Grenzposten der DDR ziehen das Fluchtfahrzeug - eine selbst gepanzerte Planierraupe - mit einer Motorwinde zurück auf das Gebiet der DDR
Ein Symbolbild - Grenzposten der DDR ziehen eine Planierraupe auf DDR-Boden zurück, die als Fluchtfahrzeug genutzt worden war. Bildrechte: dpa

Bundesverwaltungsgericht DDR-Flüchtlinge können entschädigt werden

Zwischen Mauerbau und Mauerfall gelang mehr als 5.000 DDR-Bürgern die Flucht nach Westberlin - unter Lebensgefahr. Wer psychische Schäden davongetragen hat, darf grundsätzlich entschädigt werden.

Grenzposten der DDR ziehen das Fluchtfahrzeug - eine selbst gepanzerte Planierraupe - mit einer Motorwinde zurück auf das Gebiet der DDR
Ein Symbolbild - Grenzposten der DDR ziehen eine Planierraupe auf DDR-Boden zurück, die als Fluchtfahrzeug genutzt worden war. Bildrechte: dpa

Frühere DDR-Flüchtlinge, die wegen ihrer Flucht psychische Schäden erlitten haben, können grundsätzlich entschädigt werden. Das hat das Bundesverwaltungsgericht am Mittwoch in Leipzig entschieden.

Az: BVerwG 8 C 1.19

Betroffener kann Behandlungskosten einfordern

Geklagt hatte ein heute 56 Jahre alter Mann aus Berlin, der im Dezember 1988 nach West-Berlin geflüchtet war. Den Richtern legte er ärztliche Atteste vor, dass er durch die Flucht traumatisiert wurde. Mit der Gerichtsentscheidung kann der Mann nun Anträge bei Versorgungsämtern stellen, in der Folge könnten etwa Behandlungskosten übernommen werden.

Vorinstanz lehnte Klage ab

Das Verwaltungsgericht Potsdam hatte die Forderung des Klägers zunächst abgelehnt. Es begründete, die Grenzsicherung der DDR habe sich nicht individuell gegen den Flüchtenden gerichtet, sondern gegen die gesamte DDR-Bevölkerung. Das Bundesverwaltungsgericht teilte diese Auffassung nicht. Es argumentierte am Mittwoch, dass die DDR-Grenzsicherungsanlagen rechtswidrig gewesen seien.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Juli 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2019, 17:24 Uhr