Ein Mann in schwarzen Sandalen hält ein Plakat der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative, 2017
Mitglieder der Jungen Alternative sind wegen menschenverachtender Äußerungen in der Kritik. Bildrechte: dpa

Status als Jugendorganisation wird geprüft AfD distanziert sich von Jugendorganisation

Der AfD-Bundesvorstand hat sich von seiner Jugendorganisation "Junge Alternative" distanziert. Aufgrund "menschenverachtender Einzeläußerungen" soll nun der Paragraf der AfD-Satzung geprüft werden, in dem die JA als Jugendorganisation definiert wird.

 Ein Mann in schwarzen Sandalen hält ein Plakat der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative, 2017
Mitglieder der Jungen Alternative sind wegen menschenverachtender Äußerungen in der Kritik. Bildrechte: dpa

Die AfD erwägt offenbar eine Trennung vom Jugendverband Junge Alternative (JA). Der Parteivorstand erklärte nach einer Telefonkonferenz, er werde unverzüglich eine Sondersitzung zur Situation in der JA einberufen, wenn das aktuelle Lagebild der "Arbeitsgruppe Verfassungsschutz" vorliege.

Paragraf 17a soll geprüft werden

Der Parteikonvent werde damit beauftragt, einen Antrag auf Änderung des Paragrafen der Parteisatzung zu prüfen, in dem die "Junge Alternative" als Jugendorganisation definiert wird. Eine Entscheidung darüber könne dann auf dem nächsten Bundesparteitag fallen.

Paragraf 17a Paragraf 17a definiert unter anderem die Aufgaben der Jungen Alternative. So heißt es, "die Junge Alternative für Deutschland (JA) ist die offizielle Jugendorganisation der Alternative für Deutschland ... Die JA dient als Innovationsmotor der AfD und hat das Ziel, das Gedankengut der Partei in ihrem Wirkungskreis zu verbreitern sowie die besonderen Anliegen der Jugend innerhalb der AfD zu vertreten ..."

Hintergrund sind dem Bundesvorstand zufolge "menschenverachtende Einzeläußerungen" von JA-Mitgliedern, die "mit Abscheu zur Kenntnis genommen" wurden. Er erwarte, dass sich die JA unverzüglich von diesen Mitgliedern trennt, heißt es in einer Mitteilung.

Einigkeit über Handlungsdruck

In der Partei herrscht laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa Einigkeit darüber, dass gehandelt werden müsse. Die dpa beruft sich dabei auf Angaben aus Vorstandskreisen. Unterschiedliche Auffassungen gebe es aber über die Vorgehensweise.

Parteikonvent In dem Konvent sitzen der Bundesschatzmeister und vier weitere Mitglieder des Bundesvorstandes sowie 50 Vertreter der Landesverbände.

Hintergrund des Beschlusses sind den Angaben zufolge rassistische Äußerungen sowie Gewaltfantasien in Internetforen der Parteijugend. Wann der nächste Bundesparteitag stattfindet, steht noch nicht fest.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. November 2018 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. November 2018, 14:39 Uhr

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64 Kommentare

28.11.2018 14:05 winfried an (64)Ralf112 64

Danke für Statement, jedoch
wir sollten die Stellungnahme von "Wessi" abwarten,
wir laufen sonst Gefahr "wie Blinde über Farben zu reden".

28.11.2018 13:14 Ralf112 63

@57 Winfried: ">> ... aus der JA wohl die unbestritten Ekel erregenden Äußerungen kommen.<<
Sie scheinen also Konkretes zu wissen, ich dagegen nicht."

Ich weiß leider auch nichts Konkretes, aber wenn die AfD aus "eigenem Abtrieb" (wenn auch wahrscheinlich nur aus Angst vor der angekündigten Beobachtung durch den VS) Untersuchungen anstellt, dann muss es schon wirklich schlimm gewesen sein. Immerhin ist man ja weder gegen Herrn Gauland wegen der Verharmlosung des NS-Regimes, weder gegen die pauschale Diffamierung aller Flüchtlinge durch Frau Weidel, weder gegen die kruden Rassentheorien eines Herrn Höcke, weder gegen die Beleidigungen türkischer Mitbürger durch Herrn Poggenburg, weder gegen die Lügen von Frau Böswald über die Lügenpresse etc. etc. so vorgegangen. Es wäre wirklich mal interessant zu wissen, wo die Grenze der AfD liegt, da mir bislang noch keine bekannt ist...

28.11.2018 12:19 ralf meier 62

@Eulenspiegel Nr 51 und Peter Nr 53,
Also ich bin es eigentlich leid, ihre grundsätzlich unbelegten Behauptungen immer wieder mit Verweisen zu widerlegen. Deshalb belasse ich es bei dem Hinweis, das auch im Wahlprogramm der AFD zum Thema Rente nichts steht, was Ihre Behauptung stützt.

