Icy Bay in Alaska
Die Icy Bay in Alaska. Überall auf der Welt befinden sich Eismassen auf dem Rückzug. Irgendwann wird diese Bucht ihrem Namen nicht mehr gerecht. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Glossar Klimawandel & Co. – die wichtigsten Begriffe

Wetterextreme, Temperaturanstieg, Pol- und Gletscherschmelze - das Klima auf der Welt ist im Wandel. Das war es schon immer. Doch scheint es, dass erstmals vom Menschen verursachte Veränderungen für einen besonders schnellen Wandel sorgen. Die Erderwärmung zerstört Lebensräume und kann Krieg und Not zur Folge haben. In diesem Wiki finden Sie die wichtigsten Begriffe zu Klima und Energie.

Icy Bay in Alaska
Die Icy Bay in Alaska. Überall auf der Welt befinden sich Eismassen auf dem Rückzug. Irgendwann wird diese Bucht ihrem Namen nicht mehr gerecht. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Die Diskussion um den Klimawandel erhitzt die Gemüter. Experten sagen, über die Jahrzehnte wird die Menschheit dramatische Veränderungen erfahren, weil eine wärmere Erde anderes Wetter zur Folge haben wird. Damit wird es in Gegenden, die vorher fruchtbar waren, weniger zu essen geben. Es entbrennen Kämpfe um Wasser und Nahrungsquellen, Menschen werden auf der Suche danach ihre Heimatländer verlassen. Die Menschheit steht deshalb vor der Herausforderung, die Energieproduktion umzustellen, sodass dabei keine Kohle, Erdöl oder Erdgas verbrannt wird. Denn fossile Brennstoffe erhöhen den C02-Anteil der Luft – die Folge: Die Atmosphäre wärmt sich auf wie ein Treibhaus.

Andere sagen, Klimawandel habe es schon immer gegeben, kein Grund zur Besorgnis. Der Mensch verbrenne zwar Kohle zu Kohlendioxid, aber dass mehr CO2 in der Luft für die in letzten 100 Jahren sprunghaft angestiegenen Temperaturen verantwortlich sei, habe noch niemand zweifelsfrei beweisen können. Wenn die Menschheit die Energieproduktion umstelle, gefährde sie Arbeitsplätze und Wohlstand. Diese Kritiker sagen: Es soll alles so bleiben, wie es ist. Denn gerade für technisch ausgereifte Dieselmotoren in Autos gebe es so schnell keinen vernünftigen Ersatz.

Unterschiedliche Positionen, unterschiedliche Meinungen – in der Debatte um die Klimaveränderungen gibt es viele Kontroversen. Das liegt nicht zuletzt an den oftmals unklar verwendeten Begriffen. Mit diesem Klimawiki wollen wir die wichtigsten Begriffe rund um den Klimawandel zusammenstellen und erläutern.

Atomausstieg


Als Atomausstieg wird der Verzicht auf die zivile Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung bezeichnet. Er ist ein Teilaspekt der Energiewende, da Atomkraft auch als klimafreundliche "Brückentechnologie" beim Übergang zu erneuerbaren Energien verteidigt wird. Gegner argumentieren hier aber, dass billiger Atomstrom die Einführung erneuerbarer Energien bremse. Sie weisen vor allem auf Risiken und Folgen von nuklearen Unfällen hin und auf radioaktive Abfälle, die Jahrtausende sicher gelagert werden müssen.

In Deutschland gab es bisher zwei Atomausstiege:

1. Die im Jahr 2000 getroffene Vereinbarung ("Atomkonsens") der rot-grünen Regierung mit den vier deutschen Betreibern von Kernkraftwerken, diese nach Restlaufzeiten abzuschalten.

2. Die Entscheidung des Bundestags vom 30. Juni 2011, im Herbst 2010 beschlossene Laufzeitverlängerungen wieder zu kippen – acht ältere Kraftwerke sofort und weitere neun später abzuschalten, die letzten drei im Jahr 2022. Diese Kehrtwende leitete Kanzlerin Angela Merkel wegen der Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima in Japan im März 2011 ein.

