Corona-Kabinett Quarantäne-Pflicht für Einreisende und Rückkehrer

Alle, die ab Freitag nach Deutschland einreisen, müssen für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Darauf hat sich nach Angaben eines Sprechers vom Bundesinnenministerium das sogenannte Corona-Kabinett unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel geeinigt. Doch es wird auch Ausnahmen von der Regel geben.

Aschau Im Chiemgau: Ein Mann mit einem Mountainbike steht auf der deutschen Seite vor der mit einem Bauzaun und blauer Plane abgesperrten Grenze zwischen dem Aschauer Ortsteil Sachrang auf bayerischer Seite und Niederndorferberg im Kufsteinerland in Tirol (Österreich)
Schon seit Mitte März sind Einreisen aus Österreich nur noch mit "triftigen Grund" möglich. Bildrechte: dpa

  • Rückkehrer aus dem Ausland sollen in Quarantäne
  • Start: 10. April, Dauer: 14 Tage
  • Ausgenommen: Berufspendler, Geschäftsreisende mit dringenden Terminen, Güterverkehr, Transitreisende

Ab Freitag müssen sich Deutschland-Rückkehrer nach ihrem Eintreffen für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums nach einem Treffen des sogenannten Corona-Kabinetts mit. Die Regelung gelte unabhängig von einem Corona-Verdacht und für alle Einreisen – per Auto, Bahn, Boot oder Flugzeug.

Details sollen bis Freitag stehen

Ausnahmen gibt es laut den Angaben für Berufspendler, für nachweislich wichtige Geschäftstermine und Lkw-Fahrer. Zur Kontrolle sollen etwa Flugunternehmen ihre Passagierdaten den zuständigen Gesundheitsbehörden weitergeben. Die Kontrolle selbst liege bei den Bundesländern. Mit diesen würden bis zum Inkrafttreten der Regelung am 10. April weitere Einzelheiten ausgearbeitet.

Grenzen mit und ohne Krontrollen

Seit dem 16. März finden an den Grenzen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark in Abstimmung mit den Nachbarstaaten vorübergehend Grenzkontrollen statt. In Grenzregionen, in denen es keine solchen Grenzkontrollen gebe, nutze die Bundespolizei die bestehenden Fahndungs- und Kontrollinstrumente, hieß es im Beschluss des Krisenkabinetts. Das bedeutet, dass auch Menschen, die von dort einreisen, in Quarantäne geschickt oder zurückgeschoben werden können, wenn sie von der Polizei im 30-Kilometer-Grenzraum angesprochen werden.

Mehr Kontrollen an den Außengrenzen

Der EU-Rat wiederum hatte Mitte März beschlossen, dass Einreisen aus Drittstaaten in die EU nur noch in ausgewählten Fällen zulässig sind. Auch Polen und Tschechien hatten Einreisebeschränkungen wegen Corona erlassen.

Das "Corona-Kabinett" tagt zweimal pro Woche unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es versammelt die Minister an einem Tisch, die in besonderem Maße mit dem Krisenmanagement während der Pandemie befasst sind.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. April 2020 | 16:00 Uhr