Agrarindustrialisierung Gesunde Betriebe - krankes Land?

Der Agrarbereich ist heute die einzige Branche, in der in Ostdeutschland mit besseren Ergebnissen gewirtschaftet wird als in Westdeutschland. Große Agrarbetriebe mit hoher Flächenausstattung und modernster Technik erwirtschaften gute Gewinne. Viele sehen die Entwicklung der ostdeutschen Landwirtschaft daher als eine beispiellose Erfolgsgeschichte an. Kritiker verweisen zugleich auf die negativen Folgen dieser Entwicklung und fordern ein Umdenken.

von Jan N. Lorenzen

"Precision Farming" ist das Zauberwort in den großen Agrarbetrieben Ostdeutschlands: Die Bewirtschaftung des Bodens wird nur noch mit Hilfe von GPS-gesteuerten Maschinen durchgeführt. Nicht mehr der Bauer sondern ein Computerprogramm bestimmt, wieviel Saatgut, wieviel Pflanzenschutzmittel und wieviel Dünger an welcher Stelle auf den Acker kommt: Ziel dieses "Präzisionsackerbaus" ist es, die Unterschiede des Bodens so zu berücksichtigen, dass die Ertragsfähigkeit innerhalb eines Feldes voll ausgeschöpft und Überdüngung vermieden wird. Um bis zu 15 Prozent lässt sich mit "Precision Farming" der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger reduzieren - das ist gut für die Umwelt und erhöht die Produktivität.

Große Strukturen prägen den Osten

Um "Precision Farming" betreiben zu können, bedarf es jedoch zunächst hoher Investitionen in die entsprechende Technik. Großen Betrieben fällt diese Anfangsinvestition naturgemäß leichter - und sie rentiert sich dort auch schneller. Für den Osten Deutschlands bedeutet dies einen gewaltigen Wettbewerbsvorteil! Denn während der Agrarmarkt im Westen Deutschlands von rund 250.000 Bauernhöfen mit einer durchschnittlichen Flächenausstattung von etwa 40 Hektar dominiert wird, existieren im Osten Deutschlands lediglich etwa 25.000 Agrarbetriebe mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von rund 200 Hektar. Die Größe eines landwirtschaftlichen Betriebes im Osten Deutschlands beträgt also im Durchschnitt etwa das Fünffache von jener im Westen.

Der durch die Großbetriebe erzielte Produktivitätsvorteil solle jedoch nicht zum alleinigen Maßstab genommen werden, kritisiert der frühere DDR-Umweltaktivist Michael Beleites, der heute in der Nähe von Dresden eine Gärtnerei betreibt. Er verweist auf die negativen Folgen, die die großen Strukturen in der Landwirtschaft vor allem für die dörfliche Kultur haben: Früher seien die Bauern die tragende Schicht des ländlichen Raumes gewesen. Es habe aber auch "Schmiede, Tischler, Läden, Gastwirtschaften, Schulen und Arztpraxen" gegeben, sagt Beleites. In den meisten Dörfern Sachsen-Anhalts, Sachsens und Thüringens ist diese Infrastruktur heute verschwunden. In vielen Orten gibt es nicht einmal einen Bäcker. Um einzukaufen und auch um zu arbeiten, fahren die Bewohner in die nächstgelegene Stadt.

Bilder zur exakt - Die Story-LPG-Story LPG - Agrargroßbetriebe - und dann?

Als nach der Wende im Osten die LPG aufgelöst wurden, sollten eigentlich kleinere Familienbetriebe entstehen. Doch größtenteils ist das nicht passiert. Aus vielen LPG wurden Agrargroßbetriebe. Zu welchem Preis?

Die ostdeutsche Landwirtschaft ist geprägt von riesigen Feldern
Die ostdeutsche Landwirtschaft ist geprägt von riesigen Feldern.

Über dieses Thema berichtet der MDR auch im Programm:
Exakt - Die Story | MDR FERNSEHEN | 05.07.2017 | 20:45 Uhr
Bildrechte: MDR/Alexander Hodam
Die ostdeutsche Landwirtschaft ist geprägt von riesigen Feldern
Die ostdeutsche Landwirtschaft ist geprägt von riesigen Feldern.