In den 1950er-Jahren war der Einstieg in die friedliche Nutzung der Kernenergie weithin akzeptiert. Kernkraftwerke galten als modern, sicher, wirtschaftlich und umweltfreundlich, bis ab den 1970er-Jahren der Ausstieg zur Hauptforderung der Anti-Atomkraft-Bewegung wurde. Die Kernschmelze im US-Kraftwerk Three Mile Island im Jahr 1979 und die Katastrophe in Tschernobyl 1986 in der Sowjetunion ließen die Bewegung stärker werden. Viele Länder haben sich seither zu einem Atomausstieg entschlossen, während andere weiter auf die Kernkraft setzen. Dabei kam es in einigen Ländern, wie auch in Deutschland, zu einem politischen Hin und Her.

Oft wird ein langsamer Atomausstieg gewählt, um andere Anlagen zur Energie-Erzeugung zu errichten und die Stromnetze um- und auszubauen. Aktuell ist auch in Deutschland der Netzausbau ein wichtiges Thema.

Bienensterben

Der Rückgang von Bienen in Deutschland hat eine seiner Ursachen darin, dass besonders Wildbienen immer weniger Blüten für ihre Suche nach Nektar finden. In der Landwirtschaft lassen riesige Felder immer weniger Platz für unbebaute Grünstreifen, in denen Wildblumen wachsen und den Bienen Nahrung spenden. Auch der Einsatz von vielen Pestiziden ist für Bienen schädlich.

Ein weiterer wichtiger Grund für den Rückgang der Bienen insgesamt ist, dass es immer weniger Imker gibt. Dem Trend kann auch der aktuelle Hype der Imkerei in Städten nicht entgegenwirken.

Zwischen 1989 und 1991 hat es in Osteuropa den bisher größten Rückgang der Bienenbevölkerung gegeben. Und zwar von von 13,8 auf 9,5 Millionen Völker. Der Grund lag im Zusammenbruch des Sozialismus. Die Landwirtschaft und so auch die Menschen in ländlichen Gebieten mussten sich damals in großem Stil umorganisieren. Somit änderten sich auch die Bedingungen für die Imkerei.

Interessanterweise hatte die Varroamilbe überraschend wenig Einfluss auf einen Rückgang der gehaltenen Völker. Die Milbe wurde in Deutschland erstmals 1977 nachgewiesen (bei Frankfurt/Main). Der Verlust von Bienenvölkern durch die Milbe wurde so gut kompensiert, dass ihr Bestand in den Jahren nach 1977 nahezu konstant blieb.

Effekte des Klimawandels auf den Bestand der Bienen in Deutschland gibt es auch. Wenn es im Sommer sehr warm ist und sehr wenig regnet, produzieren die Pflanzen nur wenig Nektar - das Nahrungsangebot für die Bienen wird noch knapper. Außerdem wird durch schwankende Temperaturen über den Jahreswechsel die Winterruhe der Bienen gestört. Bei ca. zehn Grad fliegen die Bienen los, obwohl es draußen zu wenig Blüten gibt.

Varroamilbe Eine Milbe, die sich von den Larven der Honigbiene ernähert, indem sie diese ansaugt. Die aus den befallenen Larven geschlüpfen Bienen sind kleiner, lernen schlechter und leben kürzer. Von der Varroamilbe befallene Bienenvölker können vollständig absterben.

Energiewende

Unter der Energiewende versteht man die Umstellung einer Volkswirtschaft auf nachhaltige, erneuerbare Energieproduktion. Also auf eine Energieproduktion, bei der kein oder nicht mehr Kohlendioxid in die Luft gelangt, als dort auch vorher entnommen wurde. Im Boden gelagerter Kohlenstoff (in Form von Steinkohle, Braunkohle, Rohöl oder Erdgas) wird nach einer vollständig gelungenen Energiewende nicht mehr verbrannt. Denn diese Kohlenstoffe würde sich beim Verbrennungsprozess mit Sauerstoff zum Treibhausgas Kohlendioxid verbinden.

Technisch verfügen moderne Industriegesellschaften bereits über alle Mittel, Energie nachhaltig zu gewinnen. Die Herausforderung liegt vor allem in dem sehr komplizierten logistischen Umbau der Energiegewinnung von Kohle, Gas oder Atom auf Wind, Sonne oder Wasser.

