Haben diese jedoch ein Ventil, geht der Fremdschutz verloren.

Mund-Nase-Bedeckungen sind in geschlossenen Räumen zu tragen, die öffentlich oder im Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugänglich sind. Das gilt auch für öffentliche Verkehrsmittel. Darüber hinaus gilt diese Verpflichtung an allen Orten mit Publikumsverkehr, in Städten auch unter freiem Himmel, wo sich Menschen auf engem Raum begegnen und sich nicht nur vorübergehend aufhalten. Die Festlegung der Orte und zeitlichen Beschränkungen obliegt den zuständigen örtlichen Behörden.

Lüften

Da das Ansteckungsrisiko in geschlossenen Räumen deutlich höher ist als im Freien, empfehlen Fachleute häufiges und gründliches Lüften – oder nach Möglichkeit, Treffen mit Personen anderer Haushalte nach draußen zu verlegen.

Quarantäne

In Verdachtsfällen auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 verhängen die örtlichen Gesundheitsämter in der Regel auch Quarantäne-Auflagen – etwa nach dem Kontakt mit einem infizierten Menschen. Bei der Kontaktverfolgung kann aber wichtige Zeit verloren gehen. Deshalb ist auch die eigenständige Isolierung bei einem Verdacht sinnvoll.
Mit den in größerer Zahl zur Verfügung stehenden Antigen-Schnelltests soll im Dezember eine "testgestützte Verkürzung der Quarantänezeit" möglich sein. Demnach soll die Quarantäne-Zeit von Kontaktpersonen im Regelfall bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests von 14 auf zehn Tage verkürzt werden.

Corona-Warn-App

Je mehr Menschen die Corona-Warn-App nutzen, desto wirksamer wird sie bei der Pandemiebekämpfung. Sie ermöglicht, Risikokontakte von bestätigten Sars-CoV-2-Fällen schneller zu informieren und Infektionsketten zu unterbrechen, die Gesundheitsämter nicht herausfinden können – etwa, wenn eine infizierte Person in Bus oder Bahn längeren Kontakt zu Unbekannten hatte.

Arbeitsplatz und Einkaufen

Industriebetriebe und Handwerk können weiter arbeiten, werden aber aufgefordert, wo immer möglich Heimarbeit anzubieten. Geöffnete Geschäfte und Märkte müssen sicherstellen, dass höchstens ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche im Laden ist. Generell sind Unternehmen gehalten, Hygienekonzepte anzupassen. Kontakte, sowohl in der Belegschaft als auch mit Kundinnen und Kunden, sollen so weit wie möglich reduziert werden. Wo Heimarbeit oder mobiles Arbeiten umsetzbar ist, sollte dies auch geschehen.

In Geschäften bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche bleibt weiter eine Person auf zehn Quadratmetern erlaubt. In größeren Geschäften sinkt die Kundenzahl auf eine Person pro 20 Quadratmeter.

In Arbeits- und Betriebsstätten ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, außer am Arbeitsplatz selbst, sofern ein Abstand von 1,5 Metern zu weiteren Personen sicher eingehalten werden kann.

Freizeit

Ein großer Teil des öffentlichen Lebens wurde schon im November heruntergefahren. Unterhaltungs- und Freizeit-Veranstaltungen sind bundesweit untersagt. Zu den Einrichtungen, die vorerst geschlossen bleiben müssen, gehören:

  • Theater, Opern, Konzerthäuser
  • alle Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen
  • Hotels und andere Unterkünfte: Übernachtungen sind nur aus beruflichen Gründen erlaubt.
  • Messen, Kinos, Freizeitparks, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen
  • Einrichtungen des Freizeit- und Amateursportbetriebs und Fitnessstudios
  • Schwimm- und Spaßbäder, Saunen und Thermen
  • Prostitutionsstätten
  • Individualsport bleibt allein erlaubt, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand.

Gesundheit

Weiterhin geöffnet bleiben Betriebe, die medizinisch notwendige Behandlungen anbieten. Dazu zählen unter anderem Physio-, Ergo- und Logotherapie sowie die Podologie.

ÖPNV und Bahnreisen  

Im öffentlichen Personennahverkehr gelten generelle Maskenpflichten. Diese gelten auch für Bahnunternehmen. Die Deutsche Bahn AG hat angesichts des verschärften Lockdowns angekündigt, ihr Angebot im Fernverkehr ab 7. Januar zu reduzieren. Ein "Grundtakt" werde aufrechterhalten. Seit Ende November hat die Bahn die Reservierbarkeit der Sitzplätze beschränkt. "Maskenkontrollen" sollen verstärkt werden. Auch auf Fahrgäste im Regionalverkehr kommen Änderungen zu. Die regionalen Verkehrsunternehmen wollen jedoch das volle Bahn- und Busangebot in den Stoßzeiten aufrechterhalten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Januar 2021 | 22:00 Uhr