Zwölf- bis 25-Jährige Studie: Jugendliche rauchen weniger - außer Cannabis

Junge Menschen in Deutschland greifen immer seltener zur Zigarette. Auch der Alkoholkonsum geht einer Studie zufolge zurück. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung lobt die Erfolge jahrelanger Präventionsarbeit - sieht aber insbesondere beim Umgang mit Cannabis noch Handlungsbedarf.

Eine Frau zieht an einer Zigarette.
Immer weniger Jugendliche rauchen - beim Cannabis-Konsum verzeichneten die Studienmacher dagegen wieder einen Anstieg. Bildrechte: colourbox

Rauchen wird bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland immer unbeliebter. Das ergab die jüngste "Drogenaffinitätsstudie" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. In der repräsentativen Befragung gaben lediglich 5,6 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen an, ständig oder gelegentlich zu rauchen – ein historischer Tiefstand. Zu Beginn der Erhebung im Jahr 1973 rauchten noch zwei Drittel der Jugendlichen.

Marsimoto 4 min
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MDR SPUTNIK Di 16.06.2020 20:55Uhr 04:10 min

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Drogenbeauftragte: Zahlen beim Rauchen mehr als erfreulich

Auch junge Erwachsene von 18 bis 25 Jahren verfallen seltener der Sucht: Vor 20 Jahren hat etwa die Hälfte von ihnen geraucht, heute ist es noch jeder Fünfte. Dagegen stieg der Anteil derjenigen, die noch nie geraucht haben, in beiden Altersgruppen auf ein neues Hoch: bei den Jugendlichen waren es 85,1 Prozent, bei den 18- bis 25-Jährigen 45,9 Prozent.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, nannte die Entwicklung beim Rauchen "mehr als erfreulich". Sie seien ein Ergebnis jahrzehntelanger gut gemachter Präventionsarbeit.

Daniela Ludwig (CSU), Drogenbeauftragte der Bundesregierung, spricht während der Vorstellung des Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung im Haus der Bundespressekonferenz.
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Genau diesen Effekt müssen wir auch beim Cannabis erreichen.

Daniela Ludwig Bundesdrogenbeauftragte

Jugendlichen müsse deutlich gemach twerden, dass "Kiffen nicht cool ist, sondern gesundheitsschädlich sein kann", sagte Ludwig.

Jeder zweite junge Erwachsene hat Cannabis ausprobiert

Im Gegensatz zu den Zigaretten ist beim Cannabis der Anteil Jugendlicher, die den Stoff mindestens einmal in ihrem Leben konsumiert haben, wieder gestiegen. So gaben 10,4 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen und 46,4 Prozent der 18- bis 25-Jährigen an, schon einmal Cannabis ausprobiert zu haben. Damit liegen die Werte ähnlich hoch wie in den Jahren 2004 bis 2008.

Andere illegale Suchtmittel werden deutlich seltener konsumiert. Von den jungen Erwachsenen haben 7,8 Prozent schon einmal Ecstasy konsumiert, bei Amphetaminen lag der Anteil bei 6,8 Prozent, bei psychoaktiven Pflanzen bei 5,4 Prozent und bei Kokain waren es 4,7 Prozent.

Rauschtrinken weiterhin verbreitet

Rückläufig ist der Studie zufolge auch der regelmäßige Alkoholkonsum bei jungen Menschen. Demnach trinken 9,5 Prozent der Jugendlichen und 32,9 Prozent der jungen Erwachsenen mindestens einmal in der Woche Alkohol - im Jahr 2004 waren es noch 21,2 Prozent bei den Jugendlichen und 43,6 Prozent bei den 18-25-Jährigen.

Trotz der langfristig rückläufigen Entwicklungen beobachtet die Bundeszentrale mit Sorge, dass Rauschtrinken im Jugendalter weiterhin verbreitet ist. Dabei trinken sich männliche Jugendliche und junge Erwachsene häufiger in einen Rausch als weibliche. 16,4 Prozent der Jungs und 43,9 Prozent der jungen Männer gaben an, sich in den letzten 30 Tagen mindestens einmal in einen Rausch getrunken zu haben. Bei Mädchen waren es 10,7 Prozent, bei jungen Frauen 24,5 Prozent.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Juli 2020 | 15:30 Uhr