Außerdem sind Wind und Sonnenkraft vom wechselnden Wetter abhängig. Für Zeiten, in denen die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, müssen riesige Energiespeicher angelegt werden, damit die Einwohner eines Landes und seine Industrie weiter versorgt werden.

(Quelle: Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 16-17, 2017, Mit angezogener Handbremse: Zum Stand der Energiewende)

Erderwärmung

Die Erderwärmung, von der in der aktuellen Debatte um das Klima die Rede ist, meint den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur seit Beginn der Industrialisierung. Dieser Anstieg beträgt bis heute rund ein Grad und hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich beschleunigt. 2016 war das wärmste Jahr seit Beginn der systematischen Messungen im Jahr 1880. So warm war es zuletzt am Ende der sogenannten "Eem-Warmzeit" vor 115.000 Jahren.

Schon immer hat es in der Erdgeschichte Phasen von natürlicher Erdwärmung gegeben. Beim Übergang von einer Eiszeit zu einer Zwischeneiszeit steigt die globale Durchschnittstemperatur um vier bis fünf Grad. Allerdings über einen Zeitraum von rund 10.000 Jahren. Bei der derzeitigen Erderwärmung wird erwartet, dass die Temperatur ohne Gegenmaßnahmen allein von Ende des 20. Jahrhunderts bis Ende des 21. Jahrhunderts um vier bis fünf Grad steigt. Also rund 100-mal schneller als bei bisherigen Erwärmungsperioden.

Das ist bislang in der Erdgeschichte beispiellos und spricht deutlich dafür, dass dieser rapide Anstieg auf Effekten beruht, die vom Menschen verursacht wurden, wie beispielsweise der rasanten Zunahme von Kohlendioxid in der Luft. Nach einer Messung von Wärmestrahlung in Abhängigkeit des CO2-Gehalts der Atmosphäre, gilt der menschengemachte Klimawandel in Expertenkreise als nahezu bewiesen.

(Quelle: Berliner Zeitung, 25.7.2019, Der gegenwärtige Klimawandel ist beispiellos)

Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien sind Energieträger, die nach Verbrauch sehr schnell wieder zur Verfügung stehen. Zum Beispiel Sonne oder Wind. Ihnen stehen fossile Energiequellen gegenüber, wie Kohle oder Erdöl. Diese brauchen Millionen von Jahren, um sich zu bilden. Einmal verbrannt müsste der Kohlenstoff, der dabei als Kohlendioxid in die Luft abgegeben wurde, über Pflanzen wieder in Zellulose umgewandelt werden und versteinern.

Tatsächlich stehen erneuerbare Energien so gut wie unerschöpflich zur Verfügung. So wird die Erde im Jahr von der Sonne mit einer Energie von 1.070 Extrawattstunden beschienen. Das entspricht der 7.500-fachen Menge des jährlichen Energiebedarfs auf der ganzen Welt.

Sonnenenergie steckt in vielen Formen der erneuerbaren Energie: Wind entsteht aufgrund von Temperaturschwankungen auf der Erde, Biomasse aus Pflanzen, die aus dem Sonnenlicht Energie gewinnen und damit Zellulose aufbauen. Wasserkraft liefert die Strömung der Flüsse. Flüsse wiederum werden gespeist aus Regenwasser, das zuvor von der Sonne verdunstet wurde.

Lediglich Gezeitenkraftwerke nutzen die Wasserströmungen, die von Ebbe und Flut hervorgerufen werden. Ebbe und Flut werden nicht von der Sonnenstrahlung, sondern von der Anziehungskraft des Mondes verursacht.

