Pro und Contra Gendergerechte Sprache: Fortschritt oder Unfug?

Gendergerechte Sprache – viele kämpfen dafür und andere viele finden das schrecklich. Doch was spricht dafür und was dagegen? Zwei Kontrahenten steigen in den Ring und stellen sich dem verbalen Schlagabtausch.

Ein junger Mann und eine ältere Frau stehen sich in einem Boxring gegenüber und diskutieren. 6 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Idee hinter dem sogenannten Gendern ist, alle Geschlechter anzusprechen. Alles Unfug oder notwendige Anpassung?

Exakt Mi 10.04.2019 20:15Uhr 06:00 min

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Es gibt Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer – was fällt daran auf? Diese Worte nennt man "generisches Maskulinum" – sie schließen weibliche Personen mit ein, ohne sie zu benennen. Kritiker sagen: Das ist ungerecht. Und es bleiben dabei auch Menschen sprachlich unsichtbar, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen. Um allen gerecht zu werden, soll das sogenannte Gendersternchen oder der Unterstrich verwendet werden. Aus dem Wort Radfahrer wird dann gendergerecht: Radfahrer_innen.

Zwei Meinungen, ein Ring. Die Regeln:

Im neuen Format "Schlagabtausch" von MDR exakt werden aktuelle Themen diskutiert. Die Gegner liefern sich einen verbalen Kampf. Im Boxring stehend, sollen sie schnell auf den Punkt kommen, dürfen dabei aber auch ihren Kontrahenten unterbrechen. Das Wichtigste aber ist wie im Sport: Fairness.

Die Kontrahenten:

Sabine Mertens lehnt das sogenannten Gendern ab. Die Kunsttherapeutin und Dozentin an verschiedenen Hochschulen ist Mitglied im „Verein Deutsche Sprache“, der einen Aufruf gegen das Gendern gestartet hat. Bislang haben rund 50.000 Menschen unterzeichnet.

Sabine Mertens, Mitglied im "Verein Deutsche Sprache"
Sabine Mertens lehnt das Gendern ab. Bildrechte: MDR/Sabine Mertens

Georg Teichert ist seit 2010 Gleichstellungsbeauftragter der Uni Leipzig und hat dort Geschichte, Religionswissenschaften und Ägyptologie studiert. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Universität in offiziellen Papieren den Unterstrich verwendet.

Georg Teichert, Gleichstellungsberechtigter der Universität Leipzig
Georg Teichert ist Gleichstellungsbeauftrager an der Uni Leipzig. Bildrechte: MDR/Georg Teichert

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 10. April 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2019, 09:00 Uhr

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