Rauer Sonnenhut mit Falter
Weltweit sind zahlreiche Arten von Tieren und Pflanzen verschwunden. Ein Stopp des Artensterbens scheint nicht in Sicht. Bildrechte: MDR/Cornelia Pacalaj

Konferenz in Paris Neuer Report zur Artenvielfalt vor Veröffentlichung

In Paris startet am Montag eine Konferenz zum neuen Zustandsbericht über die weltweite Artenvielfalt. Experten und Regierungsvertreter wollen sich auf Formulierungen einigen, die ein wohl eher ernüchterndes Bild zeichnen werden. Fachleuten zufolge ist Rückgang der Artenvielfalt noch nicht gestoppt.

Rauer Sonnenhut mit Falter
Weltweit sind zahlreiche Arten von Tieren und Pflanzen verschwunden. Ein Stopp des Artensterbens scheint nicht in Sicht. Bildrechte: MDR/Cornelia Pacalaj

Der Weltbiodiversitätsrat IPBES diskutiert ab Montag in Paris über seinen Bericht zum Zustand der Artenvielfalt auf der Erde. Drei Jahre lang haben 150 Experten aus 50 Ländern das vorhandene Wissen zusammengetragen, fast 15.000 Quellen analysiert und 250 weitere Fachleute befragt. Erstmals wurden auch Erkenntnisse und Interessen indigener Bevölkerungsgruppen und Wissen aus lokalen Quellen berücksichtigt.

In der französischen Hauptstadt werden die Experten gemeinsam mit Vertretern aus 132 Mitgliedsstaaten die Kernaussagen des Reports herausarbeiten und sie am 6. Mai veröffentlichen.

Kaum Verbesserungen zu erwarten

Über die Ergebnisse ist noch nichts bekannt. Es ist aber kaum zu erwarten, dass sich seit dem vergangenen Öko-Check im Jahre 2005 etwas grundlegend gebessert hat. Bereits damals war der Bericht zur weltweiten Artenvielfalt ernüchternd ausgefallen. Die Ökosysteme seien in den davorliegenden 50 Jahren größerer Belastungen ausgesetzt gewesen, als jemals zuvor.

Die aktuelle Fachliteratur zeigt, dass der Rückgang der Artenvielfalt noch nicht gestoppt ist.

Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle und einer der drei Hauptautoren des IPBES-Berichts

Artenschutz-Programme auf dem Prüfstand

Die Ursachen für der Schwund der Artenvielfalt sind bekannt: Klimawandel, intensive Landwirtschaft, Verschmutzung, Überfischung, Wilderei und die Zerstörung natürlicher Lebensräume. Deshalb sind bereits zahlreiche Artenschutzprogramme vereinbart worden, deren Ergebnisse die IPBES-Forscher geprüft haben.

Dazu gehören die 2010 beschlossenen "Aichi-Ziele". Sie sehen etwa vor, die Verlustrate an natürlichen Lebensräumen bis 2020 zu halbieren, die Überfischung der Weltmeere zu stoppen sowie 17 Prozent der Landfläche und 10 Prozent der Meere unter Schutz zu stellen.

Auch die UN-Ziele zur nachhaltigen Entwicklung und des Pariser Klimaabkommens nahmen die Experten unter die Lupe.

Neben den unmittelbaren Ursachen geht es den Autoren des Reports nach eigenen Angaben auch um indirekte Treiber des Artenverlusts wie etwa Macht- und Finanzierungsstrukturen.

Der IPBES-Bericht soll unter anderem eine Grundlage für die nächste Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention ( CBD ) 2020 im chinesischen Kunming sein.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 29. April 2019 | 10:55 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. April 2019, 05:00 Uhr

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9 Kommentare

30.04.2019 16:52 Fragender Rentner 9

@Wolfgang Nawlany zu 7

Du meinst bestimmt den riesigen Aufwand von Pestizieden und Glyphosat und ähnlichen schädlichen Sachen wie zuviel Gülle die dem Grundwasser schaden?

Der Ackerboden hat noch wieviele Mikroben und ähnlichem drin?

Er ist tot, das sieht man doch wenn mal der Wind etwas darüber weht und er davon fliegt !!!

Nur noch Kunstdünger auf dem ehemals so guten Ackerboden !!! :-(((

Was auch beim Backen so alles beigemischt wird und zum Schluß nicht mehr nachweisweibar ist !!! :-(((

Kein Wunder wenn es immer mehr Allergien und andes gibt !!!