(Quelle: Wikipedia, Artikel: Erneuerbare Energien)

Das Kraftwerk Niederauߟem von der RWE Power.
Das Kraftwerk Niederauߟem von der RWE Power. Der Qualm, den wir hier sehen, ist überwiegend Wasserdampf und unschädlich. Das klimagefährliche CO2 hingegen ist nicht sichtbar. Bildrechte: imago/Future Image

FCKW und FKW


Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) sind nicht brennbare, geruchlose, durchsichtige und kaum giftige Gase. Sie werden seit etwa 1930 industriell hergestellt und als Kälte- und Treibmittel, als Reinigungs- und Lösungsmittel genutzt – bromhaltig auch als Feuerlöschmittel. Da sie beim Verdampfen viel Wärme absorbieren, wurden sie als Kühlmittel wichtig. In Kühlschränken sind sie seit 1995 aber verboten, weil sie die Ozonschicht zerstören. Ihre chemische Stabilität macht sie in der Atmosphäre nur schwer abbaubar und deshalb zum Problem. Sie sammeln sich über Jahrzehnte, steigen bis in die Stratosphäre und werden erst dort von UV-Strahlen zerlegt.

In den frühen 1970er-Jahren wurde erforscht, wie FCKW-Abbauprodukte Ozon in der Stratosphäre zerstören. Schon 1974 wurde davor gewarnt. Doch erst die Entdeckung des Ozonlochs 1985 führte zum Handeln. Im Montrealer Protokoll 1987 verpflichteten sich viele Staaten zu drastischen Reduktionen. Am 29. Juni 1990 beschloss die Londoner Konferenz zum Schutz der Ozonschicht, Herstellung und Anwendung ab dem Jahr 2000 zu verbieten oder stark einzuschränken.

Der Einsatz von FCKW ist heute in vielen Bereichen verboten. Technische Alternativen wurden entwickelt, teils unter völligem Verzicht auf diese Gase, vielfach aber auch mit anderen FCKW-Arten, deren Wasserstoffatome nur teilweise durch Chlor- oder Fluoratome ersetzt werden oder auch durch Fluorkohlenwasserstoffe (FKW). Sie bauen weniger Ozon ab, auch ihr "Treibhauspotenzial" liegt unter dem der FCKW. Alle aber haben, das ist seit 1981 bekannt, ein weit höheres Potenzial als Kohlendioxid, da ihre Moleküle die Wärmestrahlung von der Erdoberfläche um Faktoren zwischen 100 bis 23.000 stärker absorbieren. Das auch natürlich vorkommende Kohlendioxid hat seine große Bedeutung als "Klimagas" wegen der großen Menge, die auch bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern freigesetzt wird. Auf der 28. Konferenz zum Montreal-Protokoll 2016 einigten sich fast 200 Länder auf eine schrittweise, weitgehende Abschaffung auch von FKW, was Experten zufolge die Erderwärmung bis 2100 um bis zu 0,5 Grad geringer ausfallen lassen könnte.

Feinstaub

Feinstaub entsteht u.a. bei der Verbrennung von Diesel in Auto-Motoren. Es handelt sich um Teilchen, die so klein sind, dass sie nicht sofort zu Boden sinken und mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind. Feinstaub entsteht aber auch natürlich. Bei Vulkanausbrüchen kann er beispielsweise in großen Mengen in die Atmosphäre geschleudert werden.

Der Feinstaub in Städten, der durch Dieselmotoren ausgestoßen wird, ist für Menschen in zu hoher Konzentration beim Einatmen gesundheitsschädlich. Er steht im Verdacht, Krebs auszulösen.

Außerdem besteht Feinstaub zu einem großen Teil aus Kohlenstoff. Kohlenstoff absorbiert Sonnenlicht und trägt somit ebenfalls zur Erwärmung der Atmosphäre bei. Feinstaub, der bei Vulkanausbrüchen frei wird, kann hingegen große Mengen Schwefel enthalten. Schwefelkristalle wirken wie kleine Spiegel und reflektieren Sonnenlicht wieder zurück ins Weltall. Schwefel-Feinstaub wirkt also eher kühlend auf die Atmosphäre.

(Quelle: Umweltbundesamt)

Fridays For Future

Kurz FFF ist eine globale Schüler- und Studentenbewegung, die sich für den Klimaschutz einsetzt. Sie fordert von ihrer Elterngeneration und besonders von der Politik, alles zu tun, damit die menschengemachte Klimaerwärmung gestoppt wird. Als Mittel, um Aufmerksamkeit zu erregen, setzt sie auf Schulstreiks an Freitagen. In der Zeit, in der die Schüler dann nicht die Schulbank drücken, demonstrieren sie auf der Straße für Klimaschutz.

