Beschaffer der Tatwaffe Fall Lübcke: BGH hebt Haftbefehl gegen Verdächtigen auf

Der Bundesgerichtshof hat den Haftbefehl gegen einen mutmaßlichen Komplizen im Mordfall Lübcke aufgehoben. Elmar J., der dem Hauptverdächtigen Stephan E. die Tatwaffe besorgt haben soll, ist damit wieder auf freiem Fuß. Eine Begründung für die Freilassung gibt es noch nicht.

Ein gerahmtes Porträtfoto des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke steht beim großen Festumzug auf dem 59. Hessentag auf einem Platz der Ehrentribüne.
Ein Bild erinnert beim Hessentag an der erschossenen Walter Lübcke. Bildrechte: dpa

Im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat der Bundesgerichtshof den Haftbefehl gegen einen der Beihilfe zum Mord Beschuldigten aufgehoben. Das teilte das Gericht am Mittwoch in Karlsruhe mit.

Die schriftliche Begründung, warum der Haftbefehl gegen Elmar J. aufgehoben wurde, steht noch aus. J. saß in Untersuchungshaft, weil er dem Hauptverdächtigen Stephan E. die Tatwaffe besorgt haben soll.

Lübcke wurde in den Kopf geschossen

Der 65-jährige Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 tot auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen-Istha gefunden worden. Laut Obduktion wurde er spätabends mit einer Kurzwaffe aus nächster Nähe per Kopfschuss getötet. Der CDU-Politiker war in rechten Kreisen verhasst, weil er eine humanitäre Aufnahme von Flüchtlingen befürwortete.

Der Hauptverdächtige E. gestand die Tat im Sommer vergangenen Jahres zunächst, widerrief sein Geständnis aber nach wenigen Tagen und wechselte seinen Anwalt. Vor rund einer Woche bezichtigte E. in einer Vernehmung vor dem Ermittlungsrichter des BGH seinen Komplizen Markus H. des tödlichen Schusses.

Wollte Stephan E. seinen Komplizen schützen?

Gegen H. wird bisher wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord ermittelt. Der Anwalt von Stephan E. sagte, sein Mandant gehe davon aus, dass H. den Schuss nach ihrem Streit mit Lübcke versehentlich abgegeben habe.

Nach Angaben von Verteidiger Frank Hannig hatte Stephan E. mit seinem ersten Geständnis Markus H. schützen wollen - ihm seien dafür Schutz und finanzielle Vorteile für seine Familie versprochen worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Januar 2020 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2020, 16:16 Uhr