@Moderation: Aus gegebenen Anlass bitte ich ausdrücklich um die Freigabe dieser kurzen Rückmeldung. Ich selbst werde mich danach nicht mehr zu diesem OT äußern .

28.11.2018 10:32 Ekkehard Kohfeld 61

Ralf112 60 Rassistische Aussagen wie "Alle Flüchtlinge sind Messerstecher" oder wie "Kein Deutscher will neben einem Boateng wohnen"? Gegen diese Aussagen geht die AfD doch gar nicht vor!?!?##Ach noch was vergessen,noch leben wir in einem Land mit Meinungsfreiheit und die wird auch die AFD nicht einschränken und ist sie gar nicht zu befugt genau so wenig wie sie.Was in unserm Land doch Schlauberger rum laufen die alles (besser) wissen und kennen nicht mal die wichtigsten Regeln und Gesetze unseres Lande.
GG
Art 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.##

27.11.2018 23:21 Ralf112 60

@10 Ichbins: "Wenn irgendwelche rassistischen Aussagen getroffen wurden, dann sollte man dagegen handeln. Das wird nun getan fertig aus"

Rassistische Aussagen wie "Alle Flüchtlinge sind Messerstecher" oder wie "Kein Deutscher will neben einem Boateng wohnen"? Gegen diese Aussagen geht die AfD doch gar nicht vor!?!?

27.11.2018 23:12 Ralf112 59

@mdr: Gibt es eigentlich noch irgendwelche zusätzlichen "geheimen" Kriterien, nach denen Sie entscheiden, was veröffentlicht wird und was nicht? Innerhalb der letzten Tage wurden mehrere meiner Beiträge nicht veröffentlicht und diese waren stets themenbezogen und verstießen ganz sicher nicht gegen die Nettikette...

[Lieber Ralf112, einzig Kommentare, die gegen die Netiquette verstoßen, werden nicht freigeschaltet. Das beinhaltet u.a. Kommentare mit unbelegbaren Behauptungen, externen Links, Beleidigungen, Diffamierungen und themenfremden Inhalten. Die von Ihnen beschriebenen geheimen Kriterien existieren nicht, da müssen wir Sie leider enttäuschen. Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion]

27.11.2018 22:41 Eulenspiegel 58

„Der AfD-Bundesvorstand hat sich von seiner Jugendorganisation "Junge Alternative" distanziert.“
Also ich halte es sogar für möglich das sich die AfD sich von den"Junge Alternative" trennt. Und ich befürchte das sie mit fast den gleichen Leiten einen Monat später eine neue Jugendorganisation gründen wird. Ich denke dass würde zu der AfD passen. Wir werden sehen.

27.11.2018 18:54 winfried an (56)Wessi 57

Ihr Kommentar (56) beinhaltet u.a.
>> ... aus der JA wohl die unbestritten Ekel erregenden Äußerungen kommen.<<
Sie scheinen also Konkretes zu wissen, ich dagegen nicht.
Mein Kommentar (14) endete mit nachstehendem Satz:
>>Ich bitte also um zugrundeliegende JA-"Kostprobe(n)".<<
Mein Unwissen bzgl. JA-Äußerung(en) besteht noch immer.
Sie scheinen das ändern zu können. Deshalb, ich bitte darum.

Übrigens, ich bin ein AfD-Liebhaber.
Teilen Sie mir also auf diesem Weg mit, wobei ich Sie womit beleidigt habe und, ich werde mich dafür entschuldigen.
Wieso ich darauf komme ?! ... Ihre Textpassage:
"im Beleidigen sind die AfD-Liebhaber ganz groß."
lässt keine Ausnahmen zu.

27.11.2018 17:23 Wessi 56

Nachdem 3 Kommentare nicht veröffentlicht wurden:@ 52 Eines beweisen Sie gerade: im Beleidigen sind die AfD-Liebhaber ganz groß.Auch im grundlosen Beleidigen.Daß zu einem G20-Gipfel ein Programm gehört, ist selbstverständlich, aber daraus die Weisheit...hahaha...zu ziehen, daß Olaf Scholz nun in eine Kategorie mit ausländischen Randalierern im Schanzenviertel in einen Topf zu werfen ist...hat schlichtweg etwas von Beleidigung.Hört sich an, als würden wir Anständigen lauter Goebbelsvergleiche bei Rednern der AfD machen.Tun wir nicht, aber,um zum Thema zu kommen: der blaubraune Verein sollte ersteinmal den Kontakt zu verbalen Brandtsiftern beenden, resp. schauen wieso sich aus der JA wohl die unbestritten ekelerregeneden Äusserungen kommen.Wer Wind sät, wird Sturm ernten.Das mussten Lucke+Henkel auch schon erfahren.Der VS wird weiter arbeiten...heute die Kleinen+Morgen die Großen.

27.11.2018 16:56 WegWeiser 55

Der AfD Vorstand will die eigene Jugenirganisation auflösen. So hört sich Zukunft an. Da kann man auch den Dackel auf die Wurst aufpassen lassen.