Herausragende Persönlichkeit von FFF ist die Schwedin Greta Thunberg. Am 20. August 2018 verweigerte die damals 15-Jährige den Unterrichtsbesuch. Stattdessen saß sie über einen Zeitraum von drei Wochen täglich vor dem schwedischen Reichstagsgebäude in Stockholm und zeigt ein Schild mit der Aufschrift "Skolstrejk för klimatet" (Schulstreik fürs Klima).

Einen Tag vor den schwedischen Parlamentswahlen am 9. September 2018 kündigte Greta Thunberg an, sie werde ihren Protest immer freitags so lange fortsetzen, bis die Klimapolitik Schwedens den Grundsätzen des Pariser Klimaabkommens entspreche. Seitdem folgen Schüler in vielen Ländern der Welt dem Beispiel Greta Thunbergs und demonstrieren immer freitags während der Unterrichtszeit für den Schutz des globalen Klimas.

(Quelle: https://fridaysforfuture.de)

Greta Thunberg steht bei der Klimademonstration "Fridays for Future" mit ihrem Schild neben der deutschen Klimaaktivistin Luisa Neubauer.
Greta Thunberg steht bei der Klimademonstration "Fridays for Future" mit ihrem Plakat neben der deutschen Klimaaktivistin Luisa Neubauer (zweite von links). Bildrechte: dpa

Klimaforschung

Unter Klimaforschung versteht man die Wissenschaft, die sich mit den Gesetzmäßigkeiten des Klimas und der Atmosphäre beschäftigt. Darunter fallen die verschiedenen Zustände der Atmosphäre ebenso, wie die chemischen und physikalischen Prozesse, die in ihr ablaufen. Je nachdem, welches Gebiet untersucht wird, spricht man von Mikroklima (wenige Meter bis einige Kilometer), Mesoklima (Landschaften oder Länder) und Makroklima (kontinentale oder globale Zusammenhänge).

Die Klimaforschung erkundet auch, zu welcher Zeit auf der Erde welches Klima geherrscht hat und wie sich das Klima in der Zukunft voraussichtlich entwickeln wird.

(Quelle: www.weltderphysik.de/gebiet/erde/atmosphaere/klimaforschung/)

Klimaleugner

Als Klimaleugner werden Menschen bezeichnet, die die These ablehnen, dass der aktuelle, sehr schnelle Wandel des Weltklimas auf Ursachen zurückgeht, die vom Menschen verursacht werden. Klimaleugner sind der Ansicht, dass es auf der Welt nur natürlichen Klimawandel gibt und dass die aktuelle Veränderung des Klimas zu keinen gravierenden gesellschaftlichen und ökologischen Problemen führen wird.

Für Klimaleugner spielt es keine Rolle, dass sich die Wissenschaft seit den 1990er Jahren weitgehend darüber einig ist, dass die derzeitige Erwärmung der Erde "anthropogen", also menschengemacht ist. Politisch finden sie ihre Ansichten häufig von rechtspopulistischen Parteien vertreten.

Klimaschutz

Klimaschutz ist ein Sammelbegriff für Maßnahmen, die der aktuellen weltweiten Erwärmung des Klimas entgegenwirken. Darunter fallen internationale Verträge und Abkommen aber auch Gesetze und Bestimmungen in einzelnen Ländern.

Das wichtigste internationale Klimaschutzziel wird im Pariser Abkommen formuliert, das 2016 in Kraft getreten ist. In ihm haben sich fast alle Länder der Erde (außer den USA, Syrien und Nicaragua) darauf geeinigt, Maßnahmen zu ergreifen, dass die weltweite Durchschnittstemperatur nicht mehr als zwei Grad steigen wird. Im Vergleich zu der Zeit, in der es noch keine Industrie auf der Erde gab.

(Quelle: Wikipedia, Artikel Klimaschutz)

Klimawandel

Der Klimawandel wird vor allem durch von Menschen produzierte Gase, die sich in der Atmosphäre ansammeln und auf verschiedene Weise das Klima beeinflussen, hervorgerufen. Darunter sind Kohlendioxid, Fluorchlor- und Kohlenwasserstoffe (FCKW und FKW) und andere natürliche Gase wie Methan.

