Paris Prozess zu Anschlag auf "Charlie Hebdo" begonnen

Rund fünf Jahre ist die Anschlagsserie auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" und einen koscheren Supermarkt her. Die Täter wurden auf der Flucht erschossen. Gegen 14 mutmaßliche Helfer begann nun der Prozess.

Polizei beim Prozess zu Anschlag auf Charlie Hebdo
Der Prozess findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Bildrechte: dpa

In Paris hat am Mittwoch der Prozess um die islamistische Anschlagsserie auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" und einen koscheren Supermarkt vor rund fünf Jahren begonnen. Angeklagt sind 13 Männer und eine Frau, die bei den Vorbereitungen geholfen haben und einer terroristischen Vereinigung angehören sollen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem vor, Waffen besorgt und Unterkünfte zur Verfügung gestellt zu haben. In den meisten Fällen drohen demnach hohe Haftstrafen von bis zu 20 Jahren.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen beim Prozess

Vor Gericht erschienen elf der Angeklagten, die übrigen drei sind flüchtig, darunter die Frau. Ob sie noch leben, ist unklar. Die drei Täter selbst wurden nach der Anschlagsserie im Januar 2015 von Sicherheitskräften erschossen.

Der Prozess findet unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Hunderte Polizisten sicherten am Mittwoch Medienberichten zufolge das hochmoderne Gerichtsgebäude im neuen Justizpalast im Norden der französischen Hauptstadt.

Hunderte Beteiligte am Verfahren

Bis Mitte November sind 49 Verhandlungstage geplant, dann wird das Urteil erwartet. Beteiligt sind 200 Nebenkläger und 94 Anwälte. 144 Zeugen und 14 Experten sind geladen.

Charlie Hebdo Magazin liegt neben einer gefüllten Kaffeetasse auf einem Holztisch
In einer Sonderausgabe zum Prozessauftakt druckte "Charlie Hebdo" erneut Mohammed-Karikaturen ab - die Attentäter hatten den Anschlag mit diesen begründet. Bildrechte: imago images/Hans Lucas

Der Vorsitzende Richter Régis de Jorna erklärte, dass der Prozess wegen der historischen Bedeutung gefilmt werde. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo schrieb auf Twitter, das Verfahren müsse ein "Moment der Wahrheit, der Würde und der Gerechtigkeit" sein.

Bei dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" waren zwölf Menschen getötet worden. Zwei der Täter wurden später auf der Flucht erschossen. Der dritte Täter tötete in den darauffolgenden Tagen zudem eine Polizistin und vier Geiseln in einem koscheren Supermarkt. Sicherheitskräfte erschossen ihn daraufhin bei der Erstürmung des Gebäudes.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. September 2020 | 14:10 Uhr