Parteien AfD in NRW fordert Auflösung des "Flügels"

Der rechtsnationale "Flügel" um den Thüringer AfD-Landeschef Höcke wird vom Verfassungsschutz beobachtet. In der AfD sorgt das für Unruhe. Jetzt fordert der erste Landesverband die Auflösung des "Flügels".

Mitglieder der AfD-Parteiführung lassen sich am 02.09.2017 vor dem Kyffhäusertreffen 'Der Flügel' fotografieren.
Beim "Flügel"-Treffen 2017 waren auch die damaligen AfD-Bundesvorsitzenden Meuthen (3. v. r.) und Gauland (2. v. r.) dabei. Bildrechte: dpa

Die AfD in Nordrhein-Westfalen hat den Bundesvorstand aufgefordert, den vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften "Flügel" aufzulösen. Der Deutschen Presse-Agentur liegt dazu ein Brief des Landesvorsitzenden Rüdiger Lucassen an die beiden Parteichefs Jörg Meuthen und Tino Chrupalla vor.

"Austrittswelle stoppen"

Darin fordert Lucassen laut DPA, Veranstaltungen, Auftritte und andere Zusammenkünfte von AfD-Mitgliedern unter der Bezeichnung "Flügel" zu verbieten. Die Anhänger des "Flügels" sollten sich "vorbehaltlos ... den Zielen und der Programmatik der AfD" unterordnen. Diese Maßnahmen seien geeignet, "wieder Ruhe" einkehren zu lassen und "die bereits begonnene Austrittswelle" zu stoppen.

Der "Flügel" wurde 2015 vom Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke gegründet. Heute gelten Höcke und der Brandenburger AfD-Vorsitzende Andreas Kalbitz als die beiden wichtigsten Führungsfiguren. Die genaue Zahl der Anhänger ist nicht bekannt: Es gibt weder Mitgliedsausweise noch Mitgliederlisten.

Der Bundesverfassungsschutz hatte den "Flügel" vergangene Woche zum Beobachtungsfall erklärt. Das hatte zu großen Diskussionen innerhalb der AfD geführt. Kritik an Höcke und Kalbitz hatte diese Woche bereits der rheinland-pfälzische AfD-Chef Uwe Junge geübt. Der Bundesvorstand will in dieser Frage voraussichtlich am kommenden Freitag in Berlin beraten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. März 2020 | 19:00 Uhr