Screenshot von AfD-Seite
Screenshot der Seite des baden-württembergischen AfD-MdL Räpple, mit Meldeformular. Die Seite ist inzwischen offline. Bildrechte: http://www.stefan-raepple.de/mein-lehrer-hetzt/

Meldeportale für AfD-kritische Lehrer "Lehrer-Pranger" auch in AfD umstritten

Mehrere AfD-Landtagsfraktionen sorgen mit Onlineseiten für Wirbel, auf denen Schüler AfD-kritische Aussagen von Lehrern melden sollen. Die umstrittene Aktion stößt auch in der AfD selbst auf Widerspruch.

Screenshot von AfD-Seite
Screenshot der Seite des baden-württembergischen AfD-MdL Räpple, mit Meldeformular. Die Seite ist inzwischen offline. Bildrechte: http://www.stefan-raepple.de/mein-lehrer-hetzt/

Die von der Kultusministerkonferenz scharf kritisierten Lehrer-Meldeportale der AfD sind auch in der Partei selbst nicht unumstritten. Der bildungspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Götz Frömming, sagte in Berlin, die Landtagsfraktionen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein wollten sich der Aktion vorerst nicht anschließen.

Räpple-Portal wieder offline

Nach dem Start des Portals der AfD-Fraktion in Hamburg im September hatten mehrere Landesverbände ankündigt, ähnliche Meldestellen und Formulare im Internet anzubieten, wo Schüler, Eltern und Studenten Lehrer mit kritischer Haltung zur AfD melden können. Aus Sicht der AfD verstößt eine solche Haltung von Landesbediensteten gegen die Neutralitätspflicht und den Bildungsföderalismus. 

Dabei werden von der Hamburger AfD keine Namen von Lehrern gesammelt, doch die AfD in Baden-Württemberg ging einen Schritt weiter. Der Landtagsabgeordnete Stefan Räpple rief auch zur Meldung von Namen auf. Doch schon wenige Tage nach Start des "Prangers" wurde er wieder abgeschaltet. Als Grund nannte die AfD einen Hackerangriff. 

Bereits viele Einträge

Über das Lehrer-Meldeportal der AfD in Hamburg haben sich nach Angaben der Partei bereits 10.000 Menschen gemeldet. Dabei gibt es laut Fraktionschef Alexander Wolf auch viele Einträge von Gegnern der AfD und der Portale. Zugleich wehrt sich Wolf gegen den Begriff "Lehrer-Pranger". Er sagte, seine Fraktion führe keine Namenslisten. Es gehe ihnen auch nicht darum, die Schüler zu Denunzianten zu erziehen.

Als Beispiel für einen AfD-feindlichen Pädagogen berichtete Wolf von einem Musiklehrer, der angeblich auf dem Klavier die Töne "A-F-D" gespielt und das mit dem Satz "Das ist ja alles braune Soße" kommentiert haben soll.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Oktober 2018 | 22:27 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2018, 19:26 Uhr

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24 Kommentare

18.10.2018 18:59 Agnostiker (an ralf meier) 24

Und ihr Beispiel hat jetzt konkret was mit Hetze gegen die AfD zu tun, bzw. der Sinnhaftigkeit des AfD Portals? Auch ist mir nicht klar, was Kenntnisse über Menschen- bzw. Kinderrechte mit Sexualerziehung zu tun haben. In dem Artikel geht es um die Frage der Sexualerziehung und ab wann und in welcher Form diese stattfinden soll. Ich bin da ganz bei den Kritikern. Hat aber nix mit dem Lehrerportal zu tun. Im übrigen ist Ihr Kommentar ein guter Beweis dafür, dass man solch ein Portal der AfD nicht benötigt. Denn wie Sie sicher dem FAZ Artikel entnommen haben, beschäftigen sich bereits die Schulämter bzw. die jeweiligen politischen Fraktionen mit dem Thema.

18.10.2018 18:40 NRW-18 23

@ 20 JanoschausLE
Ihren Ball kann ich 1:1 zurückspielen.
Linke Politiker vergreifen sich ebenfalls im Ton, nur schlachtet die vielfach linke Presse dies nicht aus, sondern lässt es möglichst weg. Durch Eltern oder Lehrer links geprägte Kinder denken sicherlich, dass bei der AfD etwas schief läuft und genau da ist ja das Problem der Beeinflussung und Hetze.
Wer entscheidet denn was Fake ist? Reuters und dpa, Springer und Bertelsmann, alle im Auftrag der Regierung?

18.10.2018 18:37 Wo geht es hin? 22

@JanoschausLE - Zitat von Ihnen: "Verstehen Sie es nicht?Die Afd will dann eine Aufsichtsbeschwerde machen.Wer bearbeitet das? Das Schulamt! NICHT die AfD." Zitat Ende. Nichts anderes habe ich geschrieben - Zitat von mir: "Glauben Sie ernsthaft, dass das Schulamt dann gegen diesen Lehrer vorgehen würde? Also WAS GENAU würde IHRE vorgeschlagene Vorgehensweise denn ändern?" Zitat Ende. Scheinbar haben SIE nicht "verstanden". So viel zum "Bumerang". Und andere Lösungsvorschläge habe ich keine bei Ihnen gefunden...

