Evangelische Kirche in Mitteldeutschland Sächsin und Sachsen-Anhalter wollen Landesbischof werden

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland sucht einen neuen Landesbischof. Um die Nachfolge von Ilse Junkermann kämpfen die Plauener Superintendentin Weyer und die Theologen Kramer und Müller aus Wittenberg und Halle. In der Marktkirche Halle stellten sie sich der Öffentlichkeit vor.

Karsten Müller, Ulrike Weyer und Friedrich Kramer
Die Kandidaten für die EKM-Spitze Karsten Müller, Ulrike Weyer und Friedrich Kramer (v.l.n.r.) stellen sich in der Marktkirche Halle der Öffentlichkeit. Bildrechte: dpa

Die drei Kandidaten für die Nachfolge im Amt des Landesbischofs der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) haben sich der Öffentlichkeit vorgestellt. In der Marktkirche zu Halle hielten die zwei Männer und eine Frau am Samstag jeweils kurze Vorträge zum Thema "Aufstehen und Auferstehen in Kirche und Gesellschaft". Alle drei riefen gegen Hass, Rassismus und Demokratie-Verachtung auf. Anschließend stellten sie sich den Fragen des Publikums.

Eine Sächsin und zwei Sachsen-Anhalter

Um die Nachfolge von EKM-Landesbischöfin Ilse Junkermann bewerben sich die Plauener Superintendentin Ulrike Weyer, der Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt, Friedrich Kramer, aus Wittenberg und der Pfarrer Karsten Müller aus Halle.

Friedrich Kramer, 1964 in Greifswald geboren, ist seit 2009 Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt in Wittenberg und zugleich Studienleiter für Theologie und Politik. Karsten Müller, geboren 1966 in Merseburg, ist seit 2013 Pfarrer für die Johannesgemeinde in Halle und die Kirchengemeinde Halle-Diemitz. Ulrike Weyer wurde 1973 in Dresden geboren. Sie ist seit 2015 Superintendentin im Kirchenbezirk Plauen und Inhaberin der Pfarrstelle der St. Johanniskirchgemeinde Plauen.

Wahl von Junkermann-Nachfolger im Mai

Die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, predigt in der Stadtkirche von Lutherstadt Wittenberg .
Landesbischöfin Junkermann darf nach zehn Amtsjahren nicht mehr kandidieren. Bildrechte: dpa

Gewählt wird die Nachfolgerin bzw. der Nachfolger von Landesbischöfin Ilse Junkermann auf der EKM-Landessynode vom 9. bis 11. Mai im Kloster Drübeck im Harz. Dafür braucht es eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Die offizielle Amtseinführung soll am 7. September im Magdeburger Dom stattfinden.

Junkermann war 2009 nach der Fusion der beiden evangelischen Landeskirchen Thüringens und Sachsen-Anhalts zur neuen Landesbischöfin der evangelischen Landeskirche Mitteldeutschland gewählt worden. Zuvor war sie Oberkirchenrätin in Stuttgart.

Die 61-Jährige wollte eigentlich bis zu ihrem Ruhestand 2023 im Amt bleiben. Vom Landeskirchenrat gab es dafür aber keine Zustimmung. Junkermann wechselt nun an die Universität Leipzig.


Evangelische Kirche in Mitteldeutschland Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland wurde 2009 durch die Vereinigung der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen gebildet. Nach eigenen Angaben gehören der EKM rund 712.000 Mitglieder an. Ihr Gebiet umfasst im Wesentlichen die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen. Auch Kirchengemeinden in  Brandenburg und Sachsen gehören dazu.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. April 2019 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. April 2019, 19:09 Uhr

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3 Kommentare

28.04.2019 11:32 Örford 3

@1 Ich trauere den Zeiten nach in denen nicht jeder Hinz und Kunz Modeatheisten etc ihren Quatsch im Internet absondern konnten um sich wichtig zu machen. Im privaten Biedermänner, hier experten, jaja.

27.04.2019 22:27 Dh 2

Allen drei Kandidaten*innen steht die pure Heuchelei im Gesicht geschrieben. Das bedeutet, sie sind alle Drei für das hohe "Kirchenamt" bestens geeignet. Ich denke aber, dass in diesem Verein wieder die Frau das Rennen machen wird. Der Zeitgeist will nun mal Quotenfrauen, egal ob sie geeignet sind. Ob das dem Religionsstifter Jesus so gefallen hätte? Schließlich hatte der nur männliche Apostel. Auf jeden Fall würde sich aber Martin Luther im Grabe rum drehen, wenn er von Kirchenfrauen wie zb. Göhring- Eckert wüsste. Nur gut, dass die Kirche immer mehr an Bedeutung verliert. Der christliche Glaube mag gut sein, umso schlechter ist die Kirche, weil von Menschen gemacht.
Egelig, genauso wie die beiden Parteien mit dem C im Namen. Denn die haben mit Christus wahrlich auch nichts zu tun.

27.04.2019 20:41 Atheist aus Mangel an Beweisen 1

Ich trauere den Zeiten nach wo Staat und Religion streng getrennt waren!
Unerträglich welche Macht wieder Religion aufPolitik ausübt.