Pandemie Neuinfektionen: 7-Tage-Schnitt steigt auf über 800 Fälle

Der Trend zu höheren Infektionszahlen in Deutschland setzt sich fort. Den dritten Tag in Folge wurden am Freitag mehr als 1.000 neue Corona-Fälle registriert. Der 7-Tage-Schnitt erreichte wieder den Wert von Mitte Mai.

Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin hält Coronavirus-Testproben im Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in der Hand.
Bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten wurde zuletzt eine höhere Quote an positiven Testergebnissen festgestellt als bei den übrigen Tests. Bildrechte: dpa

In Deutschland hat es den dritten Tag in Folge mehr als 1.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben. Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor. Demnach wurden am Freitag 1.105 neue Ansteckungen gemeldet. Am Donnerstag war es einer mehr mit 1.106 Neuinfektionen, am Mittwoch waren 1.024 neue Fälle bekannt geworden.

Nach Angaben von "Risklayer" haben am Freitag 88 Prozent der Landkreise und kreisfreien Städte Zahlen gemeldet. Zuletzt hatte es Anfang Mai an drei aufeinanderfolgenden Tagen mehr als 1.000 bestätigte Neuinfektionen gegeben. Auch der 7-Tage-Schnitt stieg nun erstmals seit dem 13. Mai wieder auf über 800. Am Freitag lag der Schnitt bei 807 täglichen Neuinfektionen in einer Woche.

In Mitteldeutschland bleiben die Zahlen dagegen weiter überschaubar. Sachsen und Sachsen-Anhalt verzeichneten am Freitag einen Anstieg um jeweils neun Fälle, aus Thüringen wurden elf Neuinfektionen gemeldet.

Sorge vor zweiter Welle

Der bundesweite Trend zu höheren Infektionszahlen löste zuletzt verstärkt Sorgen vor einer zweiten Corona-Welle aus. Fachleute warnten vor Nachlässigkeit im Umgang mit den Corona-Schutzmaßnahmen. Die Vorsitzende des Ärzteverbands Marburger Bund, Susanne Johna, sagte, Abstand, Hygiene und die Maskenpflicht müssten wieder konsequenter eingehalten werden.

Was häufig vergessen wird: Unter den Erkrankten gibt es auch Menschen, die lang andauernde Schäden zurückbehalten.

Susanne Johna Vorsitzende des Marburger Bundes

Beim Krisenmanagement bleibe es wichtig, möglichst alle Corona-Fälle nachzuverfolgen, betonte Johna. Wenn man nicht mehr einzelnen Fällen nachgehen könne, stoße man manchmal auf eine Häufung von Infizierten. Gerade im ärztlichen Bereich müssten die Gesundheitsämter daher dauerhaft personell gestärkt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. August 2020 | 10:00 Uhr