AfD-Politiker Frank Magnitz
Bremens AfD-Landesvorsitzender Frank Magnitz (Archivbild) Bildrechte: dpa

Attacke auf Politiker AfD-Bundestagsabgeordneter Magnitz bei Angriff verletzt

In Bremen ist der Landeschef der AfD, Magnitz, angegriffen und verletzt worden. Die Polizei geht von einer politisch motivierten Tat aus. Zahlreiche Politiker verurteilten den Angriff. Bundespräsident Steinmeier wandte sich in einem Schreiben persönlich an den AfD-Politiker

AfD-Politiker Frank Magnitz
Bremens AfD-Landesvorsitzender Frank Magnitz (Archivbild) Bildrechte: dpa

Der Landesvorsitzende der AfD Bremen, Frank Magnitz, ist von mehreren Personen angegriffen und schwer verletzt worden. Der Vorfall habe sich am frühen Montagabend am Goetheplatz ereignet, teilte die Polizei Bremen mit. Die Angreifer hätten dem Bundestagsabgeordneten mit einem unbekannten Gegenstand auf den Kopf geschlagen und seien geflüchtet. Zwei Handwerker hätten den am Boden liegenden Mann entdeckt und einen Rettungswagen alarmiert. Magnitz sei mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht geworden.

Die Polizei Bremen hat unter der Federführung des Staatsschutzes eine Sonderkommission gebildet. Aufgrund der Funktion des Geschädigten sei von einer politischen Motivation der Täter auszugehen.

AfD: Attentat mit Kantholz

Die AfD Bremen erklärte, ihr Landesvorsitzender Magnitz sei von drei vermummten Männern attackiert worden, nachdem er den Neujahrsempfang des "Weser-Kuriers" verlassen habe. Die Angreifer hätten Magnitz mit einem Kantholz bewusstlos geschlagen und weiter gegen seinen Kopf getreten, als er bereits am Boden gelegen habe. Es sei dem Eingreifen eines Bauarbeiters zu verdanken, dass Magnitz mit dem Leben davongekommen sei.

Magnitz rechnet mit mehrtägigem Klinikaufenthalt

Magnitz rechnet mit einem mehrtägigen Krankenhaus-Aufenthalt. Er sagte der DPA, er gehe davon aus, dass die Ärzte ihn noch bis zum Wochenende dabehalten. An die Tat habe er nur wenig Erinnerung. Er habe die Täter nicht gesehen und auch nicht gehört, ob sie noch etwas zu ihm gesagt hätten. Künftig werde er in Bremen besser auf sich aufpassen: "Ich werde auf jeden Fall vorsichtiger durch die Gegend gehen."

Steinmeier schreibt Brief an Magnitz

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Angriff in einem Brief an den verletzten Bundestagsabgeordneten verurteilt. Er habe mit Bestürzung "von dem brutalen Angriff auf Sie gehört, von dem Sie schwere Verletzungen davongetragen haben", schrieb Steinmeier: "Ich verurteile diesen Angriff in aller Deutlichkeit. Gewalt kann niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein." Der Bundespräsident schrieb weiter: "Unsere Demokratie braucht Kontroverse, den Schlagabtausch mit Argumenten, auch wenn dieser einmal scharf sein mag. Politische Gewalt aber - gleich von welcher Seite - dürfen wir niemals zulassen."

Weitere Politiker verurteilen den Angriff

Politiker veurteilten parteiübergreifend den Angriff. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte via Twitter, der "brutale Angriff" sei "scharf zu verurteilen". Hoffentlich gelinge es der Polizei rasch, die Täter zu fassen.

Außenminister Heiko Maas schrieb auf Twitter: "Gewalt darf niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein - völlig egal, gegen wen oder was die Motive dafür sind."

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble erklärte in einer Mitteilung: "Gewalt kann und darf niemals Mittel politischer Auseinandersetzung sein." Gleichzeitig mahnte Schäuble, die politische Auseinandersetzung müsse so geführt werden, dass sie nicht Anlass zu Hass, Hetze und Verrohung sein könne.

SPD-Chefin Andrea Nahles schrieb auf Twitter, die AfD sei ein "politischer Gegner unserer toleranten und friedlichen Gesellschaft". Aber wer die Partei und deren Politiker mit Gewalt bekämpfe, verrate diese Werte und gefährde das Zusammenleben. Auch FDP-Chef Christian Lindner verurteilte die Tat.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch twitterte: "Es gibt keine Rechtfertigung für ein solches Verbrechen". Zuvor schrieb der Grünen-Politiker Cem Özdemir, er hoffe, dass der oder die Täter bald ermittelt und verurteilt werden: "Auch gegenüber der AfD gibt es keinerlei Rechtfertigung für Gewalt. Wer Hass mit Hass bekämpft, lässt am Ende immer den Hass gewinnen." Der SPD-Politiker Johannes Kahrs twitterte: "Gewalt geht gar nicht. Gegen niemanden" und wünschte Magnitz gute Besserung. Auch die Bremer CDU-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Motschmann erklärte, Gewalt dürfe kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein und wünschte Magnitz "baldige Genesung".

AfD gibt Medien und anderen Parteien Mitschuld

Die AfD gibt Medien und politischen Gegnern eine Mitschuld an dem Angriff auf Magnitz. Die Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland und Alice Weidel erklärten: "Die feige lebensbedrohliche Gewalt gegen unseren Fraktionskollegen Frank Magnitz ist Ergebnis der Hetze von Politikern und Medien gegen uns."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Januar 2019 | 02:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2019, 08:34 Uhr