Neben natürlichen Faktoren beeinflusst der Mensch das Klima, vor allem seit dem Beginn der Industrialisierung in zunehmendem Maß. Der internationale Ausschuss für Klimaveränderungen IPCC, der den Forschungsstand zum Thema für die UNO zusammenfasst, kam schon 2007 zu dem Ergebnis, dass die Erwärmung der Erdatmosphäre seit dem Beginn der Industrialisierung hauptsächlich durch Treibhausgase hervorgerufen wird, die auf menschliche Aktivitäten zurückgehen (anthropogen). Dem IPCC zufolge herrscht in der Forschung weitgehend Einigkeit darüber. Dem sich demnach in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich verstärkenden Klimawandel wird das Potenzial zugeschrieben, gravierende Umweltveränderungen und weltweite große Migrationsbewegungen auslösen zu können.

Inzwischen wird sogar diskutiert, ob der Begriff „Klimawandel“ nicht zu schwach ist für die damit beschriebenen Gefahren. Nicht nur Klimaschützer finden daher den Begriff „Klimakrise“ treffender.

Kohleausstieg

Die politische Entscheidung, Kohle für die Stromgewinnung nicht mehr abzubauen. Kohlestrom wird aus Wärme gewonnen, die bei der Verbrennung von Kohle entsteht. Dabei entsteht das Gas Kohlendioxid. Es reflektiert Wärmestrahlung, die von der Erde ins Weltall zurückgeworfen wird, erneut zurück auf die Erde. Dadurch steigt dort die Durchschnittstemperatur.

Mit dem Kohleausstieg soll nur noch Strom produziert werden, ohne dass dabei das gefährliche Kohlendioxid entsteht. Zum Beispiel mit Sonnen-, Wind- oder Wasserkraft.

Kohle in Polen
Kohle-Abbau in Polen. Das Land hat im Jahr 2017 noch 81 Prozent seines Stromes aus Kohle gewonnen. Von einer Energiewende ist Polen damit weit entfernt. Bildrechte: imago/CTK Photo

Meeresspiegel

Der mittlere Wasserspiegel dient bei der Vermessung der Erde (Geodäsie) u. a. als Ausgangspunkt für Höhenangaben. Er wird ermittelt, indem an Küstenpegeln Wasserstände über Jahrzehnte gemessen und anschließend gemittelt werden. Jahreszeitliche Effekte oder Gezeiten fallen so nicht mehr ins Gewicht.

Betrachtet man den Meeresspiegel über die Jahrmillionen hinweg, stellt man fest, dass es normal ist, wenn er sich verändert. Die Schwankungen liegen bei mehreren zehn bis zu wenigen hundert Metern. Derzeit befinden wir uns eher in einer Phase eines sehr niedrigen Meeresspiegels. Die Ursachen liegen neben der Temperatur der Welt auch in der Beschaffenheit des Meeresbodens. Ist er tiefer, kann er mehr Wasser beinhalten und der Meeresspiegel sinkt. Wegen der Bewegungen der Erdplatten ändert sich die Form des Meeresbodens fortlaufend. Doch geschieht das nur sehr, sehr langsam.

Seit 1880 wird auf der Welt der Meeresspiegel systematisch erfasst. Bis Ende des 20. Jahrhunderts ist er um 17 cm gestiegen. Grund hierfür ist vermutlich das Schmelzen großer Eismassen aufgrund der globalen Erderwärmung.

Methan

Methan ist ein organisches Gas - eine Verbindung von einem Kohlenstoff- und vier Wasserstoffatomen. Es kommt als natürliches Erdgas in unterirdischen Lagerstätten vor, kann aber auch künstlich hergestellt werden. Methan brennt gut. Genutzt wird die dabei frei werdende Energie, um Strom zu produzieren. Otto-Motoren in Fahrzeugen können auch mit Methan betrieben werden. Allerdings entsteht bei der Verbrennung das klimaschädliche Gas Kohlendioxid. Methan selbst ist auch ein Treibhausgas. Es wirkt sogar 25 mal stärker als CO2. Bei der Viehzucht gelangt es in großen Mengen in die Atmosphäre.