30.04.2019 14:57 stefan 8

Durch die "Lichtverschmutzung" gehen jede Nacht Millionen Insekten zu Grunde. Da LEDs so schön wenig Energie brauchen, machen wir es einfach noch heller. Damit geht ein großer Teil des Stromspareffektes verloren und die Nachttiere werden noch mehr irritiert und geschädigt. An Tage sehen wir nichts mehr von dem Massenmord. Den Rest vernichten die Mährobotter im odentlichen Grün der aufgräumten Gärten. Wir pflegen schon eine sehr kranke Art von Liebe zur Natur - eigentlich ist sie uns nichts wert.

29.04.2019 17:59 Wolfgang Nawlany 7

@4 Fragender Rentner - "Immer mehr Monokulturen auf den Feldern ..."

Ja was soll denn Ihrer Meinung nach sonst auf einem Feld oder Acker wachsen? Wollen wir auf dem Weizenfeld auch Erbsen, Wicken und die Kornrade einmischen? Was meinen Sie?

Wer steigt dann auf die Barrikaden wenn im Brotmehl ein hoher Anteil Leguminosenmehl oder andere Beimischungen auftauchen? Ist jeder Städter und Konsument bereit für den aufwändigen Landeinsatz bei Pflege und Ernte?

29.04.2019 17:05 Fragender Rentner 6

@Gerd Müller zu 3

Du hast noch nicht erwähnt wievielen Vögeln die Windräder das Leben kosten.

Da hatte ich bei BR so mache Sendung gesehen, wo die toten Vögel am Boden gezeigt wurden.

29.04.2019 16:16 Silvan 5

@Gerd Müller (Nr.3):

Also entweder habe ich jetzt etwas überlesen oder selbst einen Zahlendreher drin. Aber wie kommen Sie auf 5,3 Milliarden Insekten pro Tag? Und die die Zahl „1200“ finde ich gerade nur als Anzahl der Insekten (in Milliarden) und nicht als Insektenmasse (in Tonnen).
Und warum hab ich gerade das Gefühl, das Sie gerade nur mal wieder Ihren Unmut über die Grünen los werden wollen?

29.04.2019 15:50 Fragender Rentner 4

Zitat von Oben: In Paris startet am Montag eine Konferenz zum neuen Zustandsbericht über die weltweite Artenvielfalt.

Das wird wohl leider ein immer kürzerer werden, so wann man mit der Umwelt umgeht !!! :-(((

Nur die Teilnehmerzahl wird wohl immer läger werden !!!

Früher war die Windschutzscheibe nach einigen KM voll von Insekten, heute kann man sie darauf zählen !!!

Wenn die Insekten fehlen, geht es leider auch den Vögel schlechter !!!

Immer mehr Monokulturen auf den Feldern und das Spritzen mit allerei Mitteln gegen die Natur !!!

29.04.2019 15:17 Gerd Müller 3

Windkrafträder töten pro Tag 5,3 Milliarden Insekten!!!!!!!
Das ist nur in Deutschland, was kommt da weltweit zusammen?
Die Zahlen stammen von der deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR). Im Jahr kommen ca. 1200 Tonnen zusammen!
Wo sind da die hochgejubelten Grünen??
Für mich sind die Grünen eine Gurkentruppe, die nur Vorteile für sich suchen, auf kosten von andere.
Ob bei Migranten oder der Umwelt, nur heiße Luft, ohne je eine Lösung.
Wer noch mehr Verbote und Lügen haben möchte, der kann die Grüne wählen.

29.04.2019 12:50 optinator 2

Schaut mal in die Städte oder auf private Grundstücke. Es werden doch nur noch Rasenflächen geschaffen. wo bleiben die ganze Wildblumen die zu meiner Kindheit große Flächen bedeckten? Keine Blumen, keine Insekten, keine Vögel!

Am Samstag wurde eine Fläche auf dem Grundstück wo ich wohne mit Wildblumensaat beackert.
Ich freue mich jetzt schon über die Farben und das wiedergewonnene Insektenleben.

29.04.2019 10:15 Ureinwohner 1

Die Ursachen für der Schwund der Artenvielfalt sind bekannt: Klimawandel, --intensive Landwirtschaft--, Verschmutzung, Überfischung, Wilderei und die Zerstörung natürlicher Lebensräume. Der Bauernverband wird das sogleich dementieren ebenso wie die Nitratbelastung des Grundwassers.