Stephan Künzel forscht an der Krankheit Fibrose. Eine Krankheit, bei der Bindegewebszellen vermehrt Kollagen bilden und die Zellen so beim Stoffwechsel stört.
Bildrechte: MDR / Florian Glatter

Hintergrund Viel Geld und Ansehen für Exzellenz-Universitäten

Regelmäßig kämpfen deutsche Hochschulen um den Titel "Exzellenz-Universität". Es geht zum einen um viel Geld, aber auch das Ansehen der Uni. Das Geld erhalten sie für Forschungsprojekte, mit denen sie glänzen.

Stephan Künzel forscht an der Krankheit Fibrose. Eine Krankheit, bei der Bindegewebszellen vermehrt Kollagen bilden und die Zellen so beim Stoffwechsel stört.
Bildrechte: MDR / Florian Glatter

Exzellenz-Universität darf sich nennen, wer sich mit seinem Forschungsprojekt in einem dreijährigen Auswahlverfahren durchsetzt. Bildung ist zwar Ländersache, aber bei der Exzellenz-Strategie arbeiten Bund und Länder zusammen. Sie haben das Verfahren zur Auswahl in einer Verwaltungsvereinbarung geregelt.

Elf Universitäten werden ausgewählt

Darin ist festgelegt, dass elf Förderanträge als "exzellent" eingestuft und gefördert werden. Möglich ist, dass es weniger werden. Mehr werden auf keinen Fall ausgewählt.

Sieben Jahre Geld von Bund und Land

Eine Elite-Uni bekommt zwischen zehn und 15 Millionen Euro für ein Einzelprojekt im Jahr bzw. 15 und 28 Millionen Euro ein Verbund von mehreren Unis. Die Förderung geht über mindestens sieben Jahr.

Bund und Länder schütten insgesamt 148 Millionen Euro im Jahr an die Exzellenz-Universitäten aus. Drei Viertel der Gelder kommen vom Bund, ein Viertel muss das Bundesland beisteuern.

Auswahl dauert drei Jahre

Drei Jahre dauert der Prozess von der Bewerbung bis zur Kür der Exzellenz-Universitäten. Ausgangspunkt sind sogenannte "Exzellenz-Cluster", also international wettbewerbsfähige Forschungsfelder. Diese werden bereits für sieben Jahre gefördert.

"Exzellenz-Cluster" als Voraussetzung

Eine Universität muss mindestens zwei solcher "Exzellenz-Cluster" haben, um sich für den Titel "Exzellenz-Universität" bewerben zu können. Alternativ kann sie sich mit zwei anderen Hochschulen zu einem Forschungsverbund zusammenschließen. Dann sind drei "Exzellenz-Cluster" Voraussetzung.

Drei Beteiligte bei Auswahl

Wer den Titel tragen darf, entscheidet die sogenannte "Exzellenz-Kommission", der 39 Fachleute angehören. Anschließend kommen die für Bildung zuständigen Minister der Länder und vom Bund dazu. Gemeinsam müssen sie eine Entscheidung treffen. Die Experten haben dabei 39 Stimmen, der Bund 16 Stimmen und die Länder jeweils eine Stimme.

Auswahl nach Ampel-Prinzip

Zunächst sichtet die "Exzellenz-Kommission" die Bewerbungen. Sie stuft die Forschungsprojekt nach einem Ampel-System ein. "Grün" heißt unbedingt fördern. "Gelb" bedeutet, das Projekt kann, muss aber nicht gefördert werden. "Rot" heißt auf keinen Fall fördern.

Bei seiner Auswahl muss das Experten-Gremium folgende Kriterien berücksichtigen: die bisherigen exzellenten Forschungsleistungen, Drittmittel oder Forschungspreise, Qualität des strategischen Gesamtkonzepts, forschungsorientierte Lehre, Nachwuchsförderung, Ausbau der Spitzenforschung und Innovationskraft.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 19. Juli 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2019, 21:11 Uhr