Terrorgefahr "Gruppe S." plante laut Medienbericht offenbar Anschläge auf Habeck und Hofreiter

Nach einem Bericht der "Zeit" soll die von der Polizei zerschlagene "Gruppe S." über mögliche Anschläge auf die Politiker Habeck und Hofreiter diskutiert haben. Das würden Ermittlungen der Bundesanwaltschaft belegen.

Eine Person wird von Polizisten in den Bundesgerichtshof gebracht.
Festnahme bei einer Razzia gegen die mutmaßliche Terrorzelle "Gruppe S." Bildrechte: dpa

Die Mitte Februar festgenommenen mutmaßlichen Rechtsterroristen der "Gruppe S." sollen nach einem Onlinebericht der „Zeit“ über Anschläge auf die Grünen-Politiker Habeck und Hofreiter nachgedacht haben. Der "Zeit" lägen diesbezüglich Ermittlungsergebnisse der Bundesanwaltschaft vor.

Menschenverachtende Kategorisierung in "harte" und "weiche" Anschlagsziele

Robert Habeck
Grünen-Politiker Robert Habeck Bildrechte: imago images / Hoch Zwei Stock/Angerer

Die Gruppe S. habe eine Debatte über eine krude Einteilung von potentiellen Anschlagszielen geführt. Hier seien Politiker als "harte Ziele" klassifiziert worden. Als "weiche Ziele" hätten die mutmaßlichen Rechtsterroristen etwa Schwarzafrikaner eingestuft. Ein Hauptverdächtiger habe zudem gesagt, dass die Zeiten von Bürgerwehren überholt seien.

Anton Hofreiter
Grünen-Politiker Anton Hofreiter Bildrechte: imago images / Noah Wedel

Wie die "Zeit" berichtet, habe er in einem Gespräch darüber hinaus erklärt, bereit zu sein, sein "Leben liegen zu lassen". Der mutmaßliche Rädelsführer Werner S.  habe sich in einem abgehörten Gespräch zu mutmaßlichen Anschlagsplänen geäußert. "Zehn Männer, zehn Bundesländer, fertig - oder meinetwegen nur fünf, wenn's Zweiergruppen sind.", zitiert ihn die "Zeit".

Zwölf Personen im Rahmen von Ermittlungen um die Gruppe S. festgenommen

Mitte Februar waren bei Razzien in Sachsen-Anhalt und fünf weiteren Ländern zwölf mutmaßliche Rechtsextremisten festgenommen worden. Vier der Beschuldigten sollen eine Terrorzelle gegründet haben, die nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime plante.

Die anderen acht sähen die Ermittler als mutmaßliche Unterstützer der nach dem Rädelsführer benannten Gruppe S., deren Ziel es gewesen sei, bürgerkriegsähnliche Zustände herbeizuführen und so den Staat in den Grundfesten zu erschüttern und zu zerstören. Eine 13. Person, die in den Fokus der Ermittlungen um die Gruppe S. geraten ist, entging einer Festnahme bei den Razzien. Nach ARD-Recherchen handelte es sich hier um einen Informanten der Polizei.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 26. Februar 2020 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2020, 11:48 Uhr