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Precision Farming. GPS kontrolliert werden Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel bedarfsgerecht auf die Äcker gebracht
Die "Neu-Seeland" Agrar GmbH im sachsen-anhaltischen Reinstedt ist einer der Vorreiter des "Precision Farming". GPS kontrolliert werden Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel bedarfsgerecht auf die Äcker gebracht.

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Exakt - Die Story | MDR FERNSEHEN | 05.07.2017 | 20:45 Uhr
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Herbert Lisso, Geschäftsführer der "Neu-Seeland" Agrar GmbH
Herbert Lisso, Geschäftsführer der "Neu-Seeland" Agrar GmbH, erläutert das Prinzip des "Precision Farming" für exakt - Die Story am Computer.

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Exakt - Die Story | MDR FERNSEHEN | 05.07.2017 | 20:45 Uhr
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Familie Gerster
Auf einem Vier-Seiten-Hof betreibt Familie Gerster seit 1994 biologischen Landbau.

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Exakt - Die Story | MDR FERNSEHEN | 05.07.2017 | 20:45 Uhr
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Der ehemalige DDR-Umweltaktivist Michael Beleites
Der ehemalige DDR-Umweltaktivist Michael Beleites ist einer der schärfsten Kritiker der aktuellen landwirtschaftlichen Strukturen in den Neuen Bundesländern.

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Terra EG in Sömmerda
Investoren drängen auf den ostdeutschen Bodenmarkt. Die Südzucker AG aus Mannheim hat vor kurzem die Terra EG in Sömmerda übernommen.

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Reinstedt im Harz
Eine Folge der großen Strukturen in der Landwirtschaft ist die Entkoppelung der Agrarunternehmen vom dörflichen Leben. Viele Dörfer, wie Reinstedt im Harz, kämpfen mit kultureller Verarmung, Überalterung und Abwanderung der Bevölkerung.

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Krise nach der Wende

Um diese Entwicklung nachvollziehen zu können, muss man freilich etwas weiter ausholen. Denn die Gründe, warum der Osten Deutschlands heute von Agrargroßbetrieben dominiert wird, liegen weit zurück. Unter starkem politischem Druck wurden die Bauern in der DDR dazu gebracht, die eigenständige Produktion aufzugeben und Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) beizutreten, in denen die Ackerflächen gemeinschaftlich bewirtschaftet wurden. Aus selbständigen Bauern wurden abhängige Lohnarbeiter. Nach dem Fall der Mauer beschloss die Volkskammer das Landwirtschaftsanpassungsgesetz. Es sollte den LPG-Mitgliedern die Möglichkeit eröffnen, ihr Land und ihr eingebrachtes Vermögen zurückzuerhalten und sich wieder als selbständige Bauern niederzulassen. Doch es kam anders.

Die ostdeutsche Landwirtschaft geriet in eine tiefe Krise. Weil in den Supermärkten fast nur noch Westprodukte angeboten wurden, blieben die ostdeutschen Bauern auf ihren Erzeugnissen sitzen. Kaum einer traute sich in dieser Zeit, sich als Bauer selbstständig zu machen. Um nicht einen ähnlichen Kahlschlag wie in der Industrie zu riskieren, wurden die LPG-Nachfolgebetriebe in diesen ersten Jahren nach der "Wende" zudem politisch stark unterstützt - mit günstigen Pachtverträgen und Vorkaufsrechten für Ackerflächen.

Die allmähliche wirtschaftliche Genesung der ostdeutschen Agrarbetriebe war zudem mit einem gewaltigen Arbeitskräfteabbau verbunden. Mit der "Wende" sank die Zahl der in der Landwirtschaft beschäftigten Arbeitskräfte von 923.000 im Jahr 1989 auf 179.000 im Jahr 1993. Heute sind im Osten Deutschlands nur noch knapp 150.000 Arbeitskräfte in der Landwirtschaft tätig. In keinem anderen Wirtschaftszweig hat seit 1989 ein größerer Beschäftigungsabbau stattgefunden. Und während in der DDR die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften vertraglich dazu verpflichtet waren, für die Kommune etwa Sportplätze oder Gemeindesäle bereitzustellen und sogar Kinderkrippen und Ferienheime zu unterhalten, hatten die neuen, aus den LPG hervorgehenden Agrarbetriebe diese Verantwortung nicht mehr. Die dörfliche Infrastruktur verschwand.

