Kleine Kinder beim Schwimmunterricht.
Kinder beim Schwimmunterricht Bildrechte: dpa

Forderung Kinder sollen früher Schwimmen lernen

Nach dem tragischen Tod von zwei kleinen Jungen in Niedersachsen fordern Experten einen früheren Schwimmunterricht für Kinder. Zugleich kritisieren sie, dass Schwimmbäder oft nicht zugänglich oder zu teuer sind.

Kleine Kinder beim Schwimmunterricht.
Kinder beim Schwimmunterricht Bildrechte: dpa

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat sich dafür ausgesprochen, Kindern schon frühzeitig das Schwimmen beizubringen. DLRG-Präsident Achim Haag sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", in den Grundschulen sollte es flächendeckend ab der ersten Klasse Schwimmunterricht geben.

Aktuell könnten 59 Prozent der Kinder, die auf eine weiterführende Schule wechselten, nicht sicher schwimmen. Haag zufolge gibt es aber noch andere Probleme. So hätten zu wenige Lehrer die richtige Ausbildung, um Kinder im Notfall retten zu können. Manche Schulen ließen den Schwimmunterricht sogar ausfallen, weil ihnen die Verantwortung zu groß sei.

GEW: Kinder schon früh an Wasser gewöhnen

Die Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kritisierte, dass nicht allen Schulen Schwimmbäder zur Verfügung stünden. GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann sagte, dafür gebe es immer mehr private Bäder, die für Familien zu teuer seien. Es sei wichtig, auch sozial benachteiligten Familien den Zugang zu Schwimmbädern zu ermöglichen.

Hoffmann forderte zudem, Kinder bereits in der Betreuung in Kindertagesstätten mit Wasser und seinen Gefahren vertraut zu machen.

Zwei Kinder in Niedersachsen ertrunken

Hintergrund der Forderungen ist der tragische Tod von zwei kleinen Kindern in der Region Salzgitter in Niedersachsen. Die Jungen im Alter von vier und sieben Jahren waren in einem Gartenteich ertrunken. Nach Angaben der Polizei konnten beide Kinder nicht schwimmen.

Nach Angaben des DLRG waren im vergangenen Jahr 71 Kinder durch Ertrinken ums Leben gekommen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Mai 2019 | 09:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2019, 09:33 Uhr

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10 Kommentare

23.05.2019 17:20 Sonja 10

dieses Thema ist glatt für die Katz wie immer , in der DDR war das kein Thema sondern selbstverständlich , und vieles noch mehr dazu , klasse kapitalismus jetzt .

23.05.2019 16:41 Fragender Rentner 9

Prima Forderung auch für alle?

Wir hatten früher das Freischwimmen und das Fahrtenschimmen, richtig?

Heute werden in vielen Kommunen die Bäder aus Kostengründen geschlossen !!! :-(((

23.05.2019 13:21 bockarnschter 8

...bin als Stepke natürlich begeistert schwimmen gewesen,im Stadtbad,weil u.a. das im Lehrplan der Schulen in der DDR so drinne war,tja spätestens in der 3.Klasse hatten wir unsere Schwimmstufen und das umsonst!! Somanches war halt doch nicht so schlecht,damals jetzt kostet jedes kleine bischen halt Geld...

23.05.2019 12:40 optinator 7

Die Verantwortung liegt alleine bei den Eltern. Wenn ich Interesse habe das hier ein Unfall vermieden werden kann in dem ich Zeit dafür aufwende, dann muss ich es machen, einfach tun.

Unsere Eltern haben uns, ihre Kinder, mit 5 Jahren zum Schwimmunterricht gebracht. ich kann mich heute noch erinnern das das Wasser zu dieser Zeit "Hundekalt" war, unter 14 Grad.
Dafür brauchten die Eltern anschließend bei keinem Urlaub, wo es Wasser gab, aufpassen.

23.05.2019 11:41 Neumann 6

Typisch, wie wortreich umschifft wird, warum die Zahl schwimmfähiger Kinder seit Jahrzehnten zurückgeht.....
Nebenbei wird der Tod der beiden Jungen in Niedersachsen hier schlicht instrumentalisiert, denn mit vier und sieben Jahren hat noch niemand in der Schule Schwimmen gelernt.

23.05.2019 11:30 Jale 5

@2: Genau, warum müssen Eltern, die ihren Kindern (rechtzeitig) das Schwimmen beibringen lassen wollen, über 100 € für einen Schwimmkurs für 5-jährige bezahlen, während Babyschwimmen völlig kostenfrei ist. Das macht überhaupt keinen Sinn! Wer sein kleines Baby im Wasser hin- und herschaukeln möchte, sollte zur Kasse gebeten werden, weil das völlig unwichtig ist. Viel wichtiger wäre es, Kindern ab ca. 5 Jahren kostenlose, nämlich von der Krankenkasse bezahlte, Schwimmkurse anzubieten. Eher macht das keinen Sinn, da fehlen den Kindern einfach noch die notwendigen motorischen Fähigkeiten.
Weiterhin sollte man den Kindern auch klarmachen, dass es Dinge gibt, die einfach getan werden müssen - ohne Wenn und Aber! Dazu gehört auch Schwimmenlernen. Dass Mädchen sowas ablehnen können, zeigt tatsächlich, dass wir uns zurückentwickeln. Und auch dass wir Deutsche uns in unserem Land langsam an eine Kultur anpassen, die nicht unsere eigene ist.

23.05.2019 11:27 Mustermann 4

Schwimmen: Ist nicht nur für Kinder ein sehr vorteilhafter Sport, der bis ins hohe Alter Spaß macht und fit hält. Es gibt meiner Meinung nach aber zu wenig Schwimmhallen (die Betonung liegt auf Schwimmen)! Und die wenigen sind leider noch sehr häufig von Vereinen belegt. (meine subjektive Meinung!).

23.05.2019 10:48 na so was 3

2@, stimme Ihnen zu 100% zu, dass sich Deutschland in Bezug zum "Schwimmen lernen möglichst schon vor Schulbeginn" komplett zurückentwickelt hat. Wie kann das aber sein in einem der reichsten Länder der Welt. War die ehemalige "DDR" da noch reicher als das jetzige Deutschland. Wo es möglich war, lernten die Kinder im Vorschulalter gemeinsam mit ihrer Kindergartengruppe das Schwimmen. Vielleicht nicht zu 100% im ländlichen Raum wegen fehlender Schwimmhallen, aber das ist nicht so schlimm, wenn es in der heutigen Zeit immer noch an fehlenden Schwimmhallen liegt. Auf welches Jahr ist die Wende festgelegt worden >>> 1990. Jetzt haben wir 2019, was braucht es da der Worte mehr. Nicht vergessen in diesem Zusammenhang, die siebenfache Mutter, Verteidigungsministerin Frau von der Leyen (CDU), fordert und bekommt für die Anschaffung von drei neuen Regierungsflugzeugen nur so mal 1,2 Milliarden Euro, weil die bestehenden nicht mehr flugfähig sind. 10:48

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23.05.2019 10:20 Atheist aus Mangel an Beweisen 2

Schöne Forderung, leider entwickeln wir uns zurück, Mädchen können Schwimmen ablehnen.
Mein Enkel konnte mit 5 schon Schwimmen und das war finanziell eine Belastung für die Familie die eh wenig verdienen, andere bekommen für ihre Kinder kostenlosen Unterricht das ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit

23.05.2019 10:17 Wachtmeister Dimpfelmoser 1

In diesem Kontext gibt es noch ein anderes, hier gar nicht angesprochenes gravierendes Problem.