Bevölkerungsschutz Fehlschlag beim Warntag hat personelle Konsequenzen

Bundesweit war der Warntag groß angekündigt worden. Der Probealarm kam dann aber nur verspätet oder gar nicht an. Nun werden personelle Konsequenzen gezogen: Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe wird abgelöst.

Christoph Unger
Christoph Unger ist seit 2004 Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Er selbst machte im Anschluss an den Warntag-Fehlschlag verschiedene Leitstellen verantwortlich. Bildrechte: dpa

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger, soll abgelöst werden. Das hat nach Informationen des RBB Bundesinnenminister Horst Seehofer entschieden. Anlass ist offenbar der bundesweite Warntag vergangenen Donnerstag. Bei dem Probealarm hatte es technische Problem gegeben. Daraufhin war auch Kritik an der Behörde laut geworden.

Unter anderem kam die Meldung der Warn-Apps "NINA" und "Katwarn" erst mit gut einer halben Stunde Verspätung auf den Smartphones an. Das Bundesinnenministerium bezeichnete den Warntag daher als Fehlschlag und kündigte an, die Vorgänge umfassend aufzuarbeiten.

Unger: Leitstellen hielten Absprachen nicht ein

Unger ist seit 2004 Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Er machte im Anschluss an die Warntags-Panne verschiedene Leitstellen verantwortlich dafür, dass die Warn-Apps auf den Handys nicht funktioniert hatten. Es sei vereinbart gewesen, dass das Bundesamt die Apps alleine von Bonn aus bedienen würde. Daran hätten sich aber einige nicht gehalten. So seien stattdessen fast zeitgleich etwa 30 andere Warnmeldungen rausgegangen. "Das hat das System nicht verkraftet", sagte Unger. Bis zum nächsten Warntag müssten die Defizite bereinigt werden.

Der bundesweite Warntag soll künftig einmal jährlich im September stattfinden. Damit sollen die bestehenden Warnsysteme getestet und die Bevölkerung für einen möglichen Katastrophenfall sensibilisiert werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. September 2020 | 14:00 Uhr