Schlachthof
Durch verdeckte Aufnahmen des "Deutschen Tierschutzbüros" war ans Licht gekommen, dass in einem Oldenburger Schlachthof Rinder gequält worden sind. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Tierquälerei Negativpreis für Schlachthof-Betreiber

Der Fleisch- und Wurstproduzent Goldschmaus hat das "Blutige Märchenbuch" vom "Deutsche Tierschutzbüro" erhalten. Mit dieser Negativ-Auszeichnung protestieren die Tierschützer gegen die Verantwortlichen des Schlachthofs, bei dem es zu gravierenden Missständen gekommen war.

Schlachthof
Durch verdeckte Aufnahmen des "Deutschen Tierschutzbüros" war ans Licht gekommen, dass in einem Oldenburger Schlachthof Rinder gequält worden sind. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In diesem Oldenburger Schlachthof hat es schwere Fälle von Tierquälerei gegeben. Der damalige Mitinhaber "Goldschmaus" wies dafür jegliche Verantwortung von sich. Nach der Insolvenz des Schlachthofes übernahm die Goldschmaus Gruppe den Betrieb dann komplett – mit dem Versprechen, alles besser zu machen. Für dieses Verhalten wollten die Tierrechtler bei einer Protestaktion am Dienstag das "Blutige Märchenbuch" an den Fleisch- und Wurstproduzenten übergeben.

Im November 2018 war durch verdeckte Aufnahmen des "Deutschen Tierschutzbüros" ans Licht gekommen, dass in dem Schlachthof Rinder gequält worden sind. Die Tiere wurden unter anderem offenbar ohne Betäubung getötet und mit Elektroschockern malträtiert. Es ist zu sehen, wie Rinder getreten und auf sie eingestochen wurde. Wie das ARD-Magazin FAKT berichtete, sollen dabei auch amtliche Veterinäre der Stadt Oldenburg beteiligt gewesen sein und Tierrechtsverstöße geduldet haben. Der Schlachthof bestätigte später die Tierschutzverstöße und die Stadt Oldenburg die Beteiligung von Veterinären.

Der Wurstproduzent Goldschmaus sei zum damaligen Zeitpunkt zur Hälfte Anteilseigner und Mitbetreiber des Schlachthofs GK Oldenburg und einer der größten Abnehmer gewesen, erklärt das Deutsche Tierschutzbüro. Pro Jahr wurden dort etwa 90.000 Tiere geschlachtet. Das Unternehmen belieferte unter anderem Edeka, Aldi, Lidl und Ikea. Nach Bekanntwerden der Tierquälerei zogen Handelsketten die Konsequenzen und kündigten die Zusammenarbeit mit Goldschmaus. Der Schlachthof stellte den Betrieb vorerst ein.

Der Fleischproduzent übernahm während des Skandals keinerlei Verantwortung, sondern stellte sich selbst als unschuldiger und unwissender Kunde dar, heißt es vom Deutschen Tierschutzbüro. Ende 2018 habe Goldschmaus dann den insolventen Schlachthof komplett übernommen und Besserung versprochen. Kurz vor Ostern 2019 verkündete das Unternehmen dann die teilweise Wiederinbetriebnahme des Schlachthofs nach umfassenden Umbauarbeiten, die laut neuem Betreiber für mehr Tierschutz sorgen sollen.

"Goldschmaus hat sich eine schöne Märchengeschichte zurechtgelegt, um Großkunden, Verbraucher und Ämter zu täuschen und sich aus der Affäre zu ziehen“, begründet Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros, den Negativpreis für das Unternehmen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | FAKT | 20. November 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Mai 2019, 13:53 Uhr

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1 Kommentar

09.05.2019 11:03 Bartusch-Goger 1

Werde Vegetarier! Misshandeltes und krankes Fleisch essen macht krank. Stell dir dieses Tier auf deinem Teller vor, wenn du isst.