Parteistreit Knappe Mehrheit stellt sich bei AfD-Konvent hinter Co-Parteichef Meuthen

Der AfD-Bundeskonvent hat sich im sächsischen Lommatzsch mit einer knappen Mehrheit hinter den Co-Parteichef Jörg Meuthen gestellt - und gegen eine Maßregelung wegen "Spaltungsversuchen" gestimmt.

30.11.2019, Niedersachsen, Braunschweig: Jörg Meuthen, Bundessprecher der AfD, freut sich beim Parteitag der AfD über seine Wiederwahl.
27 Deligierte unterstützten AfD-Parteichef Jörg Meuthen, 23 taten es nicht. Bildrechte: dpa

Beim AfD-Bundeskonvent im sächsischen Lommatzsch hat sich eine knappe Mehrheit hinter den Co-Parteichef Jörg Meuthen gestellt. Nach Angaben aus Parteikreisen stimmten 27 Deligierte bei dem nicht-öffentlichen Konvent gegen einen Antrag zur Maßregelung Meuthens, mit dem ihm "unverantwortliche Spaltungsversuche" der Partei vorgeworfen wurden. 23 Deligierte votierten für den Antrag. Dieser war unter anderem vom Bundestagsabgeordneten Armin-Paul Hampel eingebracht worden.

"Der Konvent hat dem Wunsch, diese Missbilligung auszusprechen, mehrheitlich nicht entsprochen", sagte Meuthen vor Journalisten. "Das bestätigt genau das, was ich die ganze Zeit sage: dass für den Kurs, den ich in der Partei vertrete, eine Mehrheit besteht."

Meuthen unterlag Kalbitz in Rechtsstreit

Meuthen steht seit einiger Zeit parteiintern in der Kritik – zum Beispiel von Thüringens Landeschef Björn Höcke und AfD-Fraktionschef Alexander Gauland. Am Freitag hatte Meuthen eine juristische Niederlage hinnehmen müssen: Das Landgericht Berlin hatte die Aufhebung der Mitgliedschaft des bisherigen Brandenburger AfD-Landeschefs Andreas Kalbitz durch den Bundesvorstand für unzulässig erklärt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Juni 2020 | 13:30 Uhr