Zwei der Entführer der TWA-Maschine 847 1985 bei einer Pressekonferenz in Beirut
Zwei der Entführer der TWA-Maschine 847 bei einer Pressekonferenz am 30.06.1985 in Beirut, Libanon. Bildrechte: dpa

Mykonos Bericht: Mutmaßlicher Flugzeugentführer nach 34 Jahren gefasst

Vor mehr als 30 Jahren soll er mit Komplizen ein Flugzeug auf dem Weg von Athen nach Rom gekapert haben. Nun melden griechische Ermittler seine Festnahme. Sie soll auf deutsches Ersuchen erfolgt sein.

Zwei der Entführer der TWA-Maschine 847 1985 bei einer Pressekonferenz in Beirut
Zwei der Entführer der TWA-Maschine 847 bei einer Pressekonferenz am 30.06.1985 in Beirut, Libanon. Bildrechte: dpa

Mehr als 30 Jahre nach einer Flugzeugentführung hat die griechische Polizei nach eigenen Angaben einen mutmaßlichen Mittäter festgenommen.

Bei Passkontrolle auf Mykonos aufgefallen

Die griechischen Behörden teilten mit, der Mann sei bereits am Donnerstag auf Mykonos festgenommen worden. Gegen den 65 Jahre alten Libanesen hätten zwei von Deutschland beantragte europäische Haftbefehle vorgelegen. Die Polizei erklärte, der Verdächtige sei mit einem Kreuzfahrtschiff auf die Insel gereist. Kurz vor der Weiterreise in die Türkei sei sein Name bei der Kontrolle der Personalien aufgefallen. Er sei inzwischen in ein Hochsicherheits-Gefängnis gebracht worden, wo ihn Vertreter deutscher Behörden identifiziert hätten.

Keine Stellungnahme der Bundesanwaltschaft

Laut griechischer Polizei soll der Mann nun nach Deutschland ausgeliefert werden, wo er auch wegen einer anderen Entführung gesucht werde. Der Generalbundesanwalt wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben.

In Griechenland löste die Meldung einige Rätsel aus. Spekuliert wurde, ob ein international gesuchter Terrorist wirklich unter eigenem Namen eine Reise in die EU antreten würde.

Flugzeugentführung 1985

Die TWA-Maschine 847 bekommt am Flughafen in Beirut Verpflegung gebracht
Die entführte Maschine bei einem seiner Zwischenstopps Bildrechte: dpa

Der Flug TWA 847 war im Juni 1985 mit 153 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern an Bord auf dem Weg von Kairo nach Rom nach einem Zwischenhalt in Athen entführt worden. Bei den Entführern handelte es sich um Mitglieder der Hisbollah. Sie töteten einen der Passagiere, einen US-Marinetaucher. Während wochenlanger Verhandlungen kamen nach und nach alle übrigen Passagiere und Besatzungsmitglieder frei. Die Geschichte der Flugzeugentführung wurde für das US-Fernsehen verfilmt und lief in Deutschland unter dem Namen "847 – Flug des Schreckens".

Entführer mit Bezug zu Deutschland

Einer der Entführer, der Libanese Mohammed Ali Hamadi, war 1987 in Frankfurt am Main festgenommen und dort wegen mehrerer Straftaten zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden. 2005 kam er frei und kehrte in seine Heimat zurück. Sein Bruder Abbas Hamadi war in Deutschland 1988 zu 13 Jahren Gefängnis wegen seiner Beteiligung an der Entführung des Hoechst-Managers Rudolf Cordes und des Siemens-Technikers Alfred Schmidt sowie anderer terroristischer Delikte verurteilt worden. Nach fünf Jahren kam er vorzeitig frei. Zuvor waren zwei deutsche Geiseln im Libanon freigelassen worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. September 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2019, 16:53 Uhr