Weltgesundheitsorganisation WHO sucht bei Coronavirus Zusammenarbeit mit Google

Um der Verbreitung von Falschmeldungen zum Coronavirus vorzugehen, will die Weltgesundheitsorganisation mit Google zusammenarbeiten. In China steigt unterdessen die Zahl der Toten.

Tedros Adhanom Ghebreyesus
Warnt vor Gerüchten im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus: WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus Bildrechte: dpa

Die Weltgesundheitsorganisation will im Fall des neuartigen Coronavus gegen Falschinformationen vorgehen. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte am Montag in Genf, Mitarbeiter der Organsiation seien rund um die Uhr im Einsatz, um im Internet kursierende Gerüchte und Fehlinformationen ausfindig zu machen.

WHO-Meldungen sollen erste Suchtreffer sein

Der WHO-Chef warnte, fehlerhafte Empfehlungen zu Medikamenten oder Vorsorgemaßnahmen könnten gesundheitsgefährdend sein. Die WHO arbeite mit Google zusammen, um sicherzustellen, dass bei Suchanfragen zum Coronavirus die Informationen der Weltgesundheitsorganisation als erstes Ergebnis angezeigt werden. Online-Netzwerke wie Twitter, Facebook, WeChat und Tiktok hätten ebenfalls Maßnahmen zur Eindämmung von Falschinformationen ergriffen.

Internationaler Gesundheitsnotstand

Die WHO hatte wegen der rasanten Ausbreitung des neuen Coronavirus bereits in der vergangenen Woche den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Tedros betonte noch einmal, dass das nicht aus mangelndem Vertrauen in die chinesischen Gesundheitsbehörden geschehen sei.

Zahl der Toten steigt auf 360 - Abschottung verstärkt

In China sind inzwischen mehr als 17.000 Menschen an dem neuen Coronavirus erkrankt. Mehr als 360 Infizierte starben. Chinas Präsident Xi Jinping erklärte, er räume dem Kampf gegen das Virus absolute Priorität ein. Er werde auch die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen gegen das Virus vorantreiben. Unterdessen wird das Land wird von außen weiter abgeschottet. Hongkong schloss am Montag fast alle Grenzübergänge. Zuvor hatten bereits Nachbarländer wie Russland, die Mongolei und Kasachstan ihre Grenzen geschlossen bzw. den Personenverkehr stark eingeschränkt.

Lufthansa setzt Flüge länger aus

Die Lufthansa setzt ihre Flüge von und nach China länger aus als zunächst angekündigt. Wie der Konzern am Montag mitteilte, fliegen Lufthansa sowie Swiss und Austrian Airlines bis zum 28. Februar nicht nach Peking und Shanghai. Die übrigen Ziele Nanjing, Shenyang und Qingdao sollen bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März nicht angeflogen werden.

Außerhalb Chinas 180 Menschen infiziert

Außerhalb Chinas wurden bisher rund 180 Krankheitsfälle registriert. In Deutschland sind inzwischen elf Menschen infiziert. Zu den bisher zehn Infizierten kam am Montag noch ein weiteres Kind eines Mitarbeitern des bayerischen Autozulieferers Webasto hinzu. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sind sie "alle weitgehend symptomfrei oder symptomarm". Ein Sprecher sagte: "Wir können aktuell nicht von einem größeren Ausbruch ausgehen."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Februar 2020 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Februar 2020, 20:02 Uhr