Methan kann aber auch als Energieträger von regenerativ gewonnenem Strom eingesetzt werden. Mit diesem Strom wird mittels Elektrolyse Wasserstoff und Sauerstoff gewonnen. Der Wasserstoff wird mit Kohlendioxid zu Methan (CH4) synthetisiert. Speichern lässt sich das so gewonnene Methan beispielsweise im Erdgasnetz, das enorme Mengen aufnehmen kann. Bei Bedarf wird das Methan entnommen und in Gaskraftwerken "rückverstromt".

Naturkatastrophen

Naturkatastrophen haben ihren Ursprung in der Natur - wie ihr Name sagt. Also in natürlichen Prozessen. Das können Erdbeben sein, Überschwemmungen oder Orkane. Da bestimmte Arten von Naturkatastrophen aber vom Klima abhängen und das Klima sich aufgrund von Eingriffen durch den Mensch derzeit rapide verändert, kann man durchaus annehmen, dass auch der Mensch für eine Zu- bzw. Abnahme von Naturkatastrophen verantwortlich sein kann. Ein Beispiel dafür könnte die größere Häufigkeit und Intensität von Hurricans sein, die auf die US-amerikanische Küste treffen.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung, 28.9.2018, Macht die Erderwärmung Hurrikans stärker?)

Netzausbau

Der Netzausbau ist ein wichtiger Teil der Energiewende bzw. des Kohleausstiegs. Der in windreichen Gegenden produzierte Strom muss über große Leitungen in Gegenden gebracht werden, in denen nicht so viel regenerativer Strom erzeugt wird. In Deutschland wird in den Küstenregionen des Nordens viel Windstrom erzeugt, in den südlichen Bergregionen hingegen weniger. Von Nord nach Süd laufende Stromtrassen sorgen für den nötigen Ausgleich.

Der Netzausbau ist aber auch einer der Hauptgründe für die hohen Strompreise in Deutschland. Die Kosten, die über die sogenannten Netzentgelte auf die Stromkunden umgelegt werden, sind höher, als die für die Erneuerbare Energien Umlage.

Pflanzen

Pflanzen sind Lebewesen, die die für Leben nötige Energie mittels Fotosynthese gewinnen. Somit sind Pflanzen direkt vom Klima abhängig. Denn sie brauchen neben genügend Sonnenlicht auch ausreichend Wasser. Pflanzen sind auch Energieträger. Das Holz von Bäumen kann verbrannt und die dabei frei werdende Hitze in Strom umgewandelt werden.

(Quelle: Duden)

Strom

Strom bezeichnet einen Elektronenfluss (elektrische Ladungsträger) durch Leiter. Letztere sind Materialien (z.B. Metall), die es erlauben, dass Strom durch sie fließt.

Mit Strom betriebene Elektromotoren stoßen kein C02 aus. E-Mobilität ist aber nur dann "sauber", wenn der für die E-Autos verwendete Strom aus regenerativen Energien gewonnen wurde, also bei der Herstellung der Stroms keine Kohle, kein Öl oder Erdgas verbrannt wurde.

Tierwelt

Tiere sind optimal an ihre Lebensräume angepasst. Ändern sich die Lebensräume sehr schnell, funktioniert die Anpassung nicht mehr. Im schlimmsten Fall sterben Tierarten aus. Durch den Klimawandel ändert sich derzeit das Klima, also auch die Beschaffenheit der Lebensräume, rapide. Der Umweltverband WWF geht davon aus, dass in Lebensräumen, die massiv vom Wandel betroffen sind, bis zu 50 Prozent der in ihnen lebenden Arten aussterben.

Treibhauseffekt

Wenn Sonnenlicht auf die Erde strahlt, kann es die Atmosphäre leicht durchdringen. Am Boden werden die Lichtteilchen und -wellen absorbiert und erwärmen ihn so. Als Folge gibt der warme Boden Wärmestrahlung ab. Die langwellige Wärmestrahlung kann auf ihrem Weg zurück ins Weltall die Atmosphäre nicht mehr so leicht durchdringen, wie vorher das Sonnenlicht. Wolken, Kohlendioxid, Methan oder weitere "Klimagase" nehmen die Wärmestrahlen auf, erwärmen sich und geben diese Wärme wieder in Richtung Erdboden ab.

