Beamtenbund 300.000 Mitarbeiter fehlen im öffentlichen Dienst

In den kommenden Jahren werden 1,3 Millionen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst in den Ruhestand gehen. Schon jetzt fehlen gut 300.000 Mitarbeiter. Der Deutsche Beamtenbund fordert massive Investitionen.

Eine Mitarbeiterin arbeitet 2015 vor Regalen voller Akten von Antragstellern im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Berlin.
Allein in der öffentlichen Verwaltung fehlen derzeit fast 140.000 Mitarbeiter. Bildrechte: dpa

Dem Staat fehlen derzeit fast 300.000 Mitarbeiter. Das geht aus einer Aufstellung des Deutschen Beamtenbundes (DBB) hervor, die er zur Jahrestagung in Köln veröffentlicht hat. Demnach fehlen etwa in den Kommunalverwaltungen fast 140.000 Mitarbeiter. Bei der Polizei seien es 25.000.

Der Chef des DBB, Ulrich Silberbach, forderte massive Investitionen. "Wir verspielen ein Stück Zukunft in Deutschland, wenn wir den Sanierungsfall öffentlicher Dienst nicht zukunftsfest machen", sagte er zum Auftakt der Tagung in Köln. Viele Menschen würden schon jetzt nicht mehr in die Leistungsfähigkeit des Staates vertrauen.

1,3 Millionen Beschäftigte gehen in Ruhestand

"Die Zeiten, in denen der Rotstift immer wieder an den öffentlichen Dienst gesetzt wird, müssen endgültig und nachhaltig vorbei sein", forderte Silberbach. Er warnte davor, dass in den kommenden Jahren 1,3 Millionen Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst ausschieden und die Personalnot damit noch verschärft werde. Ein gewaltiger Verlust von Arbeitskraft und Verlust von Knowhow stehe ins Haus.

Der öffentliche Dienst habe einen "Wettlauf gegen die Zeit" zu bewältigen, sagte Silberbach, stehe aber noch nicht einmal in den Startlöchern. Der DBB-Chef forderte eine "sinnhafte Digitalisierung" und eine "nachhaltige Personalpolitik", um dem Problem zu begegnen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Januar 2020 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Januar 2020, 15:30 Uhr

13 Kommentare

CrizzleMyNizzle vor 11 Wochen

"Wessi, Sie schaffen es einfach nicht zu differenzieren. Wenn Sie hier in der Zone einen FA in der Zuliefererindustire einem Sesselfurzer in einem Landratsamt entgegenstellen, würden Sie nicht solchen Unsinn schreiben!"

Ich denke eher Sie schreiben Unsinn.
Ich arbeite bei einem Automobilzulieferer (im Osten und noch nicht mal ein übertoller) und kann Ihnen versichern dass Personen im ÖD eben nicht mehr verdienen. Weniger oder gleich viel, da wird ein Schuh draus, gerade was die normale Arbeiterschaft betrifft. Selbst einfache Tätigkeiten (niedrigste Entgeltstufe) bei uns gehen mit mehr Geld heim als bspw. meine Partnerin in der Verwaltung im ÖD (wobei sie selbst mit Ihrem Ausbildungsberuf im ÖD besser steht).
Auch die Arbeitsplätze an sich (sofern nicht Beamter) sind nicht mehr so sicher wie es früher mal galt, außerdem stellt der ÖD gern befristet ein (auch über die 2 Jahre hinaus).
Kurz um, der ÖD ist eigentlich recht unattraktiv.

Maria A. vor 11 Wochen

Wessi, im Osten ist größtenteils noch so, dass eine im öffentlichen Dienst beschäftigte Fachkraft bedeutend besser bezahlt wird, als der Facharbeiter in einer Firma. Wie auch die meisten Handwerker, die angestellt tätig sind. Und in den Jahren nach der Wende kam eine Daueranstellung in einer Behörde gleich nach einem Lottogewinn, obwohl gerade hier im Erzgebirge zumeist nur die untersten Gehaltsklassen genehmigt wurden. Außerdem war es gerade für viele Städter angenehm, als Beschäftigter im Landratsamt oder in der Stadtverwaltung kurze Arbeitswege zu haben. Als täglich 30 bis 40 Kilometer in eine der wenigen, die Wendezeit überlebenden, Großfirmen zu fahren oder, wie sehr viele Sachsen, gar Richtung München dauerpendeln zu müssen.

Wessi vor 11 Wochen

@ Elbflorenz ...über Reil ließe sich vieles sagen...(Spenden...), aber wenn Sie Leiharbeiter bei mittelständischen Betrieben im Osten mit den bei der Autoindustrie+Zulieferbetriebe im Westen vergleichen, so sind das (leider,auch da ist kaum "Einheit") zwei paar Schuhe.In der Autoindustrie gibts TV von dene man im Osten+im ÖD nur träumt.Haben die sich selbst erstreikt. Ganz so schwarz wie es jetzt scheint wirds eh' nicht, Die Autoindustrie ist ja nicht pleite+ein Gros der heutigen Facharbeiter ist bis dahin verrentet.Bleiben aber immer noch die fehlenden Arbeitskräfte im ÖD, dazu zählt auch ein Teil der Dienstleistung...!