Mehrere Elektrotretroller stehen auf dem Kaiserplatz.
E-Scooter-Verleihstellen sind noch Mangelware in Mitteldeutschland. Bildrechte: dpa

Bislang nur wenige Verleiher Fahren mit E-Scootern läuft schleppend an

Nur in drei der zehn größten mitteldeutschen Städte können derzeit E-Scooter ausgeliehen werden: Dresden, Halle und Erfurt. Die Debatten um die Verkehrssicherheit und die Ökobilanz nehmen weiter Fahrt auf.

von Ole Steffen

Mehrere Elektrotretroller stehen auf dem Kaiserplatz.
E-Scooter-Verleihstellen sind noch Mangelware in Mitteldeutschland. Bildrechte: dpa

Drei Monate nach der Zulassung für E-Scooter auf deutschen Straßen läuft die Nutzung der Tretroller in Mitteldeutschland nur schleppend an. Eine Befragung des MDR Magazins "Umschau" bei den zehn größten mitteldeutschen Städten hat ergeben, dass seit dem 15. Juni 2019 erst in drei Städten Verleiher tätig sind - und zwar in Dresden, Halle und Erfurt. Dort gibt es je einen Anbieter. In Dresden und Halle beantragen zudem weitere Firmen, E-Scooter zu verleihen. In Magdeburg, Zwickau und Leipzig sind die Verhandlungen mit möglichen Verleihern noch nicht abgeschlossen. Michael Jana, Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes in Leipzig: "Potenzielle Anbieter haben bereits Gespräche mit den Leipziger Verkehrsbetrieben aufgenommen, sodass wir derzeit von einem Start einzelner Unternehmen im Herbst 2019 ausgehen." In anderen Städten gibt es bislang kein Angebot.

Mehr Kontrollen gefordert

Ein Mann fährt mit einem E-Scooter auf der Straße.
Mit zunehmender Anzahl von E-Scootern nehmen auch die Unfälle zu. Hier werden mehr Kontrollen gefordert. Bildrechte: dpa

Gegenwärtig wird kontrovers diskutiert, ob die E-Scooter tatsächlich einen Beitrag zur Verkehrswende leisten. Dabei geht es auch um die Sicherheit im Straßenverkehr. Der Unfallforscher Siegfried Brockmann (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) fordert mehr Präsenz der Polizei in der Innenstadt. "Tatsächlich beobachten wir Regelverstöße in allen großen Städten und wir wünschen uns, dass die Polizei energischer dagegen vorgeht", so Brockmann. Das funktioniere mit Radfahrerpolizei oder durch Kontrollen an Stellen, wo E-Scooter häufig genutzt würden. Für Brockmann ist der E-Scooter zudem nur ein "kleines Steinchen" in der Verkehrswende. Die Roller könnten nicht alleine für weniger Autos in den Innenstädten sorgen.

Diskussion um Umweltbilanz der E-Scooter

Auch das Umweltbundesamt sieht in E-Scootern momentan nur einen kleinen Beitrag zur Verkehrswende. Die Roller seien nur dann umweltfreundlich, wenn sie Autofahrten ersetzen. Wenn aber der Roller nur genutzt werde, um den Fußweg nach der Autofahrt zu beschleunigen, dann seien die Roller umweltschädigend. "Erst wenn das Auto stehen gelassen wird, ist es eine tolle Sache“" so Katrin Dziekan, Fachgebietsleiterin im Bundesumweltamt. Sie fordert zudem, dass die Hersteller von E-Scootern darauf achten, dass die Akkus austauschbar sind. Die Roller müssen ihrer Ansicht nach reparaturfähig sein.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Umschau | 10. September 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. September 2019, 05:00 Uhr

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