Je mehr Kohlendioxid in der Luft ist, desto stärker ist der Treibhauseffekt. Der Treibhauseffekt auf der Erde ist ein natürliches Phänomen. Experten schätzen, dass ohne ihn die durchschnittliche Bodentemperatur auf der Erde bei ca. -18 Grad läge.

Waldsterben

Zu unterscheiden sind zwei Arten von Waldsterben. So hatte der sogenannte "saure Regen" zur Folge, dass Bäume massiv geschädigt wurden und abstarben. Besonders extrem war dieses Phänomen auf den Höhenzügen im Grenzgebiet zwischen Deutschland und der tschechischen Republik (u.a. bei Zinnwald/Altenberg) zu beobachen. Der saure Regen entstand, in dem Schwefeldioxid aus der Luft sich mit Wasser zu einer aggressiven schwefeligen Säure verband. Diese veränderte die Bodenbeschaffenheit. Bekämpft werden konnte diese Bodenveränderung, indem man großflächig Kalk in Wäldern ausbrachte.

Schwefeldioxid gelangt besonders bei der Verbrennung von Braunkohle in die Luft. Heute sind Braunkohlekraftwerke allerdings mit Schwefeldioxid-Filtern ausgestattet.

Das aktuelle Waldsterben wird durch große Trockenheit ausgelöst. Besonders Buchen und Fichten mit ihren flachen Wurzeln sowie Lärchen sind für die aktuellen trockenen Sommer nicht geschaffen. Die Bundesregierung plant nun, durch Umforstung Mischwälder enstehen zu lassen, die bei Trockenheit widerstandsfähiger sind. Die Trockenheit ist offenbar Folge des Klimawandels.

Wetterextreme

Der Deutsche Wetterdienst nimmt an, dass es in Zukunft zu mehr Stürmen, extremen Regenfällen oder zu stärkeren Dürre- und Hitzeperioden kommen wird. Ursache sei der Klimawandel, also die Erwärmung unseres Planeten. Auch weltweit wird der Frage nachgegangen, ob extreme Wetterlagen natürlich sind oder Folge eines von Menschen verursachten Klimawandels.

In dem Zusammenhang haben 33 Forscherteams aus der ganzen Welt knapp 30 extreme Wetterphänomene des Jahres 2014 untersucht. Ihr Ergebnis: Extreme Hitze hängt oft mit einer Zunahme von Treibhausgasen in der Atmosphäre zusammen. Andere extreme Wettererscheinungen, wie zum Beispiel starker Regen, seien weniger auf menschliche Einflüsse zurückzuführen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im "Bulletin of the American Meteorological Society".

Wind

Wind entsteht, wenn in verschiedenen Gebieten unterschiedlicher Luftdruck herrscht. Liegt ein Gebiet mit hohem Luftdruck neben einem Gebiet mit niedrigem Luftdruck, bewegen sich die Luftteilchen vom Hoch in Richtung Tief. Im Tiefdruckgebiet sind weniger Teilchen in einem bestimmten Raum, im Hoch sind die Teilchen dichter gedrängt. Deshalb bewegen sie sich dorthin, wie sie mehr Platz haben.

Je größer die Druckunterschiede sind, desto schneller bewegen sich die Luftteilchen - die Windgeschwindigkeit ist größer.

(Quelle: Wissenschaft im Dialog)

Windkraft

Physiker nennen die Kraft, die der Wind auf Gegenstände ausübt, Winddruck. Er nimmt quadratisch mit der Windgeschwindigkeit zu. Doppelte Windgeschwindigkeit bedeutet also vierfache Kraft. Wenn der Wind auf Bauwerke wirkt, nennt man das Windlast.

Die kinetische Energie (Bewegungsenergie), die der Wind ausübt, kann man nutzen, um Windräder anzutreiben und damit Strom zu erzeugen. Hier geht es zu einem Online-Rechner für Winddruck.

Dieses Thema im Programm: MDR Aktuell RADIO | 14. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2019, 17:49 Uhr