Läuft die Entwicklung aus dem Ruder? Wem wird das Land gehören?

Bis vor kurzem wurden die negativen Auswirkungen der Agrarindustrialisierung kaum diskutiert. Es überwog die Freude darüber, dass es den ostdeutschen Landwirtschaftsbetrieben gelungen war, sich in hocheffiziente, konkurrenzfähige Unternehmen zu verwandeln. Doch dann kam es weltweit zu einem dramatischen Anstieg der Bodenpreise, der auch Ostdeutschland erfasste. Boden wurde zum Anlageobjekt. Im Jahr 2007 kostete ein Hektar landwirtschaftliche Fläche in Thüringen im Schnitt 4.300 Euro. Neun Jahre später, 2016, hatte sich der Preis vervierfacht. In Sachsen kam es im selben Zeitraum zu einer Verdreifachung der Bodenpreise. Am stärksten betroffen war Sachsen-Anhalt, wo der Hektar-Preis von durchschnittlich rund 5.000 Euro 2007 auf 22.800 Euro stieg. Besonders interessant für Spekulanten sind dabei die großen und rentablen ostdeutschen Agrarunternehmen mit ihrer guten Flächenausstattung. Dazu kommt: Viele der Anteilseigner dieser Betriebe sind mittlerweile im Rentenalter. Anders als bei bäuerlichen Familienbetrieben, wo zumeist die nächste Generation den Hof übernimmt, sind sie verkaufswillig.

Bei vielen Politikern und auch bei dem Agrarkritiker Michael Beleites überwiegt daher die Sorge, dass die Entwicklung aus dem Ruder läuft und das ostdeutsche Land bald nicht mehr regionalen Landwirten, sondern internationalen Holdings gehört: mit gravierenden Folgen für die ländlichen Räume und einem weiteren Sinken der Lebensqualität in den Dörfern. Vor allem in Sachsen-Anhalt wird zurzeit ein sogenanntes Agrarstrukturgesetz diskutiert. Mit diesem sollen zum einen kleine bäuerliche Betriebe bevorzugt, zum anderen Kauf und Verkauf landwirtschaftlicher Unternehmen strengen Regeln unterworfen werden - ob es tatsächlich die befürchtete Entwicklung stoppen oder verlangsamen kann, ist jedoch umstritten. Auf die Frage, ob es nicht eine übertrieben romantische Hoffnung sei, die bäuerliche Dorfkultur wieder zu beleben, antwortet Michael Beleites: "Ich habe in den oppositionellen Gruppen der achtziger Jahre DDR gelernt, dass man auch unabhängig von dem, was heute realistisch erscheint, überlegen könne, was eigentlich sinnvoll, und was gut wäre." Wenn man immer nur das wünsche, was heute realistisch erscheint, dann würde es nicht besser werden.

Über dieses Thema berichtet der MDR auch im Programm: Exakt - Die Story | MDR FERNSEHEN | 26.06.2019 | 21:15 Uhr (Wiederholung)

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2019, 05:00 Uhr

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18 Kommentare

27.06.2019 00:02 Dorfbewohner 18

"007 (15)

@ Peter 12 + Dorfbewohner 13 ... Nicht alles durcheinander bringen Genossen...Wenn ich ihnen H. Dorfbewohner sag, dass SED LPG Futter war staatlich dann ist das so, was denn sonst…"

Die Eigentumsform der LPG war genossenschaftlich und nicht "staatlich" werter 007 und demzufolge auch deren Produkte. Bei Volkseigenen Gütern(VEG) zum Beispiel war die Eigentumsform staatlich aber die hießen dann dafür auch nicht LPG(Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften).

Allein wenn man vorgibt, etwas besser zu wissen heißt das noch lange nicht, dass es der Richtigkeit entspricht. Tut mir ja leid aber so isses nun mal. Nochmaliges Befragen Ihrer Bekannten könnte möglicherweise auch hilfreich sein.

Es könnte allerdings auch sein, dass Sie mit diesem Kunstbegriff "SED LPG Futter" ganz was anderes meinen als hier im Zusammenhang zu vermuten wäre.

