Nazi-Festivals Rechtsrockland - Neonazikonzerte in Mitteldeutschland

Seit einigen Jahren steigt die Zahl rechtsextremer Konzerte in Deutschland. Allein zwischen Juli und September 2017 besuchten 11.000 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland Neonazi-Konzerte in Deutschland. Viele in Mitteldeutschland.

Themar 2017: 6000 Neonazis aus ganz Europa marschieren in dem kleinen Südthüringer Ort auf. Es ist das größte Nazi-Festival in der Geschichte der Bundesrepublik. Vorbereitet wurde es von Thüringer Rechtsextremisten.

Ostritz 2018: fast 1.300 Rechtsextremisten kommen in die ostsächsische Kleinstadt. Gleich zwei Tage lang feiern die Neonazis ein Festival: mit einschlägigen Bands, Tattoo-Wettbewerben und Kampfsport. Wieder wird die Großveranstaltung von einem Thüringer organisiert.

Rechtsrockland Neonazi-Konzerte in Mitteldeutschland

Die Thüringer Neonazis haben sich in der Szene einen Namen gemacht. Europaweit gelten sie als Organisationstalente für Rechtsrockkonzerte.

Konzertbesucher
Das Großevent Schild- und Schwert-Festival in Ostritz führte Rechtsrock- und Kampfsportszene zusammen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Konzertbesucher
Das Großevent Schild- und Schwert-Festival in Ostritz führte Rechtsrock- und Kampfsportszene zusammen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Gasthof im Fachwerkhaus Baustil, davor eine Straße und parkende Pkw´s auf einem Parkplatz.
Der Gasthof des Neonazi-Unternehmers Tommy Frenck ist Anlaufpunkt für Neonazis aus ganz Deutschland und Europa. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Zwei Männer des Sicherheitsdienstes. Auf den schwarzen T-Shirts steht ''Sicherheitsdienst Arische Bruderschaft''.
Die T-Shirts des Sicherheitsdienstes wurden beim zweitägigen SS-Festival in Ostritz beschlagnahmt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Zwei Männer und eine Frau unterhalten sich.
Hendrik Möbus bekannt als Satansmörder von Sondershausen ist heute  geschäftstüchtiger Netzwerker der NS-Black-Metal-Szene. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Blick über das Konzertgelände mit Zelten und Besuchern.
In Südthüringen hat sich die Kleinstadt Themar zum Mekka für die militante Neonaziszene aus ganz Europa entwickelt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eintrittskarten zum Konzert mit verschiendenen Logos und dem Hakenkreuz.
Konzertkarten des italienischen NS-Black-Metal-Events Hot Shower Festival. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Drei Besucher des Konzertes, im Hintergrund steht ein Polizeiwagen.
Neonazirocker und Kampfsportler. Die Turonen waren auch an der Organisation des bundesweit größten Neonazikonzerts im Juli 2017 in Themar eingebunden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Konzertbesucher stehen vor einer Bühne und verfolgen das Konzert.
NPD Eichsfeldtag in Leinefelde 2017. Am Rande von Konzerten wie diesem treffen sich internationale Neonazinetzwerker. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Die Thüringer Neonazis haben sich in der Szene einen Namen gemacht. Europaweit gelten sie als Organisationstalente für Rechtsrockkonzerte. Die geschäftstüchtigen, so genannten Bewegungsunternehmer melden unter dem Deckmantel der Versammlungsfreiheit ihre Festivals an. So macht die Szene Geld: für Gerichtskosten, Immobilien und den Aufbau ihrer Strukturen.

Ein genauer Blick auf die Konzertteilnehmer lohnt sich, denn im Hintergrund ziehen alte Kader und Szenegrößen die Fäden – die "Paten des Rechtsterrorismus." Sie sind zum Teil seit Jahrzehnten in der Szene aktiv – erst unauffällig, jetzt immer offensiver. Ihre Netzwerke sind international. Auch Gruppen wie "Combat 18", verantwortlich unter anderem für Bombenanschläge in London, sind wieder aktiv. Die Story analysiert die Rechtsrockszene, deckt Netzwerke auf und hinterfragt Strategien der Behörden. Verdeckte Aufnahmen zeigen, was bei einem konspirativen Rechtsrock-Konzert tatsächlich passiert.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Exakt - Die Story | 10. April 2019 | 20:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2019, 09:00 Uhr

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