18.10.2018 14:54 JanoschausLE 21

@18.10.2018, 05:58 | Wo geht es hin? 19

"@JanoschausLE - Zitat von Ihnen: "Wenn es mit dem Lehrer so war, so wäre das nicht gut, aber so wäre das in der Sachbearbeitung ein Thema für´s Schulamt..."Zitat Ende. In dem mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Unterstützer dieser Haltung sitzen. So was nennt man dann den Bock zum Gärtner machen. Glauben Sie ernsthaft, dass das Schulamt dann gegen diesen Lehrer vorgehen würde? Also WAS GENAU würde IHRE vorgeschlagene Vorgehensweise denn ändern?"
Verstehen Sie es nicht?Die Afd will dann eine Aufsichtsbeschwerde machen.Wer bearbeitet das? Das Schulamt! NICHT die AfD.Ich hoffe,dass dann jemand v.d.AfD seinen Namen drunter setzt,wegen des Bumerangs,kommt schnell Verleumdung/üble Nachrede,falsche Verdächtigung und so.Auch wenn es nur v.Hörensagen v.d.Plattform ist

18.10.2018 09:40 JanoschausLE 20

@17.10.2018, 20:01 | NRW-18 17
"Toll finde ich als AfD-Wähler diese Plattform auch nicht, allerdings kann ich die Gründe dafür gut nachvollziehen, denn nicht selten versuchen einige der oft links-grünen Lehrer ihre Schüler gemäß ihrer Interessen zu beeinflussen. Dabei kann mir auch sehr gut vorstellen, dass über die AfD gehetzt wird, wie es bekanntlich auch außerhalb von Schulen oft genug getan wird..." Ach so? Wenn sich ein Prof.Dr. Meuthen, ein Höcke, eine v.Storch im Ton vergreift,gegen andere Menschen undemokratisch hetzt und dann in der Schule das Demokratie-Thema behandelt wird,mit aktuellem Bezug, wo Kinder schon merken, dass da irgendwas schief läuft, das nennen Sie Hetze gegen die AfD? Bitte, die AfD setzt höchstselbst die Kritikpunkte. Auf dieser Plattform könnte jeder jeden anonym anschwärzen,wenn dann der Bummerang vertragen wird,bitte schön. AfD-Politiker sagen die Wahrheit? Ich bitte Sie,Fakes wurden zuhauf nachgewiesen.

18.10.2018 05:58 Wo geht es hin? 19

@JanoschausLE - Zitat von Ihnen: "Wenn es mit dem Lehrer so war, so wäre das nicht gut, aber so wäre das in der Sachbearbeitung ein Thema für´s Schulamt..."Zitat Ende. In dem mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Unterstützer dieser Haltung sitzen. So was nennt man dann den Bock zum Gärtner machen. Glauben Sie ernsthaft, dass das Schulamt dann gegen diesen Lehrer vorgehen würde? Also WAS GENAU würde IHRE vorgeschlagene Vorgehensweise denn ändern?

17.10.2018 22:53 Peter 18

Das sind quasi-totalitäre STASI Methoden - Lehrer haben im übrigen die Pflicht freiheitlich demokratische Werte der Verfassung im Unterricht zu vermitteln. Und da die AfD deutliche Probleme mit diesen hat, MUSS das kritisch im Unterricht thematisiert werden. PUNKT

17.10.2018 20:01 NRW-18 17

Toll finde ich als AfD-Wähler diese Plattform auch nicht, allerdings kann ich die Gründe dafür gut nachvollziehen, denn nicht selten versuchen einige der oft links-grünen Lehrer ihre Schüler gemäß ihrer Interessen zu beeinflussen. Dabei kann mir auch sehr gut vorstellen, dass über die AfD gehetzt wird, wie es bekanntlich auch außerhalb von Schulen oft genug getan wird.
Viele Politiker dieser Partei sprechen die Wahrheit aus, vor der Altpartei-Politiker Angst haben. So ist eine Rede von Prof. Dr. Meuthen immer wieder ein Genuss - nur nicht für die Etablierten.

17.10.2018 18:26 ralf meier 16

@PeterPlys Nr 1: Pranger waren im Mittelalter üblich, wir leben im 21. Jahrhundert!

Ich würde mir wirklich wünschen, es wäre heute nicht mehr so. Leider hat sich in Zeiten des Internet eine sehr effektive Form des Prangers etabliert, die man je nach Umfang Mobbing oder auch Shitstorm nennt. In den meisten Fällen ist das gewünschte Ergebnis solch eines Prangers dann die Vernichtung der beruflichen Existenz und des pers. Rufs gern auch ohne verwertbare Beweise und unter Umgehung rechtsstaatlicher Zuständigkeiten mit pauschalen Vorwürfen, die Ihnen aus einigen Fällen bekannt sein dürften. Das alles hat nichts damit zu tun, wenn auf einer Meldeplattform der AFD konkrete beweisbare Aussagen zitiert werden. Ich würde es übrigends vorziehen, das diese auf der Plattform nur in anonymisierter Form genannt werden, um eben nicht rechtsstaatlichen Maßnahmen oder auch nur einem Gespräch mit der Schulleitung oder anderen vorgesetzten Stellen vorweg zugreifen.

17.10.2018 17:36 PeterPlys 15

Egal, wie man über politisch engagierte Pädagogen streitet. Es gibt sicherlich andere Wege als eine Denunziationsplattform.
Wer so etwas verteidigt hat aus der Geschichte nichts gelernt. Pranger waren im Mittelalter üblich, wir leben im 21. Jahrhundert!