Eine Ärztin mit einem Tablett Computer schaut sich eine Detailaufnahme von Bakterien an.
Gelangen Bakterien in den Blutkreislauf, kann sich eine gefährliche Blutvergiftung entwickeln. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Sepsis-Kongress in Weimar Wissenschaftler und Ärzte fordern bessere Sepsis-Diagnostik

Anlässlich des derzeit stattfindenden Internationalen Sepsis-Kongresses in Weimar fordern Wissenschaftler und Ärzte eine bessere Diagnostik bei Blutvergiftungen. So könnten Antibiotika zielgerichteter eingesetzt werden.

von Beate Splett und Ole Steffen

Eine Ärztin mit einem Tablett Computer schaut sich eine Detailaufnahme von Bakterien an.
Gelangen Bakterien in den Blutkreislauf, kann sich eine gefährliche Blutvergiftung entwickeln. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Vom 11. bis 13. September findet in Weimar der 9. Internationale Sepsis-Kongresses statt. Wissenschaftler und Ärzte fordern eine bessere Diagnostik bei Blutvergiftungen. Wie bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall sei die Zeit ein entscheidender Faktor, um die Krankheit zu bekämpfen. Prof. Michael Bauer sagte dem MDR-Magazin "Hauptsache Gesund": "Wir brauchen keine neuen Antibiotika, sondern bessere Diagnostik, die uns erlaubt, gezielter unsere vorhandenen Antibiotika einzusetzen.“ Bauer ist Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Uniklinikum Jena. Durch eine frühere Erkennung des Krankheitsbildes ließe sich auch Spätfolgen besser vorbeugen.

Wir brauchen keine neuen Antibiotika, sondern bessere Diagnostik.

Prof. Michael Brauer

Mediziner forschen an Sepsis-Chip

Um dem Ziel der besseren Diagnostik näher zu kommen, forschen Wissenschaftler am Jenaer Leibniz-Institut für Photonische Technologien gemeinsam mit den Intensivmedizinern der Uniklinik Jena an einer solchen Methode zur Früherkennung. Ein kleiner Chip soll dabei das Labor ersetzen. Auf ihn werden Erreger aus dem Urin des Patienten und gleichzeitig verschiedene Antibiotika gegeben. Dann werden sie mit einem Laser bestrahlt. Eine künstliche Intelligenz wertet den molekularen Fingerabdruck der Proben aus und erkennt, welche Antibiotikatherapie für den speziellen Erreger die richtige ist – und das innerhalb nur weniger Stunden. "Jede Verbesserung der Diagnostik ist für alle Beteiligten ein großer Schritt nach vorne. Wenn wir ein Ergebnis innerhalb weniger Stunden erzielen könnten, wäre uns erheblich geholfen", erklärt Intensivmediziner Prof. Bauer. Die Forscher hoffen, den Chip in drei bis fünf Jahren auf den Markt bringen zu können. 

Jede Verbesserung der Diagnostik ist für alle Beteiligten ein großer Schritt nach vorne.

Prof. Michael Brauer

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 12. September 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. September 2019, 12:57 Uhr