Eine Frau legt einen Wahlbrief für die Kommunalwahl in ein Regal.
Die steigende Zahl an Briefwählern bedeutet für die Wahlbehörden einen steigenden organisatorischen Aufwand. Bildrechte: dpa

Wahlen Bundeswahlleiter kritisiert Zunahme der Briefwahl

Die zunehmende Nutzung der Briefwahl führte vor den anstehenden Wahlen zu Verzögerungen beim Versand der Wahlunterlagen. Auch deshalb sieht Bundeswahlleiter Georg Thiel die Zunahme dieser Option zu wählen kritisch.

Eine Frau legt einen Wahlbrief für die Kommunalwahl in ein Regal.
Die steigende Zahl an Briefwählern bedeutet für die Wahlbehörden einen steigenden organisatorischen Aufwand. Bildrechte: dpa

Der Bundeswahlleiter sieht die steigende Zahl der Briefwähler skeptisch. Bundeswahlleiter Georg Thiel sagte MDR AKTUELL, mit der Briefwahl gebe es eine ganze Reihe von Problemen. Zum Einen sei da der Zustellungsweg per Post: Heute gebe es da andere Zeiten und eine andere Verlässlichkeit als in der Vergangenheit. Im Büro des Bundeswahlleiters gingen viele E-Mails und Anrufe ein mit der Nachfrage, wo die Unterlagen blieben.

Thiel nannte als weiteres Problem, dass sich bei der Briefwahl der Wahlvorgang über mehrere Wochen erstrecke. Wenn etwas in dieser Zeit passiere, was die Willensbildung beeinflusse, könne man seine Stimme nicht mehr ändern. Außerdem könne das Ausfüllen in einer Wahlkabine anders ausfallen als zu Hause oder im Freundeskreis. Bei der letzten Bundestagswahl lag die Briefwahlquote laut Statistischem Bundesamt bei 28,6 Prozent.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Mai 2019 | 16:35 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Mai 2019, 19:00 Uhr

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16 Kommentare

22.05.2019 23:54 DER Beobachter 16

Es ist seltsam: Einerseits wird hier in der Kommentarspalte ohne Beleg regelmäßig behauptet, dass von der Briefwahl die Grünen profitierten, andererseits forderten Pegida etc. ausdrücklich dazu auf, Briefwahl zu machen, und der Bundeswahlleiter beklagt die gewachsene Flut der Briefwähler. Ich finde schon, dass das widersprüchliche Phänomen mal untersucht werden und jüngere/ältere Briefwahlergebnisse kolportiert werden dürfen.

22.05.2019 19:26 Wahlfälschung in Deutschland gilt als eine Straftat 15

Gott sei dank , denken die meisten Menschen in Deutschland nicht an Wahlbetrug . Der Mehrheit der Wähler gehören zu der Gruppe der Demokraten und sind in jeder Hinsicht ehrlich - Wie gesagt, die meisten Menschen sind ehrlich.
Gefährlich für die Demokratie sind diejenigen, die auf Betrug aus sind.

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Wahlfaelschung-Anklage-gegen-Linken-Politikerin,quakenbrueck262.html

22.05.2019 14:30 DER Beobachter 14

Heute auch auf der MDR-Sachsen-Seite zu lesen, dass eine Briefwählerin einen bereits angekreuzten Zettel zugesandt bekommen hat. Die Kreuze waren bei einem Afd-Kandidaten

22.05.2019 14:16 angelika 13

"DER Beobachter"
Zu Ihrer Info, ich wähle schon immer per Brief - 1. weil es immer passieren kann, dass ich kurzfristig arbeiten muss und meine Wahlchance somit verfallen wäre und 2. weil ich meine Wahl in aller Ruhe und Bedacht treffen möchte.
Eine Bitte hätte ich noch an Sie, bitte beoabachten Sie wen Anderen. Vielen Dank !

22.05.2019 14:05 angelika 12

"22.05.2019 00:05 DER Beobachter @ Angelika, Atheistin aus Mangel, Morchelchen"

Wovon eigentlich redest du ?
Eine geheime Wahl ist - äh ... geheim !
Daher auch die Wahlurnen, in die man nur allein darf, bzw. die eisdesstattlichen Erklärungen bei der Breifwahl.
Da gibt es Nichts zu befragen oder zu ergründen, weder davorn noch danach ! - und genau so soll es auch sein !

