Abiy Ahmed, Ministerpräsident von Äthiopien
Abiy Ahmed, Ministerpräsident von Äthiopien, hat kurz nach Amtsantritt den Grenzkonflikt zu Eritrea beigelegt. Bildrechte: dpa

Ehrung Friedensnobelpreis für Äthiopiens Regierungschef

Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed. Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt.

Abiy Ahmed, Ministerpräsident von Äthiopien
Abiy Ahmed, Ministerpräsident von Äthiopien, hat kurz nach Amtsantritt den Grenzkonflikt zu Eritrea beigelegt. Bildrechte: dpa

Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed. Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt. Wie das Komitee mitteilte, wird er für seinen Einsatz für eine Lösung im Grenzkonflikt zwischen Eritrea und Äthiopien ausgezeichnet. Er hatte wenige Monate nach Amtsantritt den 20 Jahre währenden Grenzkonflikt zwischen beiden Staaten beigelegt, bei dem Zehntausende Menschen ums Leben kamen. Er ließ Tausende politische Gefangene frei und erlaubte verbotene Parteien wieder - alles Reformen, die er gegen Widerstand des Militärs durchsetzte.

Durch die Grenzöffnung strömten Tausende Flüchltinge aus Eritrea ins Land und auch Flüchtlinge aus anderen Ländern suchten in Äthiopien Schutz. Im vergangenen Jahr nahm das Land eine Million Flüchtlinge auf, am zweitmeisten in Afrika. Der Preis soll dem Komitee zufolge auch alle andere Menschen ehren, die in Äthiopien und ganz Ostafrika für Frieden und Versöhnung arbeiten.

Renommiertester Politik-Preis weltweit

Der Preis wird anders als die anderen Nobelpreise nicht in Stockholm, sondern in Oslo vergeben. Er gilt als renommierteste politische Auszeichnung der Welt. 2018 ging er an den kongolesischen Arzt Denis Mukwege und die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe. Der Preis ist mit neun Millionen schwedischen Kronen oder umgerechnet rund 830.000 Euro verbunden.

Thunberg und Trump waren nominiert

In diesem Jahr waren 301 Personen und Organisationen nominiert. Als aussichtsreiche Kandidaten galten die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, der brasilianische Häuptling Raoni Metuktire und Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sowie Organisationen wie Reporter ohne Grenzen Chancen eingeräumt. Auch US-Präsident Donald Trump ist nominiert.

Friedensnobelpreis Der Friedensnobelpreis wurde von dem schwedischen Chemiker und
Industriellen Alfred Nobel (1833-1896) gestiftet, dem Erfinder des
Dynamits. Er widmete ihn Verdiensten um Völkerverständigung,
Abrüstung und Frieden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Oktober 2019 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2019, 13:51 Uhr