Demonstrationsteilnehmer tragen ein Schild mit der Aufschrift "Kein Platz für Nazis".
"Kein Platz für Nazis" fordern Demonstranten in Riesa. Bildrechte: xcitePRESS

Riesa Proteste und zähe Kandidatenwahl bei AfD-Parteitag

In Riesa haben nach Angaben der Veranstalter rund 1.300 Menschen an einer Demo gegen den dortigen AfD-Parteitag teilgenommen. Die AfD-Delegierten quälten sich unterdessen bei der Kandidatensuche für die Europawahl.

Demonstrationsteilnehmer tragen ein Schild mit der Aufschrift "Kein Platz für Nazis".
"Kein Platz für Nazis" fordern Demonstranten in Riesa. Bildrechte: xcitePRESS

In Riesa ist eine Demonstration gegen den AfD-Bundesparteitag mit kleineren Zwischenfällen zu Ende gegangen. Ein Polizeisprecher sagte MDR SACHSEN, es habe drei Anzeigen gegeben. Unter anderem habe ein Mann einen Hitlergruß gezeigt und dafür von einem Unbekannten einen Schlag ins Gesicht bekommen.

Um den Parteitag der AfD abzusichern, waren demnach 700 Polizisten im Einsatz. Auch Wasserwerfer waren in Stellung gebracht worden. Zu der Demonstration hatte das Bündnis "AfD? Adé!" aufgerufen. Nach Angaben eines Sprechers kamen rund 1.300 Menschen auf den Platz vor der Sachsenarena, um mit Musik und Trillerpfeifen gegen die AfD zu protestieren.

Parteitag der AfD gestaltet sich zäh

Mehrer Einsatzwagen der Polizei stehen einer Straße entlang.
Polizeiwagen vor der Sachsenarena in Riesa. Bildrechte: xcitePRESS

Rund 500 Delegierte der AfD hatten am Samstag in der Sachsenarena in Riesa ihren Parteitag fortgesetzt. Dabei bestimmten sie weitere Kandidaten für die bevorstehende Europawahl. Wegen der großen Zahl von Kandidaten kam es zu Verzögerungen. Auf einen mittleren Listenplatz gab es bis zu zehn Bewerber. Der Listenplatz 16 konnte erst nach acht Stunden und sechs Wahlgängen besetzt werden.

Insgesamt will die AfD mit 40 Kandidaten zur Europawahl antreten. Beim Parteitag in Riesa wird zudem über einen möglichen EU-Austritt Deutschlands diskutiert.

Poggenburgs AdP in aller Munde

Für Gesprächsstoff sorgte am Rande des Parteitages auch die Gründung der neuen Partei "Aufbruch deutscher Patrioten" durch den Ex-Landeschef der AfD in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg. Einige Delegierte erwarteten, dass sich Poggenburg für die Landtagswahl in Sachsen am 1. September womöglich mit Vertretern des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses verbünden wird. Poggenburg erklärte auf Facebook, dass es dazu kommen werde, sei "wahrscheinlich".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Januar 2019 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2019, 18:54 Uhr

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29 Kommentare

14.01.2019 16:12 Fragender Rentner 29

@Peter zu 3

Stell dir vor du bist in einer Partei die in das EU-Parlament einziehen möchte und du möchtest unbedingt dort mitbestimmen wie es in der EU laufen soll, auf welchen Platz möchtest du da aufgestellt werden?

Auf einem Vorderen oder weiter hinten?

Bitte nicht abschweifen.

14.01.2019 16:04 Fragender Rentner 28

Ist schon schlimm bei der AfD sie müssen sich bei der Kandiatenwahl für die EU auch noch quälen wie Oben zu lesen ist.

Bei anderen Parteien wurden wohl die Kanidaten von den Oberen bestimmt ??? :-)))

14.01.2019 14:09 Werner 27

Manche haben einen Freibrief für Alles - sowas wie ein "Jagdschein" - und Manche eben nicht.

14.01.2019 13:05 Wessi 26

@ 25 Ist "Rentner" für Sie eine Beleidigung? Na, dann beleidige ich mich eben.Rein visuell sind es mehrheitlich Rentner, geführt von einem ehem. Straftäter+unterstützt von Leuten die für den Verfassungsschutz interessant sind.Hier geht es darum, daß die Minderheit AfD, der Mehrheit etwas aufzwingen will, was diese Mehrheit nicht haben möchte+wie, Sie, behauptet die "Vernunft" für sich gepachtet zu haben. Es mag für Leute wie Sie bitter sein, aber das Volk will die AfD mehrheitlich nicht...von Pegida mal ganz abgesehen.Die "indentitären" Freunde der AfD begehen übrigens gerade Straftaten.Und sie beklagen hier sogar LEGALE Mittel! Respektieren Sie doch einfach, daß die Mehrheit (das zur Meckerei über "Inhalte")keine andere Republik möchte!Oder plakaktiv: wir wollen Euch nicht.