22.05.2019 12:58 Michael Möller 11

also ich habe dieses mal zur Briefwahl gegriffen und das nur weil am Wahltag nicht in Hessen bin sondern in Thüringen in meiner Heimat und auf einer Feier. wenn hier sich ein Wahlleiter zur Briefwahl äußert, frage ich mich hat dieser überhaupt das recht dazu oder sollte ER/Sie sich nicht lieber darum kümmern das alles nach Recht und Gesetz durch geführt wird. auch braucht es Zeit bei 41 Parteien und Vereine die zu finden die man seine Stimme geben will. denn die etablierten bekommen meine Stimme nie und nimmer mehr

22.05.2019 00:05 DER Beobachter @ Angelika, Atheistin aus Mangel, Morchelchen 10

Um so eine Entwicklung beweisen zu können, müsste man das normale Briefwahlverhalten vor ca. 2015 mit dem danach signifikant gestiegenen vergleichen und ergründen können und ggf. Briefwahlwähler sowohl davor als auch danach befragt werden können. Adressen der Briefwahlwähler liegen vor, aber nicht deren Wahlentscheidung. Typische Briefwahlwähler vor 2015 werden wohl berufsbedingt sonntags auswärtige/arbeitende/pendelnde/urlaubsbedingte Wähler von Grünen, FDP und CDU sein. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das nach 2015 nach der Aufforderung von der Pegida-Bühne zur Brifwahl jedenfalls hier in Sachsen und Dresden in eine die Gegenrichtung umgekippt ist... So What/und nun/et nunc...?

21.05.2019 22:23 nasowasaberauch 9

In den Kommentaren zur vermehrten Briefwahl kommt unterschwellig das Bedauern zum Ausdruck, dass diese Wählergruppe hierzulande auf die von den Medien und Parteien gern verallgemeinerten Probleme in Österreich nicht mehr reagieren kann. Ich glaube eher, dass Briefwähler eine gefestigte Entscheidung treffen, die von kurzfristigen Ereignissen im Ausland unberührt bleibt.

21.05.2019 21:56 Arthur 8

Ich habe bewusst den Weg der Briefwahl gewählt. Heute sind die Wahlunterlagen bei mir eingegangen.
Zur Europawahl, genau: Wahl zum Europäischen Parlament, stehen 35 (!) Parteien zur Wahl. Als verantwortungsvoller Bürger will ich eine fundierte Entscheidung treffen und mich in Ruhe mit den Programmen der Parteien vorher auseinandersetzen. Kennt jemand die Gesundheitspartei ? Ist diese rechtspopulistisch? Im öffentlichen Fokus stehen nur 5 bis 6 Parteien. Wovon eine ganz böse ist.
Dazu kommt noch die Kommunalwahl mit Ihren zahlreichen Kandidaten für den Stadtrat und Kreistag.
Also ich mache das lieber in Ruhe zu Hause.
Im Gemeindeblatt standen zwar die Kandidaten für den Stadtrat. Hat meine Frau leider zu schnell entsorgt.
Und außerdem habe ich ein Recht auf Briefwahl. Da hat ein Wahlleiter nicht zu kritisieren, wenn ich von einem Recht Gebrauch mache. Ich habe mal von dem Recht Bausoldat zu werden Gebrauch gemacht. Die Folgen waren unangenehm.

21.05.2019 21:50 nachdenker 7

Wenn man die Wahlunterlagen mit der "Billig-Post" versendet, sollte man sich nicht wundern. Die Ursache liegt also an der Leitung, die für die Versendung zuständig ist, nicht am Versand an sich.
Die Rücksendung geht dann über die Deutsche Post, weil das wohl so vorgeschrieben ist.
Auch bei der Wahl per Brief wird systematisch gespart, und im Nachhinein wird über die späte Zusendung polemisiert. Ich rate dem Bundeswahlleiter mal eine Woche bei Hermes, Pin-Mail, LVZ-Post und Co. zu arbeiten.