iedersachsen, Hannover: Ein Flugzeug fliegt am Flughafen in Hannover hinter Stacheldraht (Symbolbild zum Thema Abschiebung). Die niedersächsische CDU-Landtagsfraktion hat sich dafür ausgesprochen, mindestens eines der vom Bund geplanten Asyl- und Abschiebezentren in Niedersachsen einzurichten.
Seit Ende 2016 wurden bisher rund 350 Afghanen in ihr Herkunftsland zurückgeführ (Symbolbild). Bildrechte: dpa

Kabul Weiterer Abschiebeflug in Afghanistan eingetroffen

Mit 46 Menschen an Bord ist am Mittwochmorgen ein weiterer Abschiebeflug aus Deutschland in der afghanischen Hauptstadt Kabul gelandet. Die 15. Sammelabschiebung seit Ende 2016 stieß auf heftige Kritik.

iedersachsen, Hannover: Ein Flugzeug fliegt am Flughafen in Hannover hinter Stacheldraht (Symbolbild zum Thema Abschiebung). Die niedersächsische CDU-Landtagsfraktion hat sich dafür ausgesprochen, mindestens eines der vom Bund geplanten Asyl- und Abschiebezentren in Niedersachsen einzurichten.
Seit Ende 2016 wurden bisher rund 350 Afghanen in ihr Herkunftsland zurückgeführ (Symbolbild). Bildrechte: dpa

In Afghanistan ist erneut ein Abschiebeflug aus Deutschland eingetroffen. Nach Angaben von Beamten am Flughafen der Hauptstadt Kabul landete die Maschine kurz nach 8:30 Uhr Ortszeit. 46 Menschen waren an Bord.

Seit Dezember 2016 war es die 15. Sammelabschiebung. Insgesamt haben Bund und Länder damit bisher rund 350 Afghanen in ihr Herkunftsland zurückgebracht.

Kritik an Sammelabschiebungen

Gegen den jüngsten Abschiebeflug aus München protestierten mehrere hundert Menschen in der bayerischen Landeshauptstadt. Der Flüchtlingsrat sprach von rund 700 Demonstranten, die Polizei von etwa 600.

Der bayerische Flüchtlingsrat kritisierte, dass unter den Abgeschobenen auch gut integrierte Männer seien, die sich hier bereits eine Perspektive aufgebaut hätten. Zudem missachte die Bundesregierung mit dem Flug die neuesten Erkenntnisse des Auswärtigen Amtes über die "volatile" Sicherheitslage in Afghanistan. Die Abschiebungen dorthin seien "Symbolpolitik, um Deutschland als harten Abschiebestaat zu präsentieren und die rechten Wähler*innen zu umwerben".

Wenige Tage nach dem vorherigen Abschiebeflug am 4. Juli mit insgesamt 69 Menschen an Bord war bekannt geworden, dass ein 23-jähriger Mann sich nach der Rückkehr in Afghanistan das Leben genommen hatte. Ein anderer Afghane wurde inzwischen nach Deutschland zurückgeholt, da sich seine Abschiebung als unrechtmäßig herausgestellt hatte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. August 2018 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2018, 07:48 Uhr