Kritik an "Schweigen der Muslime" Özil prangert Uiguren-Verfolgung in China an

Der deutsche Fußballstar Mesut Özil hat das Schweigen muslimischer Staaten zur Uiguren-Verfolgung in China angeprangert. Während der Westen die Menschenrechtsverletzungen anspreche, schauten die Muslime weg.

Mesut Özil
Mesut Özil steht beim FC Arsenal in London unter Vertrag. 2014 wurde er mit der DFB-Elf Weltmeister in Brasilien. Nach dem WM-Aus 2018 in Russland trat er zurück. Bildrechte: Getty Images

Der frühere deutsche Fußball-Nationalspieler Mesut Özil hat muslimische Staaten aufgerufen, gegen die Uiguren-Verfolgung in China vorzugehen. In türkischer Sprache schrieb Özil auf Twitter, in China würden "Korane verbrannt, Moscheen geschlossen, islamische Schulen verboten". Der Star vom FC Arsenal in London kritisierte: "Die Muslime schweigen."

Weiter schreibt der deutsche Fußballer mit türkischen Wurzeln, westliche Regierungen und Medien setzten sich für die Uiguren ein. Der bekennende Muslim kritisiert: "Rückblickend wird nicht an die Folter durch die Tyrannen erinnert werden, sondern an das Schweigen der muslimischen Brüder."

Hunderttausende Muslime in China interniert

Chinesisches Militär patrouilliert nach blutigen Unruhen durch Uiguren-hauptstadt Ürümqi
Chinesisches Militär in der Uiguren-Hauptstadt Ürümqi. Bildrechte: IMAGO

Experten werfen China schwere Menschenrechtsverletzungen an den Uiguren in der Provinz Xinjiang vor. Mehr als eine Million Uiguren und andere Muslime befinden sich Menschenrechtsaktivisten zufolge in Umerziehungslagern. Peking hatte die Existenz der Lager lange bestritten und spricht heute von "Berufsbildungszentren" zur Deradikalisierung.

Wegen der Menschenrechtsverstöße brachte das US-Repräsentantenhaus kürzlich einen Gesetzentwurf zu Sanktionen gegen hochrangige chinesische Regierungsvertreter ein. Auch die EU und die Türkei kritisierten zuletzt den Umgang mit den Uiguren.

MDR AKTUELL RADIO

Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2019, 22:23 Uhr