Agrargipfel Klöckner sagt Bauern Beteiligung an Umweltschutzvorgaben zu

Die Bundeskanzlerin und Landwirtschaftsministerin empfangen am Montag Vertreter der Landwirtschaft, um noch einmal über das Agrarpaket zu sprechen. Die Bauern ärgern sich wegen der verschärften Umweltauflagen.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will mit dem Agrargipfel die Bauern bei den Umweltvorschriften einbeziehen. Bildrechte: imago images / Jens Schicke

Vor dem morgigen Agrargipfel im Kanzleramt hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) den Bauern eine Beteiligung bei weiteren Umweltschutzvorgaben zugesagt. Die CDU-Politikerin sagte, die Landwirtschaft sei in einer Umbruchzeit. Zusammen mit den Bauern wolle sie Lösungen entwickeln. Beim Insektenschutz gebe es gute Beispiele aus der Praxis.

Runder Tisch mit Landwirtschaftsvertretern

Klöckner und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfangen am Montag Vertretern von rund 40 Landwirtschaftsorganisationen, um über das im September vom Bundestag beschlossene Agrarpaket zu sprechen. Mit den dort Beschlossenen Auflagen sind viele Bauern unzufrieden, da unter anderem der Einsatz von Schädlings- und Unkrautsgiften stark eingeschränkt wird. Tausende Bauern hatten deswegen am Dienstag erneut gegen das jüngste Agrarpaket der Bundesregierung protestiert.

Bauernpräsident: Nicht das Ob sondern das Wie im Umweltschutz

Bauernpräsident Joachim Rukwied begrüßte die Einladung zum runden Tisch, dies könnte aber nur ein Anfang sein. Konkret geht es den Bauern um die verschärften Umweltauflagen. Sie wollen, dass der „Aktionsplan Insektenschutz“ neu aufgesetzt wird. Rukwied betonte, dass auch die Bauern den Naturschutz voranbringen wollen. Sie wollen aber nicht einfach Verbote als Basis „Es geht uns nicht um das Ob, sondern ausschließlich um das Wie“, sagte er im Vorfeld. Zudem äußerte er die Hoffnung, dass die Bundeskanzlerin das Thema zur Chefsache erkläre.

Habeck: Verschärfung der Düngeverordnung nicht zurücknehmen

Grünen-Chef Robert Habeck kritisierte, dass zu dem Treffen am Montag lediglich Landwirtschaftsvertreter, nicht aber Wasser-, Umwelt- oder Tierschutzverbände, eingeladen wurden. Er warnte deswegen davor, dass „das so genannte Agrarpaket und die Verschärfungen der Düngeverordnung wieder aufgeschnürt werden“.

Habeck forderte einen Systemwechsel in der Landwirtschaft. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte er, von den Steuermilliarden, die jährlich in die Landwirtschaft fließen, müssten künftig jene Bauern profitieren, die mehr für Umwelt, Klima und Tierwohl tun.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Dezember 2019 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Dezember 2019, 16:13 Uhr