26.06.2019 22:44 Peter 17

@15 007: "Nach der Wende sind die Bauern alle entschädigt u schwer reich geworden."
Ich bin beruflich oft im ländlichen Bereich unterwegs. Villen schwer reicher Bauern habe ich nicht entdeckt.
Und noch was: Hat nicht jeder Bauer einen harten Arbeitsalltag? Bekommt nicht auch Ihr Bekannter finanzielle Hilfen von der EU? Hätte Ihr Bekannter mehr oder weniger Geld in der Tasche, wenn er diese Zuschüsse nicht bekäme?

26.06.2019 22:17 Ronald Jacobs 16

Eine schlechte Recherche überschattet ihre Darstellung. Fragen Sie doch Herrn Aikens mal nach den Domänen des Landes Sachsen-Anhalt. Es gibt keinen Ostpächter auch keinen Ostkäufer und das „Tafelsilber“ hat das Land an einen Fabrikanten verkauft. Auch der wissenschaftliche Beirat Prof. Ballmamm IAMO Institut sieht dies übrigens anders. Zitat „ der Sektor sollte froh sein, wenn sich ausserlandwirtschaftliches Kapital für ihn interessiert“ (2010 bei ARTE). Darüber hinaus wird man die bürokratischen Herausforderungen mit 100 ha Betrieben nicht erfüllen können.
Mit freundlichen Grüßen
Jacobs

26.06.2019 21:26 007 15

@ Peter 12 + Dorfbewohner 13 ... Nicht alles durcheinander bringen Genossen. Glauben sie mir, die Bauern von heute reden sehr wehmütig von den fetten LPG Zeiten. Heute jammern sie alle um ihre Existenz. Jeder Bauer seinen eigenen Traktor, Mähwerkzeuge, Ställe die instand gehalten werden müssen, Hilfskräfte die kosten. Die freie Marktwirtschaft ist eben keine LPG mehr. Wenn ich ihnen H. Dorfbewohner sag, dass SED LPG Futter war staatlich dann ist das so, was denn sonst. Die Bauern haben damals für 90 DDR Mark ihre Gans beim Kombinat abgegeben u für 40 Mark eine geschlachtete mitgenommen. Sie Beide müssen mir nichts erklären, das hab ich miterlebt. Nach der Wende sind die Bauern alle entschädigt u schwer reich geworden. In den 90gern hatte die Landwirtschaft in DE noch Hochkonjunktur. Heute müssen die Kleinbauern hart arbeiten u um ihre Existenz kämpfen. Ich hab einschlägige Erfahrung in meinen Bekanntenkreis, deshalb weiß ich auch wovon ich rede ...

26.06.2019 19:23 Dorfbewohner 14

"Peter 12

...Die Wiedereinrichter, das heißt die heutigen Kleinbauern im Osten betreiben zumeist Öko-Landbau…"

Die paar Wiedereinrichter, die mir hier in der direkten Gegend bekannt sind, kann man aber auch wirklich nicht als Kleinbauern bezeichnen. Die Bewirtschaftung von mehreren hundert Hektar(mit Zupachtung) kann man nun wirklich nicht als Kleinbauerntum bezeichnen und ob die alle Öko-Landbau in dieser Größenordnung betreiben ist ebenfalls fraglich. Landwirtschaftliche Kleinbetriebbewirtschaftung ist hier nicht allzu üblich, nur als Einwand weil Sie es als "zumeist" bezeichneten.

26.06.2019 18:55 Dorfbewohner 13

"007 (11)

...Was nur wenige wissen, erst dadurch sind die Bauern im Osten richtig reich geworden. Ihr persönliches Viehzeug haben sie mit staatlichem Futter gemästet u zu Festpreisen an den Staat wieder verkauft…."

Nein, kein "staatliches Futter", wenn überhaupt dann genossenschaftliches Futter.
Aber eines steht für mich aber auch fest. So manches Mitglied einer LPG hätte sich ohne diese, quasi hätte es allein auf seiner eigenen und das zum Teil Mini-Scholle als selbständiger Bauer seinen Lebensunterhalt erwirtschaften müssen, verdammt umgeschaut. Außerdem glaube ich mich zu erinnern, dass LPG-Mitglieder noch nicht mal Lohnsteuern zahlen brauchten und mit der Sozialabgabe war es wohl auch nicht allzu toll.