14.01.2019 12:28 sh 25

@21 Wessi, Zitat von Ihnen in einem anderen Forum: "Da behauptet ein Haufen Rentner in Dresden doch sie wären das Volk..." Und Sie meinen, das ist nicht beleidigend gegen vernünftig demonstrierende Menschen aus ALLEN Altersschichten. Gerade Sie müssen über Beleidigungen keine Äußerungen machen, von Ihren "Inhalten" ganz zu schweigen. Zwei Jahreszahlen und ein paar Prozentspielchen, damit ist es doch erschöpft. Hier geht es darum, das die großen Demokraten anderen die Demokratie erklären wollen, aber mit allen legalen und illegalen Mitteln, bis hin zu körperlicher Gewalt Veranstaltungen, Demonstrationen etc. blockieren wollen. Und die meinen noch, sie wären das demokratische Volk.

14.01.2019 12:09 Wessi 24

@ 22 Was "zieht" nicht mehr? Na, dann hätte ja die AfD eine regierungsfähige Mehrheit+nicht nur lachhafte 12,6 %.Ich "sehe" mich sehr um: in NL verliert Wilders, in F hat lt. Umfragen LePen konstant verloren, in ES? Das müssen Sie mir erklären?Catalonien kann es nicht sein, denn die Catalanen wollen zwar tw. mehr Autonomie, aber auf alle Fälle mit viel EU.In A fängt Kurz an, am Wählerpotential der FPÖ zu knabbern, wie er es vor hatte,I ist ein Land in dem man viel Lärm um nichts macht, die Regierung knickt ja jetzt schon immer wieder ein, in PL wirds nach d.Wahl schwierig, bleibt HU.Rechte Parteien haben regelhaft keine Lösungsansätze.Sie versuchen nur kaputt zu machen.

14.01.2019 08:56 steeven24 23

zum großen Glück für die Demokratie macht es diese Partei deutlich. Jeder kann und darf kandidieren. Bei all den Etablierten, nominiert und wählt sich die Posten - und Führungsriege selbst. Allein das disqualifiziert alle anderen lupenreinen Demokraten. Der Cu Parteitag war bestes Bsp. aus tausend und einem Delegierten. Auf das "D" kann getrost verzichtet werden.

13.01.2019 19:57 Bronko 22

Zitat: "Diese Partei wird, so sie die Möglichkeit bekommt die Zukunft Deutschlands und Europas nachhaltig ungünstig beeinflussen. Deren Programmatik ist rückständig und frei von tragbaren Lösungsansätzen."

Ich lach mich kaputt, wenn ich sowas immer und immer wieder lesen darf. Scheinbar sind einige Protagonisten hier und anderswo in einer Käseglocke gefangen, die Deutschland heißt. Denn würden die Leute sich mal umsehen (Spanien mitlerweile auch), würden sie sehen, das dies blanker Unsinn ist. Aber ich verstehe schon, immer schön den Teufel ausmalen. Nur zieht das eben nicht mehr, genauwie die ausgeleierte Nahsikeule, es ermüdet nur noch.

13.01.2019 19:15 Wessi 21

@ 17 Herr Meier, warum verwenden sie zur Beschreibung eines politischen Gegners ein diffamierendes "Hetzwort". Reden wir Sozialdemokraten von Ihrem Verein bei der Namensnennung etwa ebenso? Mir fiele sehr Vieles äusserst Negatives ein.DAs Problem der AfD und ihrer Delegierten ist doch klar, Meuthen sagte es: man ist unfähig an seinen Maximalforderungen Abstriche zu machen.Man, oder "ichich" will rechthaberisch 100% durchsetzen.So geht Demokratie nicht.

13.01.2019 18:32 Wo geht es hin? 20

@DD - Zitat von Ihnen: "Ich denke auch, dass eine konservativ, nationale Partei, welche sich strikt am GG ausrichtet durchaus eine Berechtigung hat. Allerdings gibt es diese in Form der CDU/ CSU schon." Zitat Ende. Das hat man in den letzten Jahren sehr schön beobachten können, was die CDU/CSU das GG juckt, wenn es um die Durchsetzung der eigenen (nicht die des Volkes) Interessen geht. Da geht denen das GG nämlich ziemlich oft am Allerwertesten vorbei.