Frank Richter (ehe. Bundeszentrale polit bildung sachsen) und Katharina König-Preuss von den Thüringer Linken.
Bildrechte: dpa, imago/Karina Hessland

Exakt - Schlagabtausch Mit Rechten reden? Frank Richter und Katharina König-Preuss im Streitgespräch

Menschen mit rechten Ansichten ignorieren oder den Dialog suchen? Wie gehen Demokraten mit undemokratischen Positionen um? Im Schlagabtausch zwischen Frank Richter und Katharina König-Preuss prallen die Meinungen aufeinander.

Frank Richter (ehe. Bundeszentrale polit bildung sachsen) und Katharina König-Preuss von den Thüringer Linken.
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Mit Rechten reden? Ja – sagt Frank Richter …

… Jahrgang 1960, Theologe, Bürgerrechtler und Politiker. Aufgewachsen in einem gläubigen Elternhaus, entscheidet sich Richter zunächst für den Weg des katholischen Priesters. 2005 lässt er sich laisieren, um zu heiraten. Später tritt Richter aus der katholischen Kirche aus und ist jetzt evangelisch.

Von 2009 bis 2016 war Richter Direktor der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung. 2018 kandidierte Frank Richter bei der Oberbürgermeisterwahl in Meißen und unterlag knapp dem bisherigen Amtsinhaber Olaf Raschke. Raschke – ebenso parteilos wie Richter – wurde von der CDU und der AfD unterstützt. Richter bezeichnete dies damals als Tabubruch. Seit seiner Zeit als Direktor der Landeszentrale für Politische Bildung in Dresden haftet Richter das Etikett „Pegida-Versteher“ an. Er setzte auf Dialog, auch mit den Pegida-Wortführern. 2015 – auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise – stellte er der Pegida-Spitze Räume der Landeszentrale für eine Pressekonferenz zur Verfügung. Dafür wurde er vielfach kritisiert.

Meine These heißt: Ich werde das Prinzip der Ausgrenzung nicht mit dem Prinzip der Ausgrenzung erwidern. Wo soll das hinführen? Wer soll in diesem Land sich alles noch gegenseitig ausgrenzen? Am Ende zerfällt die Gesellschaft, ich möchte sie zusammenhalten.

Frank Richter MDR exakt

Richter war sowohl Teil der 1989-Bürgerrechtsbewegung der ehemaligen DDR als auch jahrelang in der „AG 13. Februar“ engagiert. Dort organisierte Richter über viele Jahre ein breites bürgerliches Protestbündnis gegen Neonaziaufmärsche zum Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg mit.

Mit Rechten reden? Nein – sagt Katharina König-Preuss …

… Jahrgang 1978, Pfarrerstochter aus Thüringen, Landtagsabgeordnete der Linken und Diplom-Sozialpädagogin. Katharina König ist die Tochter des bekannten Jenaer Studentenpfarrers Lothar König. In der DDR sind die Königs Außenseiter, die Kinder nicht bei den Pionieren, beim Fahnenappell in der Schule stehen sie in der letzten Reihe.

König-Preuss gilt seit frühester Jugend als äußerst engagierte Kämpferin gegen Rechtsextremismus. Mit 14 Jahren wurde König in ihrer Heimatstadt Jena zum ersten Mal von Neonazis zusammen geschlagen, berichtete sie der Presse. Es folgen jahrelange Angriffe und Beleidigungen.

Katharina König-Preuss ist Mitglied des Innenausschusses und saß im Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss. Sie engagiert sich gegen Rechtsrock-Konzerte in Thüringen.

2016 rief eine Schweizer Band zum Mord an Katharina König und ihrem Vater Lothar auf. Daraufhin veröffentlichte die Band „Feine Sahne Fischfilet“ ein Lied über die Königs mit dem Titel „Angst fressen Seele auf“.

Ich gebe AfD-Abgeordneten, -Mitarbeitern weder die Hand, noch grüße ich Sie, noch spreche ich mit ihnen. Dasselbe gilt für AfD-Mitglieder in Thüringen und für AfD-Wähler in Thüringen. Keine Diskussion mit denjenigen, die sich der Höcke-AfD anschließen, die pur antisemitisch Äußerung von sich gibt, die puren Rassismus verbreitet und mit Neonazis an unterschiedlichen Stellen zusammenarbeitet.

Katharina König-Preuss MDR exakt

2016 legte Katharina König beim Thüringer Verfassungsgerichtshof Beschwerde  gegen eine Rede des AfD-Landtagsabgeordneten Stephan Brandner ein. Brandner hatte gesagt, die Linke-Politikerin König sei mit dafür verantwortlich, "dass Polizisten grün und rot geschlagen werden, dass Polizeiautos brennen, dass Barrikaden brennen." Das Gericht lehnte die Beschwerde ab.

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Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2019, 12:36 Uhr