26.06.2019 17:52 Peter 12

@11 007: Meine Großeltern lebten auf dem Dorf. Ich war dort sehr oft, aber so richtig reiche Genossenschaftsbauern konnte ich da nicht entdecken.
Und noch was, mein Lieber: Gesellschafter der aus den LPG´s hervorgegangenen Genossenschaften oder GmbH´s waren und sind sehr oft die ehemaligen Mitglieder der LPG, das heißt, die Bauern in den Dörfern. Die Wiedereinrichter, das heißt die heutigen Kleinbauern im Osten betreiben zumeist Öko-Landbau.
Auf geht´s: Machen Sie die heutigen Agrar-GmbH´s oder Genossenschaften mit höheren Steuern und der Streichung des EU-Geldes kaputt. Den Öko-Bauern wird´s nichts bringen. Die besetzen eine Nische mit angemessenen Preisen für ihre Öko-Produkte.
Wenn das die Strategie der Alternative für den ländlichen Raum ist, sollten das die Bürger dort ganz genau registrieren.

26.06.2019 16:32 007 11

@ Peter 6 ... Ach Genosse sie verstehen nichts von DDR Landwirtschaft. Der Zusammenschluss bzw die Enteignung der Bauern in der Zone zur LPG war ein sozialistisch-kommunistisches Projekt nach russischen Vorbild der Kolchosen. Damit sollte der Hunger überwunden u effektiver zusammen gearbeitet werden. Was nur wenige wissen, erst dadurch sind die Bauern im Osten richtig reich geworden. Ihr persönliches Viehzeug haben sie mit staatlichem Futter gemästet u zu Festpreisen an den Staat wieder verkauft. Die Felder+ Technik gehörten der LPG, wurde von ihr bewirtschaftet u finanziert. Die Bauern waren zwar nicht mehr offiziell Besitzer ihrer Ländereien aber Vieh hatten sie trotzdem u kein unternehmerisches Risiko. Und heute? Die Großbetriebe werden immer größer- billiger u von der EU noch gemästet. Das führt zu Überproduktion u Preisverfall. Eine Spirale nach unten die jeden Kleinbauern kaputt macht. Kleine-mittlere Bauernhöfe zu fördern u Großbauern kräftig zu besteuern wäre richtig ...

26.06.2019 15:48 Dorfbewohner 10

"part 9

Kein Wunder wurden doch nach 1990 die LPG umgewandelt in andere Genossenschaften. Das Betriebsvermögen wurde kleingerechnet um den verbliebenen Mitgliedern nichts auszahlen zu müssen von ehemaligen Volkseigentum…"

Nur mal so zur Richtigstellung:

Betriebsvermögen von "LPG"en war noch nie "Volkseigentum" sondern schon immer genossenschaftliches, also ein Zusammentun von privatem Vermögen. Jedes einzelne ehemalige Genossenschaftsmitglied hätte bei der Umwandlung und der Meinung es wurde "kleingerechnet" den Klageweg beschreiten können. Eigentümer an seinem Grund und Boden war er vor LPG-Gründung, während der Existenz der LPG und natürlich weiter nach deren Auflösung.

26.06.2019 11:46 part 9

Kein Wunder wurden doch nach 1990 die LPG umgewandelt in andere Genossenschaften. Das Betriebsvermögen wurde kleingerechnet um den verbliebenen Mitgliedern nichts auszahlen zu müssen von ehemaligen Volkseigentum. Heute stehen die Betriebe bestens da bei gleicher Agrarförderung Ost und West und die Vorsitzenden genehmigen sich opulente Bezüge. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich aber drastische verringert dank modernen Technik und Mißachtung des Arbeitszeitgesetzes. Was die internationalen Holdings betrifft als überwiegender Eigentümer von Agrarland, so wird es der BRD nicht anders ergehen als anderen Staaten auf dem afrikanischen Kontinent, eben nur mit etwas Verspätung. Wer die Lebensmittelproduktion beherrscht, beherrscht ganze Völker.

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