Laubbläser
Vor allem benzinbetriebene Laubbläser stehen in der Kritik. Bildrechte: MDR JUMP

Umweltschutz BUND Sachsen fordert Verbot von Laubbläsern

Kaum fällt im Herbst das Laub von den Bäumen, sind Laubbläser nicht weit. Doch vor allem die benzinbetriebenen Modelle stehen in der Kritik. Das Bundesumweltministerium weist darauf hin, dass die Geräte den Lebensraum von Insekten zerstören. Deswegen sollten Laubbläser im privaten Bereich gar nicht mehr verwendet werden, so das Ministerium. Der BUND Sachsen fordert ein komplettes Verbot.

von Ine Dippmann, MDR AKTUELL

Laubbläser
Vor allem benzinbetriebene Laubbläser stehen in der Kritik. Bildrechte: MDR JUMP

Das Geräusch von Laubbläsern gehört inzwischen zum Herbst. Ohne große Anstrengung fegt man mit dem künstlichen Wind Blätter zu Haufen zusammen. Einige Geräte lassen sich mit wenigen Handgriffen zu Laubsaugern umbauen. Der integrierte Häcksler zerkleinert das Laub - so dass es wenig Platz auf dem Kompost benötigt. Doch das ist eben nur die eine Seite der Medaille.

BUND: "Laubbläser sind ökologischer Unsinn"

Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen kritisiert vor allem die benzinbetriebenen Geräte: "Laubbläser sind ökologischer Unsinn, den man verbieten sollte, der auch nicht in die Zeit passt. Wir müssen hin zu null fossilen Brennstoffen, allein schon aus Gründen des Klimawandels. Außerdem schaden sie Kleinorganismen und der menschlichen Gesundheit, weil wir uns dann wieder zu wenig bewegen."

Auch das Bundesumweltministerium wies kürzlich auf die Schattenseiten der Laubbläser hin. Sie wirbelten Feinstaub und Keime aus Hundekot auf. Würmer, Insekten und Spinnen verlören ihren Lebensraum. Wird das Laub gleich gehäckselt, würden viele der darin lebenden Tiere getötet. Die Insekten fehlten dann Vögeln, die in der Laubschicht nach Nahrung suchen. Im privaten Bereich sollten Laubsauger und Laubbläser deshalb gar nicht verwendet werden, im öffentlichen Bereich nur dann, wenn man nicht darauf verzichten kann, so das Bundesumweltministerium.

Bienenweide 4 min
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Trend zu Elektrogeräten

Und wie sehen es die Verbraucher? Nachfrage in einem Baumarkt im Leipziger Westen. Max Lieder ist stellvertretender Gartencenter-Leiter. Im Trend lägen die akkubetriebenen Geräte und auch Elektrogeräte und nicht mehr die Benzingeräte, womit beispielsweise die Städte arbeiteten, sagt Lieder. Das seien oft Benzinschleudern, die nicht nur einen hohen Verbrauch hätten, sondern auch sehr lärmbelästigend seien.

Kommunen setzen noch auf benzinbetriebene Laubbläser

Die elektrisch betriebenen Laubsauger und -bläser sind also zumindest leiser, die Umweltbelastung durch verbranntes Benzin entfällt. Von der Leipziger Stadtreinigung werden sie eher selten eingesetzt, heißt es auf Nachfrage. Denn für die großen Flächen, die man zu bearbeiten habe, bräuchte man die leistungsstärkeren, benzinbetriebenen Geräte. Die Kommune verzichte aber auf das Häckseln des Laubes. Wo möglich, werde es in Gehölzflächen geweht, wo es verrotten und Tieren als Winterlager dienen kann. Der Rest werde kompostiert.

In den Kleingärten werden Laubbläser nur selten genutzt, sagt Robby Müller, Chef des Leipziger Stadtverbandes: "Aber auch hier ist ein Umdenken erforderlich, dass die Leute sich darüber im Klaren sind, dass man ruhig mal im Herbst Laub liegen lassen kann. Natürlich auch im Interesse des Insektenschutzes - dass Laub den Boden abdeckt und man vielleicht mit Reinigungsarbeiten zukünftig im Frühjahr beginnt."

Verbot schwierig

Laubbläser und Laubsauger zu verbieten, hält er aber für den falschen Weg. Und das ist derzeit auch gar nicht möglich. Das Europa- und Wettbewerbsrecht lässt das derzeit nicht zu, heißt es aus dem Bundesumweltministerium.

Laub im Herbst vom Rasen entfernen 1 min
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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. November 2019 | 05:55 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2019, 08:28 Uhr