Länder warnen vor Verstössen Coronavirus: Ostern ohne Familienbesuche und Ausflüge

Das freie Osterwochenende naht, die Sonne scheint – aber Familienbesuche und gemeinsame Ausflüge sind wegen des Coronavirus verboten. Die Länder warnen davor, gegen die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zu verstoßen und verweisen auf geplante strenge Kontrollen und drohende Bußgelder.

Geht auch dieses Ostern: Eier suchen im Park oder Garten. Aber eben mit Abstand.
In diesem Jahr muss das Osterfest kleiner gefeiert werden. Bildrechte: imago images / Future Image / J. Krick

Mit Blick auf das lange Osterwochenende appellieren die Länder an die Bürger, sich an die Corona-Beschränkungen zu halten. Wer zu Freunden oder der Familie fährt oder einen Tagesausflug außerhalb der näheren Umgebung macht, dem drohen Bußgelder. Dabei hat zusätzlich zu den generellen Bestimmungen der Bundesregierung jedes Bundesland eigene Regeln festgelegt.

Sachsen: Familienbesuche nur bei gleichem Wohnsitz

Ein Sprecher des sächsischen Innenministeriums sagte, der Besuch von Familienangehörigen sei nur zulässig, wenn sie den gleichen Haupt- oder Nebenwohnsitz hätten. Zur Eindämmung des Virus sollten die Sachsen über die Osterferien auch auf Tagesausflüge zu entfernten touristischen Zielen im Freistaat verzichten. An mehreren Ausflugszielen sind bereits Parkplätze gesperrt und es gibt Kontrollen.

Die Durchsetzung der bestehenden Kontaktverbote wird laut Innenministerium an Ostern ein Schwerpunkt der Polizei sein. Die Entscheidung, wo genau kontrolliert werde, liege bei den Dienststellen.

Sachsen fährt wegen Corona runter - was geht, was geht nicht?

Sachsen hat seine Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus verstärkt. Inzwischen sind weitere Geschäfte und Einrichtungen für Besucher geschlossen.

Grafik mit einer Übersicht zu den Ausgangsbeschränkungen in Sachsen
Bildrechte: MDR/panthermedia
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Sachsen-Anhalt: Intensive Kontrollen zu Ferienbeginn

In Sachsen-Anhalt soll die Einhaltung der Corona-Beschränkungen zu Beginn der Osterferien sehr intensiv durch die Polizei kontrolliert werden.

Vom Innenministerium hieß es, wer trotz Verbot eine touristische Fahrt aus einem anderen Bundesland nach Sachsen-Anhalt unternehme, müsse mit 400 Euro Bußgeld rechnen. Auch Besuche von Verwandten aus anderen Bundesländern seien untersagt.

Zuvor hatte bereits Ministerpräsident Reiner Haseloff an die Sachsen-Anhalter appelliert, von Ausflügen, Reisen und Verwandtenbesuchen rund um Ostern abzusehen. Stattdessen sollten Familienmitglieder, die nicht zusammen leben, lieber mit Videochats oder ähnlichen Kommunikationswegen in Kontakt bleiben.

Großstädter dürfen ins Grüne

Zwei Frauen gehen in großem Abstand voneinander spazieren
Auch für den Osterspaziergang gilt: Abstand halten. Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Ein Osterspaziergang ist – zu zweit mit Sicherheitsabstand oder mit Mitgliedern des eigenen Haushalts – auch in diesem Jahr erlaubt. Bei mehr als einer haushaltsfremden Person als Begleitung können aber 250 Euro Bußgeld fällig werden.

Für Spaziergänge dürfen Großstädter auch ins Grüne fahren. Ein fester Radius um das Wohngebiet, den die Menschen nicht verlassen dürfen, ist in Sachsen-Anhalt bislang nicht geplant.

Thüringen: Hohe Bußgelder für Zusammenkünfte

Zusammenkünfte sind auch in Thüringen verboten. Darunter fallen Familienfeiern, wenn die Familienmitglieder nicht im gleichen Haushalt leben. Ausgenommen sind nur Eheschließungen und Trauerfeiern sowie die Versorgung von Familienmitgliedern, die auf Hilfe angewiesen sind.

Wer zum Beispiel über Ostern Verwandte besucht, die nicht im gleichen Haushalt wohnen und keine Pflegefälle oder Ähnliches sind, riskiert ein Bußgeld von 400 Euro (pro Person). Ab sieben Personen gilt eine solche Zusammenkunft nicht mehr nur als Ordnungswidrigkeit, sondern sogar als Straftat.

Auch ein Osterspaziergang mit mehr als einem Freund kann teuer werden: Laut Thüringer Bußgeldkatalog kosten Zusammenkünfte und Ansammlungen von mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum 200 Euro. Wer den Mindestabstand von 1,50 Meter nicht einhält, zahlt 100 Euro, wenn er erwischt wird.

Oster-Ausflüge ans Meer verboten

Auch in den anderen Bundesländern gelten strenge Regeln für Zusammenkünfte und Ausflüge. So haben Küstenländer wie Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein Tagesausflüge zu Badeorten über die Osterfeiertage untersagt. Selbst, wer hier einen Zweitwohnsitz hat, darf nicht ins Land.

Merkel: Zu früh für Lockerung

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in ihrem Video-Podcast vom 3. April ebenfalls noch einmal dafür appelliert, die Ausgangsbeschränkungen und Abstandsregeln auch während der Ostertage zu beachten. Zwar habe sich der Zuwachs der Neuinfektionen etwas verlangsamt. Es sei aber definitiv zu früh, um darin einen sicheren Trend zu erkennen oder gar die strengen Regeln schon zu lockern.

Linke: Grenzen zwischen Bundesländern gehen zu weit

Die Linke im Bundestag lehnt Reisebeschränkungen innerhalb Deutschlands zur Eindämmung der Corona-Krise ab. Der Parlamentarische Geschäftsführer, Jan Korte, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, zwar seien die allgemeinen Kontaktsperren richtig. Zwischen den Bundesländern Grenzen hochzuziehen, gehe aber zu weit. Wer den Mindestabstand wahre und sich verantwortungsvoll verhalte, sollte keine Probleme mit der Polizei bekommen.

Der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, sagte, es brauche bundesweit einheitliche Regelungen und keine Kleinstaaterei.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. April 2020 | 14:30 Uhr