Verkehr in Leipzig
Um die Grenzwerte einzuhalten, wollen mitteldeutsche Städte vermehrt auf Elektrofahrzeuge in ihren Fuhrparks setzen – aber auch der private Stadtverkehr muss mehr beachtet werden. Bildrechte: IMAGO

Stadtverkehr Städte setzen auf Elektromobilität bei ihren Fuhrparks

Überschrittene Grenzwerte für Stickstoffdioxid sind auch in Mitteldeutschland schon länger Thema. Fahrverbote für Diesel drohen, etwa in Leipzig oder auch Dresden. MDR-AKTUELL-Hörer Johannes Dose aus Dresden möchte daher wissen, ob einzelne Kommunen ihre Fahrzeuge schon gegen umweltfreundliche Kfz umgetauscht haben und wer für einen Austausch aufkommen muss.

von Ronny Arnold, MDR AKTUELL

Verkehr in Leipzig
Um die Grenzwerte einzuhalten, wollen mitteldeutsche Städte vermehrt auf Elektrofahrzeuge in ihren Fuhrparks setzen – aber auch der private Stadtverkehr muss mehr beachtet werden. Bildrechte: IMAGO

In Mitteldeutschland hat Leipzig die Nase vorn, wenn es um die Verschmutzung durch Stickstoffdioxid geht. Mit 42 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegt die Messestadt im Jahresdurchschnitt knapp über dem Grenzwert – und auch knapp vor Halle und Dresden mit je 40 Mikrogramm.

Hälfte des Fuhrparks sind Dieselfahrzeuge

Gut 200 Fahrzeuge hat allein die Stadt Leipzig in ihrem Fuhrpark – die Hälfte davon sind Dieselfahrzeuge. Laut Hauptamtsleiter Christian Aegerter sind aber keine offensichtlich manipulierten Autos dabei. Überprüfungen hätten ergeben, dass die vorhandenen Dieselfahrzeuge nicht in diese Kategorie fallen würden, erklärt Aegerter. Wenn dies der Fall gewesen wäre, hätte die Stadt die entsprechenden Autos reklamiert.

Umrüstung auf E-Autos läuft bereits

Das heißt momentan: Es gibt kein Geld zurück von den Autoherstellern. Saubere Neuanschaffungen zahlt die Stadt deshalb aus ihrem Haushaltsbudget. Trotzdem sollen die Diesel langsam verschwinden und durch E-Autos ersetzt werden, berichtet Aegerter. 38 davon nutze die Stadt bereits, der Kauf von 15 weiteren sei geplant.

Ein Mobilitätsmanagement-Konzept sei im vergangenen Jahr erarbeitet werden, welches die Ablösung der Dieselfahrzeuge durch Elektrofahrzeuge vorsehe, erklärt Aegerter. "Die Entwicklung ist weitergegangen und die Batterien sowie die Reichweite sind dadurch besser geworden."

Städte setzen auf Elektromobilität

Stichwort: Elektromobilität. Auch die Stadt Dresden will umrüsten und ihre Dieselfahrzeuge in Zukunft reduzieren. Im Bereich der Umwelt- und Kommunalwirtschaft nutzt sie momentan 58 Fahrzeuge, darunter 16 Dieselfahrzeuge – aber nur sechs E-Autos.

Es gebe noch keinen zentralen Fuhrpark und das sei das Problem in Dresden, erklärt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen. Das solle sich aber ändern.

Der Plan ist, einen Pool an Fahrzeugen einzurichten, die dann die verschiedenen Verwaltungsbereiche nutzen können. Dadurch wolle die Stadt die Auslastung verbessern, erklärt Jähnigen. "Unser Vorbild ist unser eigenes Stadtwerk, die Drewag hat so einen Pool schon, hat damit gute Erfahrungen gemacht."

Fuhrpark nur kleiner Anteil vom Stadtverkehr

Auch durch umweltfreundliche Lastenfahrräder, externes Carsharing und ÖPNV-Jobtickets soll die Bilanz verbessert werden. Alles schön und gut, meint Matthias Uhlig vom Leipziger Umweltbund "Ökolöwe". Letztlich sei der Anteil der städtischen Fahrzeuge am Gesamtverkehr allerdings nur marginal.

"Grundsätzlich ist es sinnvoll und auch ein richtiger Schritt, die städtischen Flotten zu modernisieren. Es ist allerdings aber nur ein sehr kleiner Schritt." Dreiviertel der Stickstoffdioxid-Emission würden aus dem privaten Pkw-Verkehr kommen, erklärt Uhlig.

