Rundbrief AfD-Chef Meuthen verzichtet auf Bundestagskandidatur

Die Entscheidung ist gefallen: der AfD-Vorsitzender Jörg Meuthen will seinen Sitz im EU-Parlament behalten und nicht in den Bundestag wechseln. Zur Begründung erklärte Meuthen, er könne in Brüssel eine wichtige Aufgabe erfüllen.

Jörg Meuthen, AfD-Parteichef (r), erscheint zum nicht-öffentlichen AfD-BundesKonvent, der kurzfristig ins sächsische Lommatzsch verlegt wurde
AfD-Chef Jörg Meuthen (r.) sieht seinen Platz im Europaparlament. Bildrechte: dpa

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen will im kommenden Jahr nicht für den Bundestag kandidieren. Das teilte er in einem Rundbrief an die Parteimitglieder mit. Das Schreiben liegt der Nachrichtenagentur dpa vor. In dem Brief schreibt Meuthen demnach, dass er Abgeordneter im EU-Parlament bleiben wolle. Dort könne er eine wichtige Aufgabe erfüllen.

Weiter zitiert dpa Meuthen mit den Worten, in der AfD in Berlin seien viele kluge Köpfe am Werk. Er sei überzeugt, dass dies auch nach der Bundestagswahl so bleiben werde.

Noch keine Äußerung von Gauland

In der Partei war zuletzt spekuliert worden, dass Meuthen versuchen könnte, der Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel die Spitzenkandidatur in Baden-Württemberg streitig zu machen. Weidel führt gemeinsam mit Alexander Gauland die AfD-Bundestagsfraktion. Sie ist zudem AfD-Landeschefin in Baden-Württemberg. Gauland wird im kommenden Jahr 80 Jahre alt. Er hatte zuletzt mehrfach erklärt, er habe noch nicht entschieden, ob er erneut für den Bundestag antritt.

Meuthen in der Kritik

Meuthen steht seit einiger Zeit parteiintern in der Kritik. Die Bundestagsfraktionschefs Weidel und Gauland hatten vor allem seine Vorgehensweise im Fall Andreas Kalbitz kritisiert. Auf Betreiben von Meuthen hatte der AfD-Parteivorstand die Mitgliedschaft von Kalbitz annulliert. Das Schiedsgericht der Partei bestätigte die Annullierung. Im August war der frühere brandenburgische AfD-Landeschef Kalbitz mit einem Eilantrag gegen die Annullierung gescheitert.

Meuthen steht der AfD gemeinsam mit dem sächsischen Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla vor.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. September 2020 | 08:45 Uhr