Besserer ÖPNV sollte die Lösung sein

"Möchte man als Kommune also langfristig und effektiv etwas für saubere Luft tun, dann muss man den Autoverkehr reduzieren", fordert Uhlig. Und das funktioniert laut den Ökoverbänden immer noch am besten mit einem gut ausgebauten und kostengünstigen ÖPNV.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Juli 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2019, 05:00 Uhr

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9 Kommentare

17.07.2019 17:45 pkeszler 9

Die Kosten trägt der Autofahrer allein.
In der Nacht lassen sich die Batterien immer kostengünstiger aufladen und dann wäre man am Morgen fahrbereit. Bis jetzt kenne ich jedenfalls von über 100 Fahrzeugen in der Tiefgarage niemand, der ein reines E-Mobil hat. Und wer nicht einen kostengünstigen Ladestützpunkt im Betrieb hat, ist immer der Angeschmierte.

17.07.2019 17:24 Fragender Rentner 8

Wird betsimmt beim Abbau der seltenen Erden keine Umweltschäden geben und die Bevölkerung kommt auch gut weg?

Wenn man da an Sendungen denkt wo in China und Südamerika aus Zeug abgebaut wird, die Menschen sind ja so etwas von begeisert.

17.07.2019 14:21 Thomas 7

Der Autoverkehr wird sich nicht reduzieren lassen und dies ist auch nicht erforderlich! Nach Dresden pendeln etwa 100.000 Menschen zur Arbeit, die im Umland wohnen. Für die meisten gibt es weder eine Anbindung mit öffentlichen Verkehrmitteln noch genügend Parkplätze am Stadtrand, um umzusteigen. in Klotzsche z.B. 35 Parkplätze für 18.000 Pendler. Folglich haben die meisten gar keine andere Wahl, als mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Außerdem gibt es für die Umwelthysterie keinen Grund. Die Luftv in den Städten ist so sauber wie noch nie. Eigentlich ein Grund zur Freude. Ab September werden nur noch neue Fahrzeuge mit Euro 6d-temp zugelassen, wenn sich diese verbreiten (in den nächsten 3-4 Jahren sind dann alle Firmenwagen erneuert, die etwa die Hälfte der Neuzulassungen stellen), dann werden die willkürlich niedrig festgelegten Grenzwerte überall eingehalten. Es geht den Klimahysterikern nicht um saubere Luft, ideologisch bedingt wollen sie den Menschen die Mobilität rauben.

17.07.2019 14:11 Gerd Müller 6

Gott sei dank haben wir Strom im Überfluss und günstig ist er auch noch.
Grüne sind die Hoffnung für uns alle. Wo ist eigentlich der Herr Habeck, abgetaucht?
Finde den Fehler

17.07.2019 13:51 Brennabor 5

Ich glaube nicht das E-Autos umweltfeundlicher sind.
Pedelecs sind nach 7 Jahren Elektro-Schrott, weil es
keine passenden Ersatzteile mehr gibt. Bei Autos wird
es nicht viel besser sein. Hier landen wir in einer
Sackgasse !

17.07.2019 13:22 Peter 4

@1 H.E.: Dann aber bitte konsequent und auch weg mit Smartephone, Tablet und Notebook.

17.07.2019 12:18 wwdd 3

Zu 1, Wie egoistisch denken Sie. Die Familien und damit auch die Kinder, müssen dort schließlich auch leben. So etwas wie Hartz 4 gibt es im Kongo nämlich nicht.

17.07.2019 12:13 pkeszler 2

Man sollte die Elektromobilität erst mal im städtischen Nahverkehr, bei der Post , Müllabfuhr und bei Transportunternehmen, die täglich fahren müssen, einsetzen und probieren, bevor man Privatnutzer belastet, die sich erst die nötigen Steckdosen und die Stromleitungen in den Tiefgaragen anschaffen müssen. In der Nacht lassen sich die Batterien immer kostengünstiger aufladen.

17.07.2019 10:10 H.E. 1

Ich halte inzwischen von E-Autos nichts und würde mir auch keinen zulegen, besonders wenn ich daran denke, wie die SELTENEN ERDEN für die Batterien gewonnen werden, nämlich häufig durch Kinderarbeit